Rohdiamant RodeBeim flüchtigen Blick auf die Tabelle der Bundesliga sieht man zuerst nichts Ungewöhnliches. Der FC Bayern steht ungeschlagen an der Spitze und setzt damit zu dem ungefährdeten Durchmarsch an, den viele Experten vor der Saison prophezeiten. Direkt auf Platz zwei kommt man dann aber ins Stutzen: Dort rangiert die Frankfurter Eintracht.
Der Aufsteiger kam glänzend aus den Startlöchern und ließ bisher nur beim Remis gegen den amtierenden Meister aus Dortmund Punkte liegen. Für Begeisterungsstürme sorgt jedoch nicht nur die Punktausbeute, sondern auch die attraktive Spielweise der Eintracht. Die ist eng verbunden mit Sebastian Rode, der auch am 6. Spieltag gegen den SC Freiburg wieder seine Klasse aufblitzen ließ.
Spieler: Sebastian Rode
Geburtsdatum: 11. Oktober 1990
Geburtsort: Seeheim-Jugenheim, Deutschland
Nationalität: Deutschland
Größe: 1,79 m
Fuß: rechts
Position: Zentrales Mittelfeld
Derzeitiger Klub: Eintracht Frankfurt (seit Juli 2010)
Rückennummer: 20
Vorherige Klubs: Kickers Offenbach
Die Fans der Eintracht waren sich in einer Umfrage der Frankfurter Presse nach der Saison 2010/11 einig: Sebastian Rode war der Spieler der Saison. Da die Eintracht aber den Gang in die 2. Liga antreten musste, hielt sich die Freude beim damals 20-Jährigen in Grenzen. Dabei bescherte ihm das Jahr im "Unterhaus" den endgültigen Durchbruch.
Als unangefochtener Stammspieler, wahlweise im defensiven oder rechten Mittelfeld, trug er einen beträchtlichen Teil zum sofortigen Wiederaufstieg bei. Zwei Tore und zehn Vorlagen standen am Ende der Saison für ihn zu Buche. Seine bestechende Form konnte er konservieren und bisher auch in der 1. Liga abrufen.
Die 2. Liga tat ihm gut
"Er hat einen riesen Sprung gemacht gegenüber dem Vorjahr, obwohl er schon da gut gespielt hat", lobte ihn Armin Veh nach dem spektakulären 3:3 gegen den BVB. Der U-21-Nationalspieler ist im Mittelfeld der Frankfurter eine feste Größe und an der Seite von Kapitän Pirmin Schwegler im defensiven Mittelfeld gesetzt.
Dort überzeugt Rode mit seinem großen Spielverständnis und einer Ruhe am Ball, die er sich in dem Jahr in der 2. Liga erarbeitet hat. Gemeinsam mit Schwegler bildet er das Herzstück des Teams, wie Heribert Bruchhagen das Duo beschreibt. Und der Vorstandsvorsitzende legte nach, er adelte Rode als den besten Eintracht-Spieler der letzten zehn Jahre.
Bei diesen Lorbeeren ist es fast schon zwangsläufig, dass auch die großen Vereine das Talent ins Visier nehmen. In Dortmund und München soll Interesse bestehen. Trotz Vertrages bis 2014 ist die Eintracht darum auch stark daran interessiert, das Arbeitspapier zeitnah zu verlängern. Das Rode durch seine aktuelle Form in einer glänzenden Verhandlungsposition ist, dürfte klar sein.
Wie lange hält die Euphorie am Main?
Dabei darf nicht übersehen werden, dass Rode gerade auf der Euphorie- und Erfolgswelle schwimmt, die den Verein bereits seit dem Auftaktsieg über Leverkusen trägt. Bereits in der Saison 2010/11 musste man am Main schmerzhaft erfahren, dass sich diese Spirale auch in die andere Richtung drehen kann: Nach einer überragenden Hinrunde und Platz sieben stand am Ende der vierte Abstieg der Vereinsgeschichte fest.
In wenigen Tagen wird er 22 Jahre alt, hat aber bereits die Schattenseiten des Leistungssports kennen gelernt. 2009 erlitt er einen Kreuzbandriss, 2010 setzte ihn ein Knorpelschaden monatelang außer Gefecht. Vorausgesetzt sein Körper hält den Belastungen stand, werden die Frankfurter in den kommenden Jahren noch viel Freude an ihm haben.
Von Christoph Volk
