Di 24.Mai. 14:43
Liebe eurosport.yahoo.de-User,
ich freue mich sehr, nun ein Mitglied der Blogger-Gemeinde von Eurosport zu sein. Viele werden sich nun fragen, was ein Wintersportler im Sommer zu erzählen hat?! Ich kann dazu nur sagen: Einiges, lasst Euch überraschen!
Den Biathleten geht es gut: Vier Monate Saison und acht Monate Pause. So könnte man denken. Doch es gibt den schönen Spruch, dass der gute Biathlet im Sommer "gemacht" wird. Während die deutschen Skijäger meist im April pausieren, kann ich von mir sogar erzählen, dass ich in den letzten Jahren eigentlich überhaupt keinen Tag ohne Training hatte.
Dabei weiß ich natürlich, wie wichtig es im Leistungssport ist, neben den Belastungs- auch auf Regenerationphasen zu achten. Denn der Körper braucht die Chance, sich im Erholungszustand auf die nächsten Anforderungen vorzubereiten. Während der Körper nach einer intensiven Belastung von 90 Minuten etwa 24 Stunden Regeneration benötigt, sind es nach einem intensiven Trainingslager bereits mehrere Tage, um die körperliche Leistungsfähigkeit wieder zu erhalten und einen Trainingsfortschritt zu erzielen.
Diese Angaben passen allerdings nur bei hundertprozentiger Gesundheit. Hat man einen Infekt, wie ich während der letzten Weltcup-Saison auskurieren musste, kommt es zwangsläufig zu einer Verlängerung der Regenerationsdauer um das Dreifache der üblichen Zeit.
Ricco spricht mir ins Gewissen
Deshalb musste ich im Januar in Ruhpolding bereits auf ein Rennen verzichten. Nach Anraten der Ärzte dann ebenfalls auf die beiden Übersee-Weltcups in den USA, da dies zu einer zusätzlichen Belastung des Immunsystems geführt hätte. Da die Erkrankung jedoch zu langwierig und die Regenerationsphasen trotz der Pausen zu kurz waren, konnte ich über den Rest der Saison nicht mehr an die Leistungen vom Weltcup-Auftakt in Östersund anknüpfen.
Erstmals in meiner aktiven Karriere habe ich deshalb in diesem Jahr eine dreiwöchige Erholungsphase eingelegt, zu der mir übrigens auch mein langjähriger Weggefährte Ricco Groß eindringlich geraten hatte. Diese Trainingspause tat mir sehr gut und ich konnte mich zielgerichtet und mit neuer Energie in die Saisonvorbereitung stürzen.
Kinder-Biathlon: Einfach toll!
Urlaub bedeutet Sonne, Strand, Meer… so kam es dann aber doch nicht. Nachdem ich an die Weltcup-Saison erst noch Starts bei den norwegischen Meisterschaften und einen Skitest für meinen Ausrüster Madshus anhängte, habe ich das weltgrößte Biathlonrennen für Kinder besucht. Ein wirklich tolles Erlebnis, im norwegischen Liatoppen 1050 Kindern ein Wochenende lang beim Biathlon zuzuschauen und dabei zu sehen auf welchem Weg sich der Nachwuchs befindet, das hat mich schwer beeindruckt.
Ein Thema, das meinen Landsleuten Ann-Kristin Flatland, Ronny Hafsås, Ola Vigen Hattestad und mir sehr am Herzen liegt und eine Menge Spaß und Freude bereitet. Auch das Tennisturnier BMW Open in München habe ich am 23. April mit meiner Frau Nathalie besucht und meinen neuen "Dienstwagen" in Empfang genommen. Ein super Auto, auf das ich sehr stolz bin.
Während ich mit diesem Geschoß 555 PS Antriebskraft genieße, kann ich mich auch sehr an einer Pferdestärke erfreuen: Crisi ist unser ganzer Stolz. Natalie hatte am 8. Mai in Meran mit ihr das erste Reitturnier.
Ob ein oder viele PS: Bewegung muss bei mir einfach sein. Einfach nur herumliegen, das könnte ich nicht. Aktive Erholung würde ich das nennen.
Sportliche Grüße,
Euer Ole Einar Björndalen
Schöner Artikel, sehr interresant. Wintersport verfolge ich seit 15 Jahren, seitdem sind Sie Herr Bjoerndalen der größte Sportler in diesem Bereich; vielleich sogar der Größte aller Zeiten. Alles gute fürs Sommertraining, ich hoffe sehr das Sie nächstes Jahr besser durch den Winter kommen und die Jungen noch mal plattmachen 
Ole Einar Bjoerndalen ist ein Vollprofi, durch und durch. Seine Einstellung zu seiner Sportart,
das kann sich jeder Sportler zum Vorbild nehmen.
Gleich mal aufgreifen, diese Sache, geehrte Ruhpoldinger und Oberhofer.
Ein Biathlon Wettkampf mit 1050 Kindern ! Jetzt weiß man,warum aus diesem relativ kleinen
Land, mit gerade mal 4,5 Millionen Einwohnern, der Strom von sehr guten Biathleten
die nachrücken, nie abreißt. Aktuell sieht man das an den jungen Weltklasse Biathleten
Svensson und Boe.
coooooooool!!! Ein Blog von König Ole, toll! Bitte schnell mehr davon.
Ole Einar, welche konkreten Ziele verfolgen Sie noch? Vielleicht den Weltcup-Sieg-Rekord zu knacken? Ich würde es Ihnen wünschen!
Viele Grüße
@ahabehe
welchen Weltcup-Sieg-Rekord? Den hat er doch schon längst. Ingemar Stenmark hat er doch überholt. Der hatte 86. Das nächste Ziel ist Weltcupsieg 100!
Er ist halt der perfekteste Sportler aller Zeiten. Einer für den es nur 100% gibt. Selbst bei fast perfekten Rennen erkannte er noch Chancen auf Verbesserung. Er hatte nie einen Skandal und ist ein toller Sportsmann. Weiter so!
Bitte Anmelden um einen Kommentar einzutragen