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    Klassenfahrt in die Bundesliga

    HSV-Trainer Thorsten Fink feiert Heung-Min SonHSV-Trainer Thorsten Fink feiert Heung-Min Son

    Beim Hamburger SV gab es im Sommer nur ein Thema: Kehrt Rafael van der Vaart wieder zurück? Seit seinem Abgang 2008 hatte man ihn in der Hansestadt nicht vergessen. Dementsprechend groß war die Freude, als der "verlorene Sohn" endlich nach Hause kam.

    Seit seiner Rückkehr geht es nicht nur mit dem HSV wieder aufwärts, auch Heung-Min Son profitiert vom Zusammenspiel mit dem Niederländer. Bereits seit seinen ersten Auftritten im Fußball-Oberhaus ist man sich in Hamburg sicher, mit ihm eines der vielversprechendsten Sturmtalente gefunden zu haben.

    Spieler: Heung-Min Son

    Geburtsdatum: 8. Juli 1992

    Geburtsort: Chuncheon, Südkorea

    Nationalität: Südkorea

    Größe: 1,83 m

    Fuß: beidfüßig

    Position: Rechtsaußen

    Derzeitiger Klub: Hamburger SV (seit Juli 2010)

    Rückennummer: 40

    Die Zeiten, in denen Fußballklubs in einem geringen Radius um das Vereinsheim herum auf die Jagd nach Nachwuchskickern gehen, sind lange vorbei. Stadt- oder regionale Grenzen sind kein Kriterium mehr, auch andere Länder oder ferne Kontinente werden seit geraumer Zeit genauestens unter die Lupe genommen.

    So verschlug es einige Nachwuchskoordinatoren des Hamburger SV 2008 nach Asien. Mit dem südkoreanischen Verband war ein Austauschprogramm entstanden, das junge Talente in den Nachwuchsmannschaften der Hanseaten ausbilden sollte. Teilnehmer einer der ersten "Fußball-Klassenfahrten" war der damals 16-jährige Son.

    "Den Jungen gebe ich nicht mehr her"

    Er durchlief die U-17 und die U-19 des Bundesligisten, unterbrochen von einem siebenmonatigen Gastspiel in der Jugend seines Heimatvereins, des FC Seoul. Im Sommer 2010 holte ihn Cheftrainer Armin Veh in die erste Mannschaft des Bundesliga-Dinos und verkündete nach wenigen Tagen mit dem Südkoreaner, dass er "den Jungen nicht mehr hergebe".

    Zwar ist Veh mittlerweile beim Ligakonkurrenten aus Frankfurt gelandet, doch die Verantwortlichen in Hamburg halten an seiner Einschätzung fest. Im dritten Jahr in der Bundesliga hat Son den Sprung vom Talent zum Stammspieler vollzogen. Auf dem Platz nimmt er in dieser Spielzeit die Rolle ein, für die er schon seit zwei Jahren vorgesehen war. Mit seinem schnellen Antritt und der technisch hervorragenden Ballbehandlung ist er zu einem Fixpunkt des Hamburger Spiels geworden.

    Er profitiert wie kein Zweiter von den präzisen Zuspielen van der Vaarts: Immer wieder zieht er von der Außenbahn nach innen und sucht den Abschluss, ist sich aber auch für den Pass auf den besser postierten Mitspieler nicht zu schade. Vier der bisherigen neun Hamburger Liga-Tore gehen auf das Konto des elfmaligen südkoreanischen Nationalspielers.

    Hamburg lehnt Millionen-Angebot ab

    Die ansteigende Formkurve eröffnete die Jagd einiger großer Klubs nach dem Flügelflitzer. Dem Meister aus Dortmund wird großes Interesse am Angreifer nachgesagt, auch der Traditionsverein FC Liverpool soll an den Diensten Sons interessiert sein. Die englische Presse berichtete jüngst von einem Angebot über 10,5 Millionen Euro. Obwohl ein Transfer dringend benötigtes Geld in die klamme Kasse der Hanseaten gespült hätte, gab man dem Werben nicht nach.

    Stattdessen bemüht man sich um eine vorzeitige Verlängerung des 2014 auslaufenden Arbeitspapiers. Dabei hat Son mit seiner aktuellen Form alle Trümpfe in der Hand. Sollte er sich doch für einen Wechsel entscheiden, könnte es bei ihm eines Tage wie mit Rafael van der Vaart sein: In jeder Transferperiode steht seine Rückkehr ganz oben auf dem Wunschzettel der Fans.

    Von Christoph Volk

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