WAS IHRE FREUNDE LESEN

    London Spy

    Laure in London: Flasche leer?

    Hallo aus London,

    Fast leer: Das Corpus Delicti

    es gibt "hier wirklich ein paar schräge Regeln." Das sage nicht ich, sondern Usain Bolt. Aber ich muss ihm Recht gegeben. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Die Organisation und die freundlich-bunte Atmosphäre dieser Spiele sind Weltklasse! My dear Mister Singing Club, könnte man sagen.

    Nur manchmal ist es schon sehr kurios, welche Blüten die Regelwut treibt. Meine Lieblingsregel ist der 100-Milliliter-Paragraph. Demzufolge darf, ähnlich wie im Flugzeug, pro Person nur 100 Milliliter an Flüssigkeit in den Olympic Park eingeführt werden. Auf dem Weg nach draußen darf es dann gerne mehr sein.

    Klarer Fall, der verarscht mich!

    "Haben Sie Flüssigkeiten in Ihrem Rucksack?". Die Frage kommt beim "Check in" auf das Olympische Gelände so sicher wie die Fackel zu den Spielen. Heute habe ich tatsächlich was dabei. Einen Orangensaft, 330mml, mit Fruchtstückchen drin, für 2,80 Pfund. Der Preis ist jetzt erstmal gar nicht so entscheidend, der Inhalt schon. "Sie können jetzt so viel aus dem Fläschchen trinken, bis noch 100 Milliliter drin sind. Dann dürfen sie ihren Orangensaft mit hinein nehmen", erfahre ich vom Sicherheitsbeamten.

    Hä? Klarer Fall, der verarscht mich! Sie machen Witze, entgegne ich. "Nein, das sind die Regeln. Sie können wählen." 2,80 Pfund…ich nehme einen Schluck. Der Beamte mustert die Plastikflasche argwöhnisch. "Die ist noch zu voll. Und bevor sie wieder fragen: So sind die Regeln hier, auch wenn die Situation im Moment ein wenig bizarr erscheinen mag." Bizarr! Finde ich allerdings auch - und setze die Flasche erneut an…

    Guten Durst,

    Euer Tobias

    Laure in London: Schlag' den Greene!

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