Um Reifenbreite
  • Wenn Teil 1 des großen "Nichts-ist-tabu- Interviews" noch eine ordentliche Bergetappe mit ein paar saftigen Anstiegen war, kann ich Teil 2 fast nur als lockere Trainingsfahrt sehen.

    Lance Armstrong, so mein Fazit, geht als klarer Punktsieger aus dem Gespräch hervor - er konnte seine Botschaft unters Volk bringen, während viele Fragen letztlich offen blieben. Von "Hart aber fair" bewegte sich die Sendung immer mehr Richtung "Vera am Mittag" und "Verzeih mir".

    Kinder müssen draußen bleiben!

    Oprah blieb im 2. Teil vieles schuldig – sie ließ ihn ausweichend antworten, stellte die offensichtliche

    Weiterlesen »Von Todesstrafe, Dämonen und viele offene Fragen
  • Die große Beichte blieb aus, die schonungslose Enthüllung fand nicht statt, der Versuch, die Meinungshoheit zurückzuerobern, scheiterte. "Außergewöhnliche Vorwürfe", belehrte Lance Armstrong einst seine wenigen mutigen Ankläger, benötigten "außergewöhnliche Beweise".

    Umgekehrt kann man nun sagen: Ein so extremer Betrug wie der seine, begleitet von massiver, jahrelanger Terrorisierung aller Gegner und Lügen gegenüber Millionen Krebskranken, denen er Hoffnung gab, erfordert eine "außergewöhnliche Entschuldigung".

    Ja, er hat sich entschuldigt. Ob man diese Entschuldigung annimmt, muss jeder

    Weiterlesen »Von Armstrong: Beichte? Blödsinn!
  • Prudhomme gibt die Richtung vor"Doping ist der Feind - nicht der Radsport, noch weniger die Tour!"

    Christian Prudhomme war es ernst mit dieser Botschaft zum Auftakt der Tour-Präsentation.

    Zumindest schien es so - energisch unterstrich der Franzose, dass der Radsport gefälligst endlich einen "Kulturwandel" schaffen solle.

    Den Wunsch nach einem solchen Wandel spreche ich Prudhomme nicht ab, doch wo bleiben neben den engagierten Worten die Taten?

    Der 51-Jährige ist ein absoluter Medien-Profi, war viele Jahre selbst einer der wichtigsten Sportjournalisten im Lande. Er weiß genau, was seine früheren Kollegen nun hören wollen

    Weiterlesen »Von Feigheit vor dem “Feind”?
  • "Lance Armstrong hat keinen Platz im Radsport - er muss vergessen werden."

    Da macht es sich Pat McQuaid als Präsident des Weltverbandes UCI doch ein wenig einfach. Zur Hälfte stimme ich dem Iren völlig zu - aber der zweite Teil ist grundverkehrt.

    Armstrong darf auf keinen Fall vergessen werden - sein Fall muss Abschreckung und Mahnung sein. Je mehr man über den Texaner, seine Methoden und Machenschaften weiß, desto besser.

    Dazu gehört auch, dass er durchaus von der UCI im Laufe seiner Karriere bevorzugt behandelt sein könnte - aber dass auch dieser Protektionismus seine (späten) Grenzen hat.

    Weiterlesen »Von Armstrong: Kannste vergessen?
  • Man solle sich besser "anschnallen", hatte Tyler Hamilton gewarnt. Man werde "30 mal mehr" erfahren, als man bisher wisse, hatte Travis Tygart, Boss der USADA angekündigt.

    Sie haben nicht übertrieben.

    Der 10. Oktober 2012 wird Sportgeschichte schreiben - noch nie wurde eine solche Menge an Informationen über die schmutzige Kehrseite des Radsports öffentlich präsentiert.

    26 Zeugen, darunter 15 Top-Radfahrer, elf davon Teamkollegen von Armstrong. Aussagen unter Eid, zahllose Emails, Unmengen an Belegen, Daten, Hintergründen.

    Alles liegt auf dem Tisch - jeder kann sich selbst ein Bild machen.

    Weiterlesen »Von Blut, Betrug, Lügen & “Schumi”

Seitenumbruch

(188 Artikel)

Andreas Schulz

Selber seit Ende der 70er ohne Stützräder unterwegs, ist Andreas Schulz durch das packende Finale der Tour 1989 mit dem Radsport-Virus infiziert. Für Eurosport war er erstmals 2001 vor Ort bei der Tour im Einsatz und informiert seitdem auf eurosport.yahoo.de die User über das internationale Renngeschehen. Seit 2007 gehört er auch zum Kommentatoren-Team für die Tour de France, berichtet hier im Juli täglich von der "grande boucle" – und schreibt den Rest der Saison regelmäßig über die Höhepunkte und Tiefschläge aus der Radsportwelt.