Nach den 24 Spielen der Gruppenphase ist es höchste Zeit, die Top-Elf aus dem Kreis der 16 teilnehmenden Nationen zu wählen.
Die Experten aus den Eurosport-Redaktionen in ganz Europa haben die Köpfe rauchen lassen. Nach teils einstimmiger, teils harter Diskussion kam dabei folgende Elf heraus:
TOR:
Iker Cassilas (Spanien): Dass der Kapitän des Titelverteidigers die Nummer 1 der Gruppenphase war, findet nirgendwo Widerspruch. Der Routinier war ein sicherer Rückhalt und zeigte insbesondere im Spiel gegen Kroatien mehrfach, wie außergewöhnlich seine Klasse ist.
ABWEHR:
Darijo Srna (Kroatien): Am 30-Jährigen lag es nicht, dass seine Elf schon die Segel streichen musste. Er war in allen drei Spielen eine Bank für Trainer Bilic - sehr passsicher, immer wieder auch mit guten Flanken, darunter eine direkte Torvorlage: Der Ukraine-Legionär konnte beim "Heimspiel" rundum überzeugen.
Mats Hummels (Deutschland): Die Überraschung, nicht nur für die deutschen Experten. Der Innenverteidiger ist nach seinen sensationellen Auftritten gar nicht mehr von einem Stammplatz wegzudenken. Bundestrainer Joachim Löw schenkte ihm zu Recht das Vertrauen für die Startelf.
Pepe (Portugal): Er war für die UEFA im Spiel gegen Dänemark, als er einen Treffer erzielte, der "Man of the Match" und die deutschen Fans haben seinen Lattenschuss noch in bester Erinnerung. Ach ja, defensiv natürlich auch eine Macht und immer wieder mit Impulsen nach vorne.
Ashley Cole (England): Auf der linken Abwehrseite ließ er nichts anbrennen, was auch immer Franzosen, Schweden oder Ukrainer versuchten. Er hat großen Anteil daran, dass die "Three Lions" als Gruppensieger ins Viertelfinale kommen.
MITTELFELD
Andrea Pirlo (Italien): Knüpft plötzlich dort wieder an, wo er bei der WM 2006 aufhörte: dynamisch, ideenreich, torgefährlich. Toller Freistoßtreffer gegen Kroatien, Traumpass zum Tor von di Natale gegen Spanien. Mit 33 Jahren im dritten Frühling.
Steven Gerrard (England): Auch er läuft bei der EURO zur Hochform auf, beeindruckt als Stratege und Torvorbereiter, im Defensivverhalten wie auch im Vorwärtsgang. Beim Abschluss kann er sich aber noch steigern, ein Treffer blieb ihm bisher versagt.
Andres Iniesta (Spanien): Auch bei diesem Turnier das Herz des spanischen Spiels. Herausragend gegen Irland, stark gegen Kroatien und nur gegen Italien nicht ganz überzeugend, als seine Chancenverwertung nicht optimal war. Musste verkraften, dass er "nur" zweimal in drei Partien zum "Man of the Match" gewählt wurde.
Giorgos Karagounis (Griechenland): Er trifft nicht oft, nur neun Tore gelangen ihm bei 120 Einsätzen. Doch wenn er trifft, ist es oft ein ganz wichtig: 2004 brachte er im ersten Spiel die griechische Mannschaft ins Rollen Richtung EM-Titel. Acht Jahre später schießt er gegen Russland die Griechen unerwartet ins Viertelfinale. Dort muss er zusehen - und allein sein Mienenspiel nach der Gelben Karte war die Nominierung wert.
Alan Dzagoev (Russland): Begann brilliant gegen Tschechien und schien einer der großen Stars des Turniers werden zu können. Legte dann auch gegen Polen mit seinem dritten Treffer nach, aber im griechischen Bollwerk fand der 22-Jährige dann keine Lücke. Dennoch: Er hat einen Platz in dieser Elf verdient.
STURM
Mario Gomez (Deutschland): Hat die Kritiker Lügen gestraft und ganz Europa überzeugt. Trifft nicht nur einfach (wie gegen Portugal), sondern zaubert inzwischen dabei auch (wie bei den Toren gegen Holland und der Vorlage gegen Dänemark für Podolski).


