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    Um Reifenbreite

    Mit Vollgas zur Premiere

    Kittel rast von Sieg zu SiegKittel rast von Sieg zu Sieg

    Überraschungen? Nein, die Vergabe der Wildcards für die Tour 2012 war die wohl selbstverständlichste Wahl seit richtig vielen Jahren.

    Aus deutscher Sicht aber macht das die Entscheidung nicht schlechter, NetApp hat ja mit der Einladung zum Giro schon seinen großen Coup gelandet.

    Jetzt können wir uns also auf die frisch neubenannte Argos-Truppe freuen, in der ja gefühlt mehr Deutsche fahren als in der ganzen WorldTour zusammen. Und die Tour-Premiere von Marcel Kittel garantiert noch mehr Spannung in den Sprintduellen - Cavendish, Greipel und Co. müssen sich warm anziehen gegen den mit Vollgas zu seiner Tour-Premiere heranstürmenden neuen Sprint-Star.

    Deutsches Sextett am Start?

    Dazu kommt ein John Degenkolb, der in Frankreich seit seinen Siegen bei der Dauphiné bestens bekannt ist und mit seinem Freund eine gefürchtete Doppelspitze bilden könnte. Nicht zu vergessen Patrick Gretsch, heißer Außenseiter für einen starken Prolog in Lüttich, Simon Geschke, dessen Etappen-Coup beim Critérium International 2011 die ASO nicht vergessen hat, Routinier Johannes Fröhlinger (2009 Dritter in Arcalis) oder Dominic Klemme, der 2011 beim GP Le Samyn damals den ersten Sieg der Supertruppe Leopard holte.

    Es wäre also keine Überraschung, wenn bei Argos mehr als die Hälfte der Tour-Starter aus Deutschland käme - doch das Team hat noch mehr zu bieten. Und auch das hat die ASO sicher mit berücksichtigt. Was bei uns östlich des Rheins selten bemerkt wird, sind die starken Franzosen im niederländischen Rennstall.

    Hoffnungsträger Geniez

    Neben den Allroundern wie Yann Huguet oder Thierry Hupond ist das insbesondere Alexandre Geniez, der zu den großen Rundfahrt-Hoffnungen im Land zählt. Der 23-Jährige war schon 2010 Zweiter einer schweren Route du Sud, gewann 2011 eine Etappe der Österreich-Rundfahrt und kam unter die Top 5 bei der Tour du Luxemburg, der Murcia-Rundfahrt, dem Critérium International und dem Circuit de la Sarthe.

    Das Tour-Debüt des starken Bergfahrers wird in Frankreich ähnlich gespannt erwartet wie jenes von Thibaut Pinot (FDJ), der mindestens genauso hoch gehandelt wird und zum Auftakt in Lüttich sogar erst 22 Jahre alt wäre.

    Alte Recken & neue Namen

    Neben Argos war die Entscheidung für die drei französischen Mannschaften Europcar, Cofidis und Saur ebenfalls nur eine Formsache. Niemand hatte sich in den bisherigen Rennen so aufdrängen können, dass er zum Tour-Kandidaten geworden wäre, auch die motivierte Truppe von Bretagne-Schuller nicht (die von der ASO aber zu diversen Rennen eingeladen wurde).

    So gibt es das von den Fans ersehnte Wiedersehen mit den Helden des Juli 2011, Thomas Voeckler und Pierre Rolland - die von der Konkurrenz diesmal aber vom ersten Tag an eng beschattet werden dürften. Ob Björn Thurau dazu bei der starken Konkurrenz ins Tour-Aufgebot der Publikumslieblinge berufen wird, ist mächtig fraglich - es wäre eine richtig große Überraschung.

    Bei Cofidis kann man eine bunte Mischung um den mal grandiosen, mal kränkelnden Rein Taaramäe, Frankreich-Rückkehrer Remy di Gregorio, das kleine Kraftpaket Samuel Dumoulin - und vielleicht sogar zum Karriereausklang noch einmal David Moncoutié erwarten.

    Auch Saur-Sojasun ist mehr als nur ein Lückenfüller: Jérôme Coppel richtet nach Rang 14 bei seiner Premiere im Vorjahr den Blick weiter nach oben im Tour-Klassement, Neuzugang Brice Feillu will nach einem Seuchenjahr wieder an seine Tage im Bergtrikot 2009 anknüpfen und Julien Simon hat seine Klasse soeben erst mit zwei Etappensiegen bei der Katalonien-Rundfahrt unterstrichen.

    Dass also Überraschungen und Kontroversen bei den Wildcards ausblieben, muss diesmal wirklich nicht bedauert werden. Die vier Teams bringen genügend Fahrer mit, die im Rennen selbst für eine Menge Überraschungen sorgen können. Und darauf kommt es doch letztlich an.

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