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    Jan Ullrich

    Mein Jahres-Highlight: Der Ötztaler!

    Jede Menge Spaß an der Labe

    Der Ötztaler Radmarathon war auch in diesem Jahr wieder der Höhepunkt meiner Radsaison. Auf den 238 Kilometern und 5.500 Höhenmetern mit Start und Ziel in Sölden haben sich in den rund neun Stunden, die ich unterwegs war, alle vier Jahreszeiten präsentiert. Von strahlendem Sonnenschein, Platzregen, laubbedeckten Straßen und Graupelschauern am Timmelsjoch hat der "Ötzi" alle seine Facetten gezeigt.

    Am Sonntagmorgen waren nahezu alle 3.841 Teilnehmer auf den ersten Kilometern und am Anstieg auf das Kühtai auf Regen eingestellt. Doch schließlich blieb es trocken und bei zehn bis zwölf Grad angenehm zu fahren. In Innsbruck erwischte uns ein zehnminütiger Regenschauer. Auf dem Brenner- und Jaufenpass strahlte mir dann wieder die Sonne ins Gesicht. Und auf dem Gipfel des Timmelsjochs fuhr ich vor der Einfahrt in den Tunnel durch einen Graupelschauer mit der einen oder anderen Schneeflocke im Gesicht.

    Besonders gefreut habe ich mich über die Herzlichkeit vonseiten der Radsportgemeinde, die mich wie im Vorjahr mit offenen Armen empfing. An meinem "Facebook-Ride" am Samstagvormittag zur kleinen Kirche in Vent haben knapp 200 Radfahrer teilgenommen. Auch die Pressekonferenz war trotz des Wirbels um Lance Armstrong in angenehmer Atmosphäre. Im Zusammenspiel mit meinem Kumpel Frank Wörndl und Ötztaler-Organisationschef Ernst Lorenzi hatte ich jede Menge Spaß beim Beantworten der zahlreichen Fragen. Auch "Ötzi-Rekordhalter" Hermann Schwarz, der den Ötztaler insgesamt 29 Mal gefahren ist, war ebenfalls mit von der Partie.

    Auf der Strecke war ich diesmal bis zum Gipfel des Jaufenpasses mit Frank und dessen Sohn Marlon unterwegs, der zwischenzeitlich mit einem Hungerast zu kämpfen hatte. Erst dann bin ich bis ins Ziel auf eigene Faust gefahren. Trotz der großen Anstrengungen hatten im Anschluss an die Tortur wieder alle ein Lächeln im Gesicht.

    Der Ötztaler Radmarathon war einmal mehr eine rundum gelungene Veranstaltung. In der Nacht zum Montag habe ich das Ötzi-Wochenende im kleinen Kreis mit Matthias Kessler, Frank & Co. beim gemütlichen Zusammensein im Hotel Central ausklingen lassen.

    Auch an dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, ein paar Worte "Fall Armstrong" zu verlieren. "Ich mache mir keine Gedanken über Amrstrongs Tour-Titel. Für mich zählt einzig das sportliche Duell Mann gegen Mann und keine Titel, die mir eventuell zehn Jahre später am grünen Tisch zugesprochen werden. Das Finisher-Trikot des Ötztaler Radmarathons ist mir wichtiger als die Gelben Trikots von Lance."

    Euer Jan Ullrich

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