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    Einer wie Özil für den HSV

    "Die Spieler müssen die Raute im Herzen tragen", forderte Uwe Seeler in der abgelaufenen Saison mehr Herzblut von den Spielern des Hamburger SV. Die Bitte des Klub-Idols wurde nun erhöht. "Mein Herz hat schon immer HSV gesagt", stellte sich Hakan Calhanoglu artig bei seinem neuen Arbeitgeber vor.

    Mit der Verpflichtung des 18-Jährigen ist dem HSV ein Transfer-Coup gelungen. Einige Bundesligisten waren hinter dem Ausnahmetalent hinterher, doch erst ab der Spielzeit 2013/14 werden die Hamburger ihre Freude an ihm haben.

    Spieler: Hakan Calhanoglu

    Geburtsdatum: 8. Februar 1992

    Geburtsort: Mannheim, Deutschland

    Nationalität: Türkei

    Größe: 1,78 m

    Fuß: rechts

    Position: Offensives Mittelfeld

    Derzeitiger Klub: Karlsruher SC

    Rückennummer: 10

    Frühere Clubs: Karlsruher SC

    In diesen Tagen unterschrieb Calhanoglu einen Vertrag bis 2016, wird aber noch bis 2013 an seinen bisherigen Verein, den Karlsruher SC, verliehen. Dort soll er in der 3. Liga weiterhin Spielpraxis sammeln und frühestens im kommenden Sommer die Hanseaten verstärken.

    Die mussten für die Unterschrift des Talents kämpfen. Mit Werder Bremen schien sich Calhanoglu bereits einig, auch Hoffenheim und Freiburg warben offensiv um die Neuentdeckung der abgelaufenen Zweitligasaison. "Ich wollte schon immer hier hinkommen. Ich habe bislang nur Gutes über den Verein gehört", sagte er auf der HSV-Homepage kurz nach der Unterschrift.

    2,5 Millionen Euro spülte der Transfer in die Kasse der Karlsruher, bei denen Calhanoglu im Februar dieses Jahres auf Anhieb der Sprung zum Stammspieler gelang. Bei seinem Debüt drehte der KSC einen Rückstand noch zu einem 2:1-Sieg, beide Treffer bereitete der türkische U19-Nationalspieler mustergültig vor.

    Die Veranlagung wie Özil, der Freistoß wie Ronaldo

    "Er ist von der Veranlagung her ein Spieler wie Mesut Özil. Wenn er hart arbeitet und die richtigen Entscheidungen trifft, kann er sogar noch besser werden als er", stellte sein Ex-Trainer Jörn Andersen einen prominenten Vergleich an.

    Ähnlich wie der Taktgeber Real Madrids ist Calhanoglu der klassische Spielmacher. Dribbelstark und trickreich, stets mit dem guten Auge für den Nebenmann. Seine überragende Schusstechnik verleitete Andersen bereits zum Vergleich mit einem der Größten seiner Zunft, Cristiano Ronaldo. Und genau wie der exzentrische Portugiese verfügt auch Calhanoglu über eine gewaltige Stärke bei Freistößen.

    Von dieser kann Frank Lehmann ein Liedchen singen. Dem Heidenheimer Keeper schenkte Calhanoglu im Auftaktspiel der 3. Liga zwei sehenswerte Treffer per Freistoß ein. Mit drei Treffern in fünf Spielen führt er zugleich die interne Torschützenliste an und hat eine Torgefahr entwickelt, die man so von ihm aus der 2. Liga noch nicht kannte.

    Die 3. Liga ist kein Rückschritt

    Dass er noch ein Jahr in Karlsruhe spielt, mag auf den ersten Blick verwundern, ist jedoch alles andere als ein Rückschritt. Nach Abgängen von erfahrenen und gestandenen Profis wie David Jarolim, Mladen Petric und Paolo Guerrero geht der Umbruch bei den "Rothosen" rasant weiter. Ob ein 18-Jähriger mit einem halben Jahr Profi-Erfahrung so die optimale Entwicklung nehmen könnte, durfte bezweifelt werden.

    In Karlsruhe ist er gesetzt, als Spieler aus der eigenen Jugend Publikumsliebling und mit dem klaren Ziel Aufstieg auch sportlich gefordert. Die Zeit in der vermeintlich schwachen 3. Liga wird ihm neben der Spielpraxis auch das nötige Rüstzeug verschaffen, mit dem er es in zwölf Monaten in der 1. Liga beim Hamburger SV schaffen wird.

    Von Christoph Volk

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