Die Bundesliga-Saison ist bereits in die Geschichtsbücher eingetragen, das nächste Highlight des Fußball-Sommers steht vor der Tür. Das DFB-Pokalfinale zwischen dem Rekord- und dem amtierenden Meister elektrisiert die Massen. Einmal kam es bereits zu diesem Aufeinandertreffen: 2008 war es Luca Toni, der in der Verlängerung den 2:1-Erfolg der Münchner sicherstellte. Ein spannendes Endspiel, aber für die High Five DFB-Finalmomente reicht es nicht...
1. Zweitligist sticht Konkurrenz aus
Offenbach zeigt es den etablierten Klubs
Im Jahr 1970 stürmte Zweitligist Kickers Offenbach zum ersten Pokalerfolg einer unterklassigen Mannschaft. Im selben Jahr stieg der "OFC" in die Bundesliga auf und bestritt das Finale kurioserweise mit der Bundesliga-Elf. Aufgrund des WM-Starts am 31. Mai fanden die Partien ab dem Achtelfinale in der neuen Saison statt, wurden aber der vorherigen zugerechnet. So wurde Winni Schäfer in einem Jahr Meister mit Borussia Mönchengladbach und Pokalsieger mit Kickers Offenbach.
2. Finale als Stadtderby
Zum ersten und bisher einzigen Mal in der Geschichte des DFB-Pokals kamen im Jahr 1983 beide Finalisten aus einer Stadt. Im Müngersdorfer Stadion traf der 1.FC auf Fortuna Köln. 61.000 Zuschauer sahen wie Pierre Littbarski die Geißbock-Elf zum 1:0-Sieg gegen den Stadtrivalen schoss.
3. Turban-Tor für die Ewigkeit
Der FC Bayern München lag im DFB-Pokal-Endspiel 1982 gegen den 1. FC Nürnberg zur Halbzeit mit 0:2 im Rückstand, zudem hatte sich Stürmer Dieter Hoeneß eine Platzwunde am Kopf zugezogen und spielte mit einem Turban weiter. Die Bayern gaben nicht auf und drehten die Begegnung im zweiten Durchgang. In der 89. Minute schraubte sich Hoeneß nach oben, wuchtete das Leder per Kopf zum 4:2-Endstand ins Netz und sorgte für ein unvergessenes Bild der Fußball-Historie.
4. Bubis stürmen ins Finale
"Der Pokal hat seine eigenen Gesetze", lautet die Weisheit Nummer eins in Bezug auf den DFB-Pokal. In der Spielzeit 1992/93 bewahrheitete sich dies wie nie zuvor. Über die Stationen SGK Heidelberg, VfB Leipzig, Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Chemnitzer FC zogen die Hertha-Bubis, wie man das Team um den späteren Nationalspieler Carsten Ramelow nannte, ins Pokalfinale im heimischen Olympiastadion ein. Den Titeltraum der Amateure beendete Ulf Kirsten mit seinem Kopfballtreffer in der 77. Minute - der Sieger der Herzen kam an diesem Tag aber aus Berlin.
5. Netzer bringt sich selbst
Im Finale 1973 treffen die Rivalen vom 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach aufeinander. Gladbachs Trainer Hennes Weißweiler lässt seinen Spielmacher wegen dessen anstehenden Wechsel zu Real Madrid auf der Bank schmoren. Die Partie geht in die Verlängerung - Netzer nimmt das Zepter in die Hand und wechselt sich selbst ein. Keine drei Minuten später erzielte er mit seinem zweiten Ballkontakt den Siegtreffer. Mit dem Pokalsieg verabschiedete sich der exzentrische Superstar nach Spanien.
Sebastian Kunze




