Wolfsburg (dpa) - Derzeit rennt der deutsche Fußball-Meister VfL Wolfsburg den eigenen Erwartungen hinterher. Trotz zweimaliger Führung und Dominanz über weite Strecken musste sich das Team von Coach Armin Veh am 11. Bundesliga-Spieltag gegen Mainz 05 mit einem enttäuschenden 3:3 (2:2) zufriedengeben.
«Wir sind maßlos enttäuscht», konstatierte Veh, nachdem er nach den Treffern von Obafemi Martins (7./20. Minute) und Zvjezdan Misimovic (64.) seine Mannschaft bereits auf der Siegerstraße gesehen hatte. So war es nicht Veh, sondern Gäste-Trainer Thomas Tuchel der ein zufriedenes Fazit zog. «Die Art und Weise, wie mein Team aufgetreten ist, macht mich stolz», meinte der 35-Jährige, der mit dem verdienten Punktgewinn einen weiteren Achtungserfolg verbuchen konnte. Vor 28 309 Zuschauern in der Volkswagen Arena trafen Chadli Amri (35.), Andreas Ivanschitz (41.) sowie Tim Hoogland (85.) für die Rheinhessen und verdarben den «Wölfen» die Generalprobe für das Champions-League-Gruppenspiel am 3. November bei Besiktas Istanbul.
Veh hatte in der Konstellation «Meister gegen Aufsteiger» sein Team klar auf Sieg eingestellt. Bereits nach 57 Sekunden hatte Misimovic die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an FSV-Schlussmann Heinz Müller. Besser machte es Grafite-Ersatz Martins. Nach einer punktgenauen Flanke von Misimovic köpfte der zuletzt gescholtene Nigerianer zur verdienten Führung ein.
Der formschwache Grafite saß nach seinem einwöchigen Heimaturlaub wie von Veh angekündigt nur auf der Tribüne. «Mir geht es gut und ich freue mich darauf, bald wieder ins Training einzusteigen», sagte der Torschützenkönig und bestaunte zunächst das temporeiche und kombinationssichere Spiel seiner Teamkollegen. Die Mainzer, denen Schiedsrichter Marco Fritz (Korb) ein Tor von Hoogland wegen Abseits verweigerte, konnten sich nur selten befreien. Folgerichtig fiel das 2:0. Einen genau getimten Steilpass von Edin Dzeko, an dem sonst das Spiel komplett vorbei lief, verwertete Martins sicher. Wenig später vergab er aber das 3:0. «Da hätten wir den Sack zumachen müssen», meinte Misimovic.
Doch die vermeintliche Sicherheit der komfortablen Führung ging für die Gastgeber nach hinten los. Beim Anschlusstreffer von Amri sah die Wolfsburger Abwehr ganz schlecht aus. Scheiterte Amri keine 60 Sekunden nach seinem Treffer noch an Benaglio, konnte Ivanschitz den Schweizer Nationalspieler überwinden. Bei seinem 25-Meter-Freistoß genau in den Winkel hatte Benaglio, der in der 29. Minute bei einer identischen Situation gegen Ivanschitz noch Sieger geblieben war, keine Chance.
Nach der erneuten Führung durch Misimovic schienen die Messen gesungen zu sein. Aber weit gefehlt: Die «Karnevals-Kicker» aus Mainz erwischten den VfL kurz vor dem Abpfiff erneut eiskalt. «Wir haben eine Riesenmoral bewiesen. Mit drei Toren beim Meister muss man eigentlich gewinnen», sagte Müller.


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