Höhenrausch

Vollgas durch die Straßen Berlins

Gute Nachrichten vom Team Aplecin-RoadBIKE. Zweieinhalb Monate vor dem Ötztaler Marathon am 29. August ist die Truppe für den schwersten Jedermann-Marathon in Europa bestens gerüstet. Die zehn Team-Mitglieder haben die Feuertaufe beim dritten Skoda-Velothon in Berlin mit Bravour bestanden.

Treffpunkt war das Hotel Adina in der Bundeshauptstadt. Zwar genossen wir die edlen Häppchen beim Dinner am Abend vor dem Rennen, jedoch sollte uns erst der eine oder andere satte Nachschlag Kraft für die anstehende Runde über 120 Kilometer in und rund um Berlin geben.

Alles in allem konnte man schön sehen, wie wohl sich die zehn "Alpecinis" inzwischen auf dem Rennrad fühlen. In meiner Funktion als Sportlicher Leiter war mir insbesondere wichtig, dass meine Schäfchen durch alle Fahrsituationen durchkommen und sehen, dass man auch mit Vollkarbon-Laufrädern auf teils nasser Fahrbahn durchaus komfortabel bremsen kann. Kompliment an FOCUS Bikes, die die Izalco-Rennmaschinen bereits mit Trainingslaufrädern in Vollkarbon zur Verfügung gestellt haben.

Und plötzlich ist der Sattel weg!

Zum Rennverlauf: Nach dem Startschuss wollten wir so schnell wie möglich ohne Sturz aus Berlin rauskommen. Deswegen habe ich mit Fabian und Stefan vom Team "Allgäu Speed" am Hinterrad gleich gehörig Druck gemacht. Mit einem Peloton von 13.000 Bikern im Nacken konnten wir das Team Alpecin-RoadBIKE auf der Traumstrecke im komplett abgesperrten Berlin super in Szene setzen.

Fabian verabschiedete sich nach 30 Kilometern aufgrund leicht erhöhter Pulswerte aus der Spitze (grins). Am Ende erreichte der Youngster aber dennoch eine gute Platzierung. Dann verlor Stefan plötzlich den Sattel. Im Eifer des Gefechts hatte er die Stellschrauben nach dem Transport aus dem Allgäu wohl nicht fest genug angezogen. Schließlich ist er im Stehen weitergefahren - Hut ab, das war wirklich klasse!

Die skurrile Szene endete damit, dass er zufällig einen Teilnehmer fand, der sich bei einem Sturz am Schlüsselbein verletzte und ihm freizügig seinen Sattel zur Verfügung stellte. Im Anschluss an die Montage kämpfte auch er sich bravourös ins Ziel. Des einen Freud, des anderen Leid - der Radsport ist eben eine große Familie.

Auf die Zähne beißen...

Im Finale hat mich die Konkurrenz noch einmal richtig gefordert, als ich meinem ehemaligen Rad-Kollegen und Ex-Profi Jörn Reuß gegen die zahlenmäßig überlegenen "Locals" in der fünfköpfigen Spitzengruppe zum Sieg verhelfen wollte. So habe ich aus Spaß aus der Freud versucht, ihm den Sprint anzuziehen. Das ist leider nicht bei allen gut angekommen. Eigentlich schade, da ich zwar ein ehemaliger Radprofi bin, jedoch einer mit 3.000 Kilometer in den Beinen. In meinen Adern pulsiert nun mal Rennblut - und das ist gut so, wie man in Berlin so schön sagt.

Der aktuelle Leistungsstand meiner Truppe:

Team "Allgäu Speed" mit Fabian (21) und Stefan (27) siehe oben.

Team "Blutsgeschwister": Anna-Kathrin (24) sitzt toll auf dem Rad und fährt richtig stark. Wenn sie nicht krank wird und so weiter trainiert, wird die junge Dame beim "Ötzi" eine richtig gute Zeit fahren. Lena (22) hat nach einem heftigen Transportschaden umgehend einen neuen Rahmen bekommen. Gleichzeitig haben die Jungs von FOCUS ihren Rahmen optimiert. Ihr Tritt ist merklich runder geworden.

Team "Master and Servant": Sven (42) ist leider über Nacht krank geworden und musste beim Skoda-Velothon passen. Dirk (40) hat sieben Kilogramm abgenommen, ist am Mittwoch Vater geworden und fühlt sich rundum wohl.

Team "Bergische Löwen": Hendrik (41) und Christof (47) verweilten noch einmal zum Training auf Mallorca. Christof hat inzwischen Druck auf dem Pedal. Auch seine Steuerkünste konnte er enorm verbessern. Hendrik betreibt nebenbei Triathlon, was seiner Vorbereitung auf den Ötztaler aber keineswegs schadet.

Team "Düsseldorfer Duo": Barbara (39) hat ihr erstes großes Ziel, einen Marathon, in einer Topzeit bewältigt. Auch auf dem Renner ist sie auf einem guten Weg. Ralf (41) ist ein Kämpfer und geht die Sache mit Vernunft an. Auch er hat abgenommen und sitzt top auf dem Rad.

Insgesamt war der Velothon für alle eine tolle Erfahrung. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h in der Gruppe zu fahren und das besondere "Rennfeeling" zu spüren war die Prämisse. Dieses Ziel wurde erreicht. Der Aufwand der langen Anreise hat sich gelohnt. Ich bin stolz, ein tolles und unkompliziertes Team zu führen. Es ist super, mit dieser Truppe zu arbeiten. Jetzt freue ich mich nach dem Motto "Wir haben einen Traum" auf Sölden.

Kette rechts...

Euer Jörg Ludewig

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