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    Zurück in die Zukunft mit “Cholo”?

    Wer könnte besser über das Träumen sprechen, als die "colchoneros"? Dieser Spitzname machte die Anhänger von Atlético de Madrid in Spanien bekannt: Wegen der Ähnlichkeit zwischen den Heimtrikots und den rot-weiß gestreiften Matratzen ("colchón"), die häufig in  der spanischen Nachkriegszeit benutzt wurden. Dieses Jahr ist es  aber nicht nötig, sich im Stadion "Vicente Calderón" zu kneifen, weil Träume wahr zu werden scheinen.

    Die Mannschaft von der Uferlandschaft am Manzanares liegt momentan punktgleich - je 19 Zähler - mit dem FC Barcelona an der Tabellenspitze. Kein anderer Klub hat es geschafft, das Tempo der Katalanen an den ersten sieben Spieltagen zu halten. Sechs Siege und ein Remis (18:8 Toren) lautet bis jetzt die imposante Bilanz von Falcao, Turan, Courtois, Juanfran und Co. - haargenau wie in der Saison 1995/1996, einer unvergesslichen Spielzeit für die Atlético Fans. Denn damals holte ihre Mannschaft nicht nur den spanischen Pokal, sondern auch zum letzten Mal die Meisterschaft. Lässt sich das wiederholen?

    Keine Angst vor Falcaos Abschied

    Wenn man so einen gut ausgestatteten Kader besitzt und in der Offensive so einen Torjäger wie Radamel Falcao hat, ohne Zweifel der aktuell beste Mittelstürmer der Welt, dann ist alles möglich. Der Kolumbianer hat bis jetzt zwölf Tore in 551 Minuten geschossen, also ein Tor in jeder Halbzeit. Falcao teilt sich mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo (je 8 Tore) die Führung im Torschützenranking der spanischen Liga. Noch Fragen?

    Jetzt aber geht Angst um: Könnte ein Transfer von Falcao nach Chelsea, Manchester City oder Madrid alles in einen Alptraum verwandeln? Auf keinen Fall, denn Atlético würde eine sehr hohe Summe kassieren, die zumindest teilweise in die Rückzahlung der großen Vereinsschulden (ca. 80 Millionen €) investiert werden könnte. Und außerdem stellte Enrique Cerezo in dieser Woche fest: "Nicht mal, wenn jemand die festgeschriebene Ablöse bezahlt, darf er sich einfach verabschieden."

    Simeone und sein "Sieger-Gen"

    Der Präsident von Atlético weiß genau, dass nach den Abgängen von Fernando Torres und Kun Agüero die Ergebnisse sogar besser gewesen sind. Aber vor allem sieht der Verein, seit Diego Pablo Simeone im Amt ist, sehr stabil aus. Der argentinische Trainer kam im Dezember 2011 und seitdem hat Atlético einen Europa League-Titel und einen europäischen Supercup geholt. Aber eben noch wichtiger ist es, dass "cholo" (Simeones Spitzname) Teamgeist und Freude zurück gebracht hat. Mario Suarez, Mittelfeldspieler der Madrilenen sagte: "Er ist ein Idol für die Fans, jeder respektiert ihn. Presse, Zuschauer und so weiter. Wir wissen wie bedeutend er war und wie bedeutend er ist. Simeone hat uns seine Sieger-Mentalität beigebracht, auch sein Sieger-Gen." Ein Gen, das Simeone in seiner zweiten Saison als Spieler von Atlético das Double bescherte - eben im Jahr 1995/1996. Jetzt läuft seine zweite Saison als Trainer. Reiner Zufall?

    Tatsache ist, dass Atlético am Sonntag gegen Real Sociedad die beste Siegesserie seiner Geschichte einstellen könnte (sieben Spiele in Folge). Der Traum ist überhaupt nicht vorbei und niemand will im Estadio Calderón die Augen aufmachen. Mindestens bis zum letzen Spieltag. Wie vor 17 Jahren.

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