Karl-Heinz Rummenigge und Bernd Dürnberger können es nicht fassen: Trotz dreier Elfmeter verlor der FC Bayern 1978 …
Pokal-Blamagen gibt es immer wieder. Die wohl berühmteste Geschichte der deutschen Fußball-Historie ist das Aus des FC Bayern gegen Vestenbergsgreuth in der 1. Runde der Saison 1994/1995. Im Zuge der ersten Runde der laufenden Saison präsentierten wir Ihnen beginnend mit jenem legendären Spiel fünf blamable Pleiten der jüngeren Vergangenheit.
Doch auch vor Vestenbergsgreuth gab es bereits Amateur-Teams, die Bundesligisten aus dem Pokal kegelten:
23. September 1978: Bayern München - VfL Osnabrück 4:5 (3:3)
Schon Ende der 1970er Jahre standen die Münchener im Mittelpunkt, als Osnabrück in der zweiten Runde die große Überraschung gelang. Der Fast-Absteiger der damals noch zweigleisigen 2. Bundesliga setzte sich vor 8.500 Zuschauern mit 5:4 durch. Das Kuriose an dieser Partie: Dem FC Bayern reichten drei Elfmeter nicht, um die Partie für sich entscheiden. Gerd Müller verwandelte alle drei, doch Osnabrück schlug immer wieder zurück.
Die Spieler des VfL Osnabrück feiern ihren fulminanten Sieg im Olympiastadion
28. August 1983: SC Göttingen 05 - Eintracht Frankfurt 4:2 (3:1)
Die Frankfurter Eintracht reiste im Spätsommer 1983 bereits mit einer leichten Krise nach Göttingen. Ohne Sieg standen die Südhessen nach drei Spieltagen auf Rang 15 der Bundesliga-Tabelle. Nun sollte beim Oberligisten der Befreiungsschlag gelingen. Doch als Joachim Jüriens im Frankfurter Tor bereits nach 18 Minuten zum dritten Mal einen Ball aus dem eigenen Netz fischen musste, war auch dieses Spiel bereits früh verloren.
24. Oktober 1987: Viktoria Aschaffenburg - 1. FC Köln 1:0 (0:0)
In der Bundesliga wurde die Saison 1987/88 für den 1. FC Köln ein Erfolg: Auf Tabellenplatz drei schlossen die Geißböcke die Spielzeit ab. Doch im Pokal war schon in der 2. Runde Schluss. In Aschaffenburg sorgte Uwe Höfer sieben Minuten vor Spielende für den Knock-Out des haushohen Favoriten und ließ den bayerischen Oberligisten jubeln. Nach einem 1:0-Sieg in Kassel erreichten die Aschaffenburger anschließend sogar das Viertelfinale, wo aber gegen Werder Bremen (1:3) die Segel eingeholt werden mussten.
04. August 1990: FV 09 Weinheim - Bayern München 1:0 (1:0)
Vor der WM 1990 wurde der FC Bayern überlegen deutscher Meister, doch nach dem großen Triumpf der Nationalmannschaft in Italien durchlebten die Münchener zunächst eine Krise. Noch vor dem ersten Bundesliga-Spieltag reiste das Team von Meister-Trainer Jupp Heynckes nach Weinheim, um die Pflichtaufgabe in der ersten Pokalrunde zu erfüllen. Doch nach 28. Minuten zeigte Schiedsrichter Berthold Schneider auf den Elfmeterpunkt, und kurz darauf segelte Bayern-Keeper Raimond Aumann in die falsche Ecke: Thomas Schwechheimer hatte ihn verladen und das 1:0 erzielt. Laudrup, Effenberg, Strunz, Reuter, Kohler, Augenthaler und Co. liefen anschließend vergebens dem Rückstand hinterher.
Aumann springt nach links, aber Schwechheimer verwandelt im anderen Eck
01. Dezember 1992: Hertha BSC II - 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
Die Amateure von Hertha BSC wurden in der Saison 1992/93 zur gefeierten Pokal-Sensation. Als erstes und bisher einziges Reserve-Team eines Profi-Klubs marschierten die sogenannten "Hertha-Bubis" selbstbewusst bis ins Finale. Erst dort mussten die Berliner durch ein Tor von Ulf Kirsten eine Niederlage hinnehmen. Das 2:1 gegen Andreas Köpke und seine Nürnberger im Viertelfinale war auf dem Weg zum Endspiel der wohl beeindruckendste Erfolg - und der überraschendste ohnehin.
