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    Jan Ullrich

    Wiggins ein verdienter Champion

    Die Tour de France 2012 ist Geschichte. Persönlich bin ich voll auf meine Kosten gekommen und ich denke, auch die Fans werden zufrieden sein. Wir haben tollen Sport und ein überlegenes Team Sky gesehen, das mit Bradley Wiggins den verdienten Sieger stellt. Wenn ich an die erste Woche denke, lagen Leid, Pech und Glücksmomente wieder einmal eng zusammen. Die Tour wird mir beim Training auf der Rolle fehlen - schade, dass es schon wieder vorbei ist!

    Ich muss schon ein wenig schmunzeln bei dem Gedanken, dass jetzt auch die Engländer einen Toursieger stellen. Aber ganz im Ernst: Die Dominanz und die Souveränität von Sky kam für mich schon überraschend. Von der Bahn als Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister zu kommen und dann die Tour zu gewinnen, das ist ein Riesenschritt. Wiggins hat beide Zeitfahren gewonnen, auch in den Bergen hat er sich keine Blöße gegeben. Auch wenn ihm das Tour-Profil als bester Zeitfahrer entgegen kam, muss die Form für drei Wochen reichen. Zusätzlich hat er dem Druck und dem Stress, der auf den Schultern des Leaders lastet, standgehalten. Chapeau!

    Wiggins ist ein unglaublich sympathischer Kerl, der für die Leistung seines Teams dankbar ist. Ich glaube nicht, dass er seinen Triumph im nächsten Jahr auf Biegen und Brechen wiederholen muss. Sollte Christopher Froome nächstes Jahr stärker sein, ist Wiggins genauso wie Bjarne Riis bei meinem Toursieg 1997 der Letzte, der nicht arbeiten würde.

    Von den deutschen Teilnehmern hat mir André Greipel besonders gut gefallen. Es ist schon etwas Besonderes, überhaupt eine Tour-Etappe zu gewinnen. Andre hat gleich dreimal zugeschlagen und damit seinen Durchbruch geschafft. Auch Patrick Gretsch hat mich begeistert. Der Junge hat sich gezeigt und viel gearbeitet und im zweiten Zeitfahren voll attackiert. Der sechste Platz ist sensationell. Patrick ist ein junger Profi, der eine große Zukunft vor sich hat.

    Während Andreas Klöden alles in allem eine solide Tour gefahren ist, war Tony Martin vom Pech verfolgt.

    Ich hatte Gänsehaut, als ich das Lachen in den Gesichtern der Fahrer und ihre Freude auf dem Weg auf die Champs Elysees gesehen habe. Die Ankunft in Paris ist wirklich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich schon jetzt auf die Tour 2013.

    Euer Jan Ullrich

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