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Kölner Frust, Dortmunder Freude
die 49. Bundesligasaison ist zu Ende. Borussia Dortmund holte sensationelle 81 Punkte und übertraf damit die Bestmarke des FC Bayern aus den Jahren 1972 und 1973, die bei umgerechnet 79 Punkten lag. Herzlichen Glückwunsch nicht nur zum Titel, sondern auch zu diesem Rekord, der in den nächsten Jahren schwer zu toppen sein wird.
Neben der beeindruckenden Konstanz des BVB war die Leistung der Fohlen aus Mönchengladbach ebenso erstaunlich. Lucien Favre erwies sich als absoluter Glücksgriff. Er formte aus einem Trümmerhaufen, der praktisch schon abgestiegen war, innerhalb weniger Monate eine stabile Mannschaft, die nicht nur den Klassenerhalt schaffte, sondern sich in dieser Spielzeit personell unverändert bis in die Champions-League-Qualifikation nach oben spielte. Wohin der Gladbacher Weg in der kommenden Runde ohne die tragenden Säulen Reus (zu Dortmund), Neustädter (zu Schalke) und Dante (zum FC Bayern) geht, ist schwer abzusehen. Die Abgänge aufzufangen wird schwer. Hinzu kommt die Doppelbelastung eines internationalen Wettbewerbs. Das alles zu meistern, ist für Trainer, Management und Mannschaft eine herausfordernde Aufgabe.
Respekt vor Augsburg und Freiburg
Respekt auch vor dem FC Augsburg. Vor der Saison galt der Aufsteiger als Abstiegskandidat Nummer eins, und bis zur Winterpause sah es auch so aus, als ob der FCA dem Niveau der Bundesliga nicht gewachsen sei. Die Augsburger spielten zwar von Anfang an gut mit, nur fehlte eine Spur Abgezocktheit und auch die Qualität, um zur Halbzeit eine bessere Ausgangslage als Platz 17 inne zu haben. Die Winterneuzugänge Matthias Ostrzolek und Ja-Cheol Koo waren jedoch mitentscheidend, dass der FCA in der Rückrunde gefestigter wirkte und die Überraschung schaffte.
Neben den Fuggerstädtern gab es einen weiteren Klub, der nach dem Jahreswechsel richtig durchstartete. Den SC Freiburg wurde zur Winterpause bereits abgeschrieben, erst recht nachdem der SC einige Leistungsträger inklusive Top-Stürmer Papiss Demba Cissé abgab. Ein Trainerwechsel brachte hier die Wende. Mit Christian Streich packten die Breisgauer dank einer sagenhaften Rückrunde mit nur vier Niederlagen den Klassenerhalt locker.
Im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegten sich Stuttgart, Hannover, Hoffenheim, Nürnberg und Mainz. Der VfB hat durch eine traditionell starke Rückrunde das internationale Geschäft erreicht. Auch Hannover ist wieder dabei. Bemerkenswert, wie 96 die Doppelbelastung in der Europa League ohne großen Substanzverlust verarbeitete.
Nürnberg und Mainz holen seit Jahren das Maximum aus ihren begrenzten Möglichkeiten heraus. Die TSG Hoffenheim dagegen muss aufpassen, dass sie nach drei elften Plätzen in Serie nicht langfristig das Image einer grauen Maus erhält. Aus Angst vor diesem Image scheint 1899 vom Sparkurs abzuweichen, wie die schon jetzt feststehenden Verpflichtungen der gestandenen Profis Wiese, Derdiyok und Delpierre zeigen.
Eine kleine Enttäuschung ist der VfL Wolfsburg, der es trotz großer Investitionen nicht schaffte, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Um diesen Makel in der kommenden Spielzeit zu bereinigen, wird Felix Magath im Sommer auf dem Transfermarkt wieder zuschlagen.
Bremen, Hamburg nd Co. - die großen Enttäuschungen
Zu den großen Enttäuschungen dieser Runde zählen eine ganze Reihe von Mannschaften: Allen voran die Absteiger Köln und Kaiserslautern, diese Teams hätte ich nicht so weit unten erwartet. Gerade in der Domstadt muss sich einiges verändern. Vor allem sollten endlich Strukturen geschaffen werden, die den Verein in ruhigeres Fahrwasser lenken. Selbiges gilt für die Hertha. Von der alten Dame bin ich sehr enttäuscht, selbst wenn sie den Klassenerhalt in der Relegation doch noch realisieren sollte.
Auch der Hamburger SV hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, aber wenigstens den Super-Gau "erstmaliger Abstieg" konnte der Bundesliga-Dino vermeiden. Der große Nordrivale Werder Bremen hat sein Ziel, international zu spielen, mitunter aufgrund vieler Verletzungen, ebenfalls nicht erreicht. Weit hinter seinen Möglichkeiten blieb darüber hinaus Bayer Leverkusen. Vom Potenzial war die Werkself ein Kandidat für die Champions-League-Plätze, am Ende steht nur ein fünfter Rang.
Und der FC Bayern? Der Rekordmeister traf mit dem BVB auf einen Kontrahenten, der in den entscheidenden Momenten frischer und ausgeruhter erschien. Der zweite Platz sichert immerhin den direkten Einzug in die Königsklasse, dazu steht der FCB im DFB-Pokal-Finale und im Champions League-Endspiel. Es ist jetzt schon eine gute Saison der Bayern, eine sehr gute wird es aber nur, wenn am Ende mindestens ein Titel steht. Am besten natürlich der Gewinn der Champions League.
Euer

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