Liebe Biathlonfans,
von wegen "heiße Phase" vor der WM: In Oslo war davon nicht wirklich etwas zu spüren - zumindest nicht bei den Außentemperaturen. Die hätten für mich ruhig ein bisschen höher sein dürfen. Denn 17 Grad minus - noch dazu im dünnen Rennanzug - gehören nicht wirklich zur Kategorie "angenehm". Vor allem dann nicht, wenn man die ganze Zeit leicht angeschlagen ist. Und schon gar nicht, wenn man außerhalb der Wettkampf- und Trainingszeiten eigentlich nichts machen kann als im Hotelzimmer zu sitzen und aufzupassen, ja nicht noch kränker zu werden.
Das war irgendwie schon ziemlich blöd, weil ich mir ja so schön vorgestellt hatte, zumindest am Ruhetag mal mit meiner Familie eine ausführliche Tour durch Oslo zu drehen. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Naja, wollen wir mal nicht undankbar sein. Es war schön, dass meine ganze Familie in Norwegen dabei sein konnte, und immerhin hat es auch in Oslo wieder mit meinem persönlichen Abschiedssieg - inklusive King-Meeting - geklappt.
Ich hatte den König zwar schon einmal zuvor getroffen, aber so richtig weiß ich bis heute noch nicht, wie man seine Hoheit (sagt man das noch?) begrüßt. Vorsichtshalber habe ich mal so eine Art Halbknicks gemacht und ihm die Hand geschüttelt. War ganz nett, weil er recht locker drauf war und zugegeben hat, dass er auch ziemlich friert. Bin ich also gar nicht so ein Weichei, wenn selbst der ranghöchste Norweger schlottert.
Jedenfalls hat er mir gesagt, dass ich auch nach meiner sportlichen Laufbahn immer in Norwegen willkommen bin. Und ich habe ihm geantwortet, dass ich auch sehr gerne wieder nach Oslo komme - aber gerne auch mal im Sommer.
Womit wir schon wieder bei der heißen Phase wären. Denn Kontiolahti ist ja tatsächlich der letzte Weltcup vor der WM! So langsam wird es also ernst. Deshalb wollte ich am Sonntag mein Glück auch nicht allzu sehr herausfordern, sondern habe wegen der hartnäckigen Erkältung lieber auf den Start beim Massenstart verzichtet. Ich will am kommenden Wochenende unbedingt wieder laufen. Allerdings habe ich mir schon ein Hintertürchen offen gelassen: Wenn es wirklich wieder so bitterkalt sein sollte, dann überlege ich es mir vielleicht doch noch einmal.
Meinen Geburtstag am Donnerstag werde ich aber wohl ziemlich sicher noch einmal — ein letztes Mal - im Hotel feiern.
Wobei: Groß feiern werden wir wahrscheinlich nicht. Am nächsten Tag haben wir Wettkampf. Von daher werden sich die Feierlichkeiten wohl in Grenzen halten: Ein Gläschen Sekt auf dem Hotelzimmer, ein bisschen Zusammensitzen und Quatschen. Mehr ist ganz einfach nicht drin. Aber die vergangenen Jahre war es trotzdem immer ganz nett und gemütlich. Und von meiner Familie habe ich in Oslo auch schon ein Geschenk bekommen. Das darf ich aber erst am Donnerstag aufmachen. Vielleicht haben sie ja was für die heiße Phase in Kontiolahti eingepackt — warme Socken, einen dicker Schal oder Ohrenschützer hoffentlich...
Liebe Grüße,
Eure Lena



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