Die chinesischen Top-Favoritinnen Wu Minxia und He Zi haben sich in London erwartungsgemäß den Olympiasieg im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett gesichert
Für Wu Minxia war es der dritte Olympiasieg im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett nacheinander. Doch der Erfolg wurde teuer bezahlt.
Für kritische Beobachter sind die Opfer der 26-Jährigen ein Beleg für das brutale, auf höchstmöglichen Erfolg ausgerichtete "Fördersystem" der Volksrepublik.
Denn die Erfolgsgeschichte Minxias wird in London von einer schockierenden Enthüllung begleitet.
"Unsere Tochter gehörte nicht mehr uns"
Schon als Zwölfjährige verließ sie ihr Elternhaus in Schanghai, zog alleine nach Peking und schottete sich in einer staatlichen Sporteinrichtung vollkommen ab, um ihr komplettes Leben auf den Erfolg auszurichten.
"Vor langer Zeit haben wir uns damit abgefunden, dass uns unsere Tochter nicht mehr gehört", erklärt ihr Vater Wu Yuming verbittert der 'Shangahi Post'. "Es war völlig abwegig an so etwas wie ein glückliches Familienleben auch nur zu denken."
Minxia hatte kaum mehr Kontakt zu ihrer Familie, negative Nachrichten wurden vor ihr geheimgehalten, um sie nicht von den olympischen Zielen abzulenken.
Preis für Gold: Ein Schock fürs Leben
Und so lüfteten Minxias Eltern nun ein in London ihr düsteres Geheimnis, das sie über viele Jahre hinweg für sich behalten hatten. Erst als die Tochter die Gold-Medaille in den Händen hielt, war Zeit für Ehrlichkeit: Minxia erfuhr erst jetzt, dass ihre geliebten Großeltern schon vor über einem Jahr gestorben waren. Ein Abschied, spätestens bei der Trauerfeier, blieb ihr verwehrt.
Und das war noch nicht alles: Minxias Mutter verriet ihr, dass sie schon seit Jahren an Brustkrebs leide. Sie traute sich erst jetzt, dieses Geheimnis zu lüften, da sie sich aktuell endlich auf dem Weg der Besserung befindet.
Ziemlich harter Tobak für die verlorene Tochter, die für dieses Lebensdrama lediglich ein paar Medaillen gewonnen hatte.

