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    Mit der Kraft des “Mini-Pirlo”

     

    Zlatan Ibrahimovic (l.) profitiert von den Ballkünsten von Marco Verratti, der ihm hier im Nacken sitzt.

    Zugegeben, Vergleiche zwischen verheißungsvollen Nachwuchsspielern und etablierten Weltklasse-Kickern liest man häufiger. Egal ob neuer Zidane oder der nächste Maradona, es wirkt fast schon anmaßend, welche goldene Karriere einem Spieler prophezeit wird, der noch nicht einmal das 20. Lebensjahr vollendet hat.

    Auch Marco Verratti wird solch eine Zukunft im Fußball-Zirkus prognostiziert: In seiner italienischen Heimat gilt er als der neue Andrea Pirlo. Am Sonntag spielt er mit Paris St. Germain im Topspiel der Ligue 1 gegen Olympique Marseille.

    Spieler: Marco Verratti 

    Geburtsdatum: 5. November 1992

    Geburtsort: Pescara, Italien

    Nationalität: Italien

    Größe: 1,65 m

    Fuß: rechts

    Position: Zentrales Mittelfeld

    Derzeitiger Klub: Paris Saint-Germain (seit Juli 2012)

    Rückennummer: 24

    Vorherige Klubs: Delfino Pescara 1936

    Genau wie sein 33-jähriges Vorbild ist auch Verratti im zentralen Mittelfeld zu Hause, hat aber in Paris seinen Arbeitsplatz einige Meter zurück in das defensive Mittelfeld verlegt. Dort akklimatisierte er sich in kürzester Zeit und entwickelte sich zur Schaltzentrale im Pariser Spiel.

    Er verteilt die Bälle und eröffnet das Spiel mit Pässen, die er auch über große Entfernungen millimetergenau in den Fuß seiner Mitspieler bringt. Egal ob der Flachpass zum Nebenmann, ein eleganter Lupfer aus dem Fußgelenk oder der 40-Meter-Ball in den Lauf des Angreifers, Verratti serviert mit chirurgischer Präzision.

    Er bringt sogar Ancelotti ins Schwitzen

    Seine Übersicht ist für einen 19-Jährigen fast schon beängstigend, dazu ist er wendig und trickreich am Ball. Diese Qualität sorgt bei Carlo Ancelotti des Öfteren für Kopfschmerzen. "Am Ball kann er fast alles, aber er muss mit weniger Risiko spielen", stöhnte der Coach nach dem ersten Pariser Saisonsieg.

    Die Szene, die den Übungsleiter ins Schwitzen brachte, ereignete sich in kurz nach Wiederanpfiff im Spiel gegen Lille. Verratti kam am eigenen Strafraum in Ballbesitz, doch statt dem Befreiungsschlag entschied er sich für das Dribbling. Zwei Spieler ließ er stehen, ehe er sich wieder vom Ball trennte.

    Diese jugendliche Unbekümmertheit treibt zwar jedem Trainer die Schweißperlen auf die Stirn, aber sie ist die große Stärke des italienischen Nationalspielers. "Ich spiele einfach so, als wäre ich noch mit meinen alten Kumpels auf der Straße", sagte er nach seinem Champions-League-Debüt gegen Dynamo Kiew. Die Ukrainer mussten bei der 1:4-Niederlage am eigenen Leib erfahren, dass Verrattis Ruhe am Ball jederzeit in einem gefährlichen Pass explodieren kann.

    Fernziel Brasilien 2014?

    Rund zwölf Millionen Euro überwies Paris in diesem Sommer nach Pescara, im Vergleich mit den anderen Transfers der Hauptstädter ein Schnäppchen. Der Rechtsfuß wurde als Spieler für die Zukunft geholt, dass er gleich einschlägt, überraschte aber nicht jeden. "Marco ist ein großartiger Fußballer, er wertet unser Spiel auf", zeigt sich Pastore begeistert von seinem Mitspieler.

    Die Entwicklung des kleinen Mittelfeldmotors in Frankreich sieht man auch in Italien gerne. Nationalcoach Cesare Prandelli bastelt bereits eifrig an einer jungen und schlagkräftigen "Squadra Azzurra" für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. "In den nächsten zwei Jahren wird sich zeigen, welche jungen Spieler die dafür nötigen Fähigkeiten besitzen", so Prandelli. Dass Marco Verratti zu diesen jungen Spielern gehören kann, stellt er momentan an jedem Wochenende unter Beweis.

    Christoph Volk

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