Roberto di Matteo und Didier Drogba - jubeln sie am Samstag in München?
Hallo Fußballfreunde,
der FC Chelsea hat mit Didier Drogba im Champions-League-Finale gegen Bayern München einen ganz besonderen Trumpf auf seiner Seite. Drogba ist jemand, der bei solch wichtigen Spielen zu Hochform aufläuft und den Unterschied machen kann.
In der Liga habe ich ihn wegen seines Verhaltens oft kritisiert. Aber man muss ihn als Spieler, seine Leistung und seinen Kampfgeist bei wichtigen Matches einfach respektieren. Man weiß, dass er ein Spiel entscheiden kann. Und je mehr sich ein Spiel dem Ende nähert, desto größer wird das Gefühl, dass - wenn noch jemand die Entscheidung herbeiführt - er es sein wird. In den letzten zwanzig Minuten eines Spiels erwacht etwas in ihm zum Leben, das den Gegenspieler häufig genug zu Fehlern provoziert.
Nur mit seiner Nationalmannschaft, der Elfenbeinküste, scheint das nicht zu klappen. Aber im Verein ist er unaufhaltbar. In England hat er gerade einen Rekord aufgestellt, als er in vier verschiedenen FA-Cup-Endspielen getroffen hat - wer in Finals trifft, hat mentale Stärke.
Sperren nicht spielentscheidend
Einige der stärksten Chelsea-Spieler sind für das Finale gesperrt: Terry, Ivanovic und Ramires. Aber man darf nicht vergessen, dass Chelsea eine wirklich starke Ersatzbank hat. Sie haben Essien, Malouda, Sturridge oder Torres. Gegen Barcelona haben sie auch nach Terrys Platzverweis mit zehn Mann ein großartiges Match gespielt.
Ich glaube nicht, dass die Sperren spielentscheidend gegen Chelsea sein werden. Es ist ein Handicap, aber bei Bayern fehlen ja auch ein paar Spieler. Und ein Finale ist sowieso etwas Einzigartiges. Es ist ein ganz besonderes Match an einem ganz besonderen Tag, das man gewinnen muss. Wenn Chelsea nun zehn Spiele ohne die Gesperrten absolvieren müsste, wäre ich skeptisch, aber es ist ja nur ein einziges und dazu noch ein Finale.
Chelsea ist eine Pokalmannschaft
Eines könnte den "Blues" im Hinterkopf herumspuken: Chelsea muss gewinnen, um nächste Saison in der Champions League spielen zu können. Doch wenn das Spiel erstmal läuft, ist das nur noch zweitrangig. Man sieht den Pokal und will nur noch eins: Ihn in den Händen halten und mit nach Hause nehmen. Um das zu erreichen, muss man das Spiel gewinnen, also konzentriert man sich nur darauf.
Der Verein hat eine unsichere Zeit hinter sich, mit durchwachsenen Ergebnissen, und wir reden hier von einem Klub mit gewaltigen finanziellen Mitteln. Da es sich um ein erfahrenes Team handelt, wissen die Spieler, wie sie darauf reagieren müssen. Sie verfallen nicht in Panik.
In der Premier League sind sie als Sechster weit von der Spitze weg gewesen. Also war es eine mittelmäßige Saison für sie. Aber sie sind zu einer Pokalmannschaft geworden. Sie können vielleicht keinen Marathon gewinnen, dafür aber einen Sprint. Am entscheidenden Tag so fokussiert zu sein, eine außergewöhnliche und unvorhersehbare Leistung abzurufen, das ist die Stärke der Mannschaft.
Bis demnächst,
Euer Arsène Wenger
