In der Loipe eine Macht aber im Schießstand hier und da mit Problemen: Miriam Gössner
Hallo Biathlon-Fans,
nach den beiden Heimrennen in Oberhof und Ruhpolding nun gleich im Anschluss der Weltcup in Antholz. Da ist ganz schön Stress angesagt, nicht nur wegen der dichten Abfolge der Rennen, sondern auch wegen des Höhenunterschieds. Antholz liegt immerhin auf satten 1.700 Metern, da heißt es frühzeitig anreisen, um sich schnell und rechtzeitig zu akklimatisieren. Mir haben die Rennen dort immer gefallen – tolle Kulisse und fast immer eine Schönwettergarantie. Ein Höhepunkt im Kalender.
Nun ist Antholz der letzte Weltcup vor der WM, da heißt es, sich nochmals zu beweisen, Selbstvertrauen tanken und in Form bringen. Gerade für Franziska Hildebrand und Nadine Horchler ist das wichtig. Beide sind am Anfang ihrer Karriere, gut und wichtig für die Staffel, aber eben noch nicht in der Weltspitze angekommen. Um Miriam Gössner und Andrea Henkel müssen wir uns keine Gedanken machen. Beide sind grundsätzlich gut in Form und gerade Andrea verfügt über eine immense Erfahrung. Wenn eine von beiden auf das Podium läuft, ist alles andere ohnehin vergessen.
Enorme Leistungsdichte
Auch den Männern ist eigentlich etwas zuzutrauen. Zugegeben sind die Ergebnisse in Staffel oder auch im Einzel jetzt, na sagen wir mal, zuletzt etwas unglücklich ausgefallen. Aber eben nicht, weil sie die Jungs schlecht sind, sondern die anderen einfach eine Nuance besser. Klingt jetzt ganz einfach, aber es ist so. Früher gehörten vielleicht zehn Läufer zum engsten Favoritenkreis, heute sind es dagegen 20. Beim Massenstart haben in Ruhpolding die ersten 20 nur maximal zwei Fehler geschossen. Das ist schon unheimlich. Da wirst du dann mal ganz schnell nur Achter statt Dritter. Mal liegt es vielleicht am Set-up, den anderen Tag vielleicht an einer Stunde zu wenig Schlaf – wie auch immer, bei dieser enormen Leistungsdichte ist es nicht immer leicht die Erwartungen zu erfüllen.
Noch kurz ein paar Worte zu den beiden Weltcupführenden Martin Fourcade und Emil Hegle Svendsen. Die beiden haben enormes Potenzial und können im entscheidenden Moment dann eben doch noch eine Schippe drauflegen. Mit anderen Worten, sie können mit dem Tempo gut umgehen, mal etwas Luft rausnehmen, dann plötzlich wieder an einem Anstieg zulegen und die wichtigen Meter machen. Fraglos ist gerade der Franzose Favorit für Antholz und die WM.
Bei Eurosport seid Ihr bei Antholz und die WM ja wie immer sehr gut aufgehoben.
Euer Michael Greis
