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    Del Piero: 800. Auftritt des Gentlemans

    Alessandro Del Piero in AktionIrgendwie ist er immer noch da. Wie soll jemand auch weg sein, der 19 Jahre für ein und denselben Verein gespielt hat und zum Symbol eines Weltklubs geworden ist?

    Das, was für viele Juventus-Fans lange undenkbar war, ist im Sommer eingetreten: Alessandro Del Piero dribbelt, schießt, jubelt  im Trikot eines anderen Vereins.  Der 37-Jährige ist nun für den FC Sydney in der australischen A-League aktiv, böse ist ihm in Turin aber deshalb keiner — im Gegenteil.

    "Ich weiß, dass die Juve-Fans mir in jedem Juve-Spiel einen Gesang widmen", erzählte Del Piero im Interview mit "Sky Sport". Regelmäßig sind im Juventus-Stadion auch Trikots des FC Sydney mit der Nummer zehn zu sehen — die Nummer, die Del Piero so lange für die Bianconeri getragen hat.

    Im italienischen Fernsehen ist seit dieser Saison die australische Liga zu sehen, viele Fans drängen darauf, vor den Juve-Spielen die Höhepunkte vom aktuellen Sydney-Spiel auf der Stadion-Leinwand zu zeigen. Obwohl Del Piero nicht mehr in Italien ist, ist er immer noch omnipräsent. Seine Nummer zehn trägt in dieser Spielzeit kein Juve-Spieler - zu groß ist sein Schatten.

    Er werde den Juve-Fans für immer dankbar sein, unterstrich Del Piero, "die Bindung zwischen uns ist etwas Einzigartiges. Darauf bin ich sehr stolz". Tore erzielt er nun aber für den FC Sydney. An den ersten drei Spieltagen waren es bereits zwei, mit dem zweiten sicherte er seinem Team am vergangenen Spieltag den 1:0-Derbyerfolg gegen Western Sydney.

    Del Piero, der 16 Titel mit den Bianconeri gewann und die meisten Juve-Rekorde hält, steht nun vor einem weiteren Meilenstein: Gegen Perth Glory bestreitet er am Sonntag sein 800. Profispiel. "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich so viele Spiele bestreiten würde", betonte er, "ich bin sehr glücklich, dass ich so lange spielen kann."

    Trotz des Wechsels nach Australien hat sich Del Pieros Alltag nicht groß verändert. "Auch hier halten mich die Menschen auf der Straße an und fragen mich nach Autogrammen und Fotos. Viele bedanken sich bei mir, und ich weiß nicht warum", erzählte er der "Gazzetta dello Sport".

    Wahrscheinlich weiß er ganz genau, warum — schließlich ist er einer der wenigen verbliebenen Gentleman im Fußball. Doch Del Piero wäre nicht Del Piero, wenn er das selbst in die Welt posaunen würde.

    Christian Bernhard

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