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    “Wollnys EM”: Nasri und die Mamas

    Haltet die Schnauze!-Nasris Privat-Fehde ist eskaliertHaltet die Schnauze!-Nasris Privat-Fehde ist eskaliert

    Irgendwie sind die doch nicht mehr ganz dicht ...

    "Les Bleus" machen ihrem Namen wieder fragwürdige Ehre und sorgen für Negativ-Schlagzeilen. Dank Samir Nasri.

    Eigentlich war die französische Nationalmannschaft bei dieser EM auf Wiedergutmachungstournee.

    Die "Schande von Knysna" bei der WM 2010 hatte schließlich das ganze Land erschüttert und war im Anschluss in einem nationalen Politikum eskaliert. Deshalb stand die Nationalelf bei der EURO unter besonderer Beobachtung, die Öffentlichkeit war sensibilisiert.

    Und nun tickte Nasri aus und sorgte für eine Fortsetzung der französischen Real-Life-Soap "Leck mich, Knigge!".

    Twitter: "Ja, es stimmt."

    Frankreich war von Spanien zuerst in den Schlaf und dann aus dem Turnier gepasst worden. Damit hatte sich allerdings nur die Vorhersage bewahrheitet. Und es gab schon Gegner, die sich mit weitaus weniger Gegenwehr von den iberischen Edel-Anästhesisten durch narkotisierende Ballstafetten hypnotisieren ließen.

    Arbeitsverweigerung wie in Südafrika konnte man der Mannschaft jedenfalls nicht vorwerfen. Der Skandal ist der eines Einzelnen. Nasris üble Verbalinjurie war persönlicher Natur.

    Rund eine Dreiviertelstunde nach Spielende kursierte das Gerücht über den Eklat. Ich twitterte Maxime Dupuis ungläubig an: "Maxime, hat euch Nasri gerade empfohlen, euch selbst und eure Mütter zu f ....?".

    Mein Kollege von Eurosport Frankreich antwortete nur fünf Minuten später aus den Katakomben der Dombass Arena von Donezk: "Ja, Michael, es stimmt. Ich war dabei." Und dann an seine Follower: "Je ne vous répéterai pas ce que Samir Nasri a dit dans la zone mixte. Par respect pour les enfants."

    Keine Wiedergabe der Aussage, aus Respekt vor Minderjährigen.

    Aus Respekt vor der Mutter?

    Mit seinem rhetorischen Kniff brachte Maxime seine Unfassbarkeit zum Ausdruck, über einen Eklat mit Vorgeschichte. Denn Nasri hatte bereits beim 1:1 gegen England für Wirbel gesorgt. Nach seinem Ausgleich war er auf die Pressetribüne zugerannt, hatte den Zeigefinger über die Lippen gelegt und: "Ferme ta gueule!" gebrüllt. "Halt die Schnauze!"

    "Das war an die französische Presse gerichtet und nicht an die, die mich nicht kritisiert haben", erklärte er später und nannte speziell die "L'Equipe" als Ziel seines Unmuts:

    "Meine Mutter ist krank, und wenn sie lesen muss, dass ihr Sohn eine Flasche ist, ist das heikel."

    Nun muss sich Nasri die Frage stellen, inwieweit es zur Genesung beiträgt, wenn die eigene Mutter liest, wie ihr Sohn über andere Mütter spricht.

    Große Jungs? - Von wegen ...

    Frankreich macht sich einmal mehr die Probleme selbst. Denn ohne Zweifel hat erst die gegenseitige Antipathie zwischen Nasri und der "L'Equipe" zum brachialen Rundumschlag gegen die komplette französische Presse geführt. Und auch das fragwürdige Verhalten eines Journalisten in der Mixed Zone, der Nasri nach einer pampigen Antwort geraten haben soll, sich zu verziehen, trägt seinen Teil zum vergifteten Klima bei.

    Die wüste Beschimpfung rechtfertig das indes nicht. "Wenn er ein Problem mit Journalisten hat", meinte Laurent Blanc noch vor dem Spanien-Spiel, "ihr seid große Jungs, regelt das unter euch."

    Das taten beide Seiten nun - wie pubertierende Halbstarke.

    Fazit zu Tag 16: So etwas geht auch stilvoller, Freunde der Sonne ...

    Bis morgen!

    Michael

    Folgt mir auf Twitter: @Michael_Wollny

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