Ryder Cup - Kaymer will "Boom auslösen"
Eurosport - Di 31.Aug. 17:14:00 2010
Golfprofi Martin Kaymer hofft, mit seinem Triumph bei den US PGA-Championships und seinem Debüt beim Ryder Cup seinen Sport in Deutschland voranzubringen. "Ich will junge Leute für den Golfsport motivieren und würde mich freuen, wenn ich einen Boom auslösen könnte", sagte der Rheinländer.
"Wir haben ein starkes Team mit starkem Willen, den Titel zu holen. Ich würde mich sehr freuen, neben Tiger Woods am Tee zu stehen und gegen ihn zu spielen", so Kaymer.
Zwei Wochen nach dem größten Erfolg seiner Karriere gab sich Kaymer in der BMW Welt zurückhaltend. "Ich bin eigentlich ein normaler 25-Jähriger, auch privat ein eher ruhiger Typ. Ich bin einfach nicht der Typ, der auf dem Green ausrastet, aber vielleicht gehe ich ein wenig mehr bei dem Ryder Cup aus mir heraus", erklärte er, sagte aber auch: "Ich fühle mich in der Rolle des neuen Golfstars sehr wohl."
"Eine riesige Ehre"
Beim größten Team-Event der Golfer erst als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer vertreten zu sein, ist für Kaymer "eine riesige Ehre". Der stille Star aus Mettmann sagte vor dem Gipfeltreffen der europäischen und amerikanischen Asse: "Ein Traum geht für mich in Erfüllung. Ich durfte die Atmosphäre ja schon kennenlernen: Europäische Fans auf der linken, amerikanische Fans auf der rechten Seite wie im Fußballstadion. Mann gegen Mann, das ist der richtige Golfsport, finde ich, das macht mir großen Spaß."
Ein spezielles Vorbereitungsprogramm auf den Ryder Cup gebe es nicht. In der nächsten Woche spielt Kaymer die KLM-Open in Holland, dann trainiert er mit seinem Coach Günter Kessler in Neuss und danach alleine in seiner Wahlheimat Arizona.
Kaymer hätte gerne mit Langer gespielt
Gegen Titelverteidiger USA nicht von Europas Kapitän Colin Montgomery nominiert wurde Langer (Anhausen), mit dem Kaymer "gerne gespielt hätte". Der 53-Jährige war der erste Gratulant nach Kaymers erstem Major-Sieg in den USA in Kohler/Wisconsin. "Er hat mir um 02.33 Uhr deutscher Zeit auf die Mailbox gesprochen, er hat sich sehr für mich gefreut", berichtete der derzeit erfolgreichste deutsche Golfprofi. "Das ist eine große Ehre für mich, er hat mich damals zum Golf inspiriert. Aber man kann mich überhaupt nicht mit ihm vergleichen."
Es habe lange gedauert, so Kaymer, den Triumph nach nur vier Jahren auf der Tour zu realisieren. "Eigentlich habe ich das erst gestern Abend, als ich mir die Zusammenfassung im TV angesehen habe", sagte er. "Ich hatte nicht viel Zeit, die Trophäe zu betrachten. Meine ersten Worte zu meinem Manager nach dem Sieg waren: Ich weiß nicht, was gerade passiert ist, aber ich glaube, es ist etwas Großes."
Kaymer hofft auf einen Aufschwung hierzulande auch durch die deutsche Bewerbung für den Ryder Cup 2018. "Für mich wäre es das Größte, einen Ryder Cup in Deutschland zu spielen." Talente gebe es in Deutschland genug, meinte Kaymer, "aber man muss als Jugendlicher aus seinen Talenten etwas machen wollen und hart an sich arbeiten. Ich finde es schade, wenn jemand seine Chancen auslässt."




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