WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Frank von Behren

    Handball-Krise? Licht am Horizont!

    Champions League: Laszlo Nagy (MKB Veszprem) & Filip Jicha (THW Kiel)Champions League: Laszlo Nagy (MKB Veszprem) & Filip Jicha (THW Kiel)

    Hallo Handball-Freunde,

    wenn man in den vergangenen Wochen die Berichterstattung zum Handball verfolgt hat, dann konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Unmut und Pessimismus breit gemacht haben.

    Die Bundesliga beklagt rückläufige Zuschauerzahlen, Bundestrainer Martin Heuberger plädiert für eine Verkleinerung der Liga und der Champions League - und fordert darüber hinaus weniger Pflichtländerspiele. Von den Wett-Umtrieben rund um den französischen Topklub Montpellier will ich gar nicht erst anfangen.

    Die Zahlen und Meldungen sprechen für sich - der Handball muss sich definitiv um neue Zielgruppen bemühen. Eine schwere Aufgabe. Man darf aber nicht vergessen, dass die Begeisterung für die Vereine vor allem eine regionale Geschichte ist. Flächendeckende Aufmerksamkeit lässt nicht nur mit der Nationalmannschaft erzielen. Da geht es dem Handball nicht anders wie dem Basketball oder Eishockey.

    Sportlich gesehen nimmt die Champions League langsam aber sicher Fahrt auf. Wurde vor der Saison in erster Linie darüber spekuliert und diskutiert, ob der THW Kiel oder der FC Barcelona den Titel holt, so hat inzwischen auch der MKB Veszprem nachhaltig seine Ambitionen für das Final 4 untermauert. Der Heimsieg gegen Kiel war eine Klasseleistung. Das Team geht neue Wege.

    Der spanische Trainer Antonio Carlos Ortega Perez bringt seine ganz eigene Philosophie mit, dazu wurde der Kader mit Spielern wie Rückraum-Star Laszlo Nagy vom FC Barcelona oder Chema Rodriguez von Atletico Madrid hochkarätig verstärkt. Letzterer ist nur einer von drei spanischen Neuzugängen, die sicher einen neuen Spirit ins Team der Enttäuschten gebracht haben. Zur Erinnerung: Veszprem versucht seit Jahren, die begehrte Champions-League Trophäe zu gewinnen, scheiterte aber immer wieder in den Vorschlußrunden kurz vorm Final4.

    Trotzdem hat der THW Kiel im Kreis von Europas Topteams eine Ausnahmestellung inne. Die Halle ist immer ausverkauft, Dauerkarten werden vererbt, sind nicht im freien Verkauf erhältlich und die Strukturen sind über lange Zeit gewachsen. Das ist ein echtes Handball-Schlaraffenland! Sicherlich, diese unglaubliche Dominanz der Vorsaison und - mit Ausnahmen - der vergangenen Jahre wird es so nicht mehr geben. Denn das Jahrhundert-Team aus dem vergangenen Jahr hat mit Kim Andersson ein wichtiges Puzzlestück verloren. Ich bin schon sehr gespannt, was für die "Zebras" in dieser Saison rausspringt.

    Viele Grüße,

    Euer Frank

    Zurück zur Übersicht

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen