Tour de France - EPO! Astarloza gesperrt

Eurosport - Sa 01.Aug. 00:01:00 2009

Der Spanier Mikel Astarloza ist vom Radsport-Weltverband wegen Dopingverdachts mit sofortiger Wirkung gesperrt worden. Dem 29-Jährigen wurde nach Angaben der UCI bei einer Trainingskontrolle am 26. Juni, acht Tage vor Beginn der Tour de France, die Einnahme des Blutdopingmittels EPO nachgewiesen.

CYCLING mikel astarloza / foto imago - 0

Bei der Tour de France 2009 gab es keine positiven Proben, doch fünf Tage nach dem Ende auf den Champs-Élysées in Paris ist die Frankreich-Rundfahrt mit dem Thema Doping konfrontiert worden. Der Spanier Mikel Astarloza, der am 21. Juli die Bergankunft in Bourg-Saint-Maurice auf der 16. Etappe für sich entschieden hatte, ist vom Radsport-Weltverband wegen Dopingverdachts mit sofortiger Wirkung vorläufig gesperrt worden.

Dem 29-Jährigen wurde nach Angaben der UCI vom Freitag bei einer Trainingskontrolle am 26. Juni und damit acht Tage vor Beginn der Tour die Einnahme des Blutdopingmittels EPO nachgewiesen. Astarloza hatte die Tour als Elfter mit 14 Minuten und 44 Sekunden Rückstand auf seinen Landsmann, Gesamtsieger Alberto Contador vom Team Astana, beendet.

Warten auf die B-Probe

Der Weltverband war am Donnerstag vom Laboratorium der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) in Madrid von der positiven A-Probe Astarlozas informiert worden. Dem Fahrer vom Team Euskaltel-Euskadi droht nun die Streichung aus den Ergebnislisten. Es wird damit gerechnet, dass Astarloza die Öffnung der B-Probe beantragt. Der größte internationale Erfolg des Spaniers war 2003 der Gewinn der Tour Down Under in Australien.

Der wegen seiner enormen Leistungssteigerung in den Bergen unter Verdacht geratene Gesamt-Vierte Bradley Wiggins setzte unterdessen seine Ankündigung in die Tat um und veröffentlichte einige seiner Blutwerte. Sein Team Garmin verschickte am Freitag drei Tabellen mit den Werten für die Hämoglobinkonzentration und den statistisch ermittelten "Off Score Wert". Die Tabellen umfassen die Zeiträume der Saison 2008, der Vorbereitungsphase der Tour 2009 und die Frankreich- Rundfahrt selbst. Bei allen Werten liege der ehemalige Bahnrad-Fahrer deutlich unter den früheren Grenzwerten der UCI.

"Auf den ersten Blick schaut das sehr normal aus", erklärte der Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel. "Schwankungen sind mit Wettkampfbelastungen zu erklären. Da hat man bei bestimmten Radsportlern und Triathleten schon ganz andere Zahlen gesehen."

Konsequenzen seitens der UCI

Allerdings räumte der Biochemiker vom Nürnberger Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung ein, man kenne die Umstände nicht, unter denen die Werte zustande kamen. Unter anderem "wäre es hilfreich, auch die Angaben über die Retikulozyten zu erhalten", sagte Sörgel. Die Information über die Anzahl der jungen roten Blutkörperchen veröffentlichte das Team Garmin nicht.

Als Konsequenz aus den Dopingfällen bei der Tour 2008 hat die UCI die Dopingsperre des Italieners Riccardo Riccò verlängert und ausgeweitet. Der 25 Jahre alte Bergspezialist wurde bis zum 17. Juli 2010 gesperrt. Riccò war während der Frankreich-Rundfahrt vor einem Jahr positiv auf CERA getestet und von der französischen Anti-Doping- Agentur AFLD für zwei Jahre gesperrt worden. Dieselbe Strafe sprach auch das Italienische Olympische Komitee CONI aus, wogegen Riccò beim Internationalen Sportschiedsgerichtshof CAS klagte. Der Radprofi erreichte dort eine Reduzierung seiner Sperre auf 20 Monate.

Nach jenem Urteil des CAS hätte Riccò am 18. März 2010 und damit vor Beginn des Giro d'Italia wieder Rennen bestreiten können. Dieser Möglichkeit hat die UCI nun einen Riegel vorgeschoben. Der Weltverband weitete die Sperre zudem auf alle internationalen Rennen aus - die ursprünglich von der AFLD ausgesprochene Sperre galt nur für Rennen in Frankreich. Riccò kann nun erneut vor dem CAS Berufung einlegen.

TV-Tipp:

Verfolgen Sie die Vuelta a España ab dem 29. August hautnah mit allen 21 Etappen von Assen in den Niederlanden nach Madrid in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de.

dpa / Eurosport

Kommentare 57 - 76 of 76

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. das ist nur der erste. da kommen noch viele.

    Von Loewenherz, am Do 6.Aug. 8:41
  2. Ja Ja..... die so sauberen Radfahrer :)
    Ich lach mich­ schepp und auf die Ergebnisse des Medizin-Mülls der­ komischerweise erst nach der Tour de Doping gefunden­ wurden bin auch gespannt.
    Aber vermutlich verläuft mal­ wieder alles im Sand.

    Von DJ, am Mi 5.Aug. 15:53
  3. ASchlochi

    Von Pit, am Di 4.Aug. 19:21
  4. Oh, es war jemand gedopt - das hätte ich diesmal nicht­ für möglich gehalten - das sah doch alles so sauber­ aus. Wann begreifen es auch die Dümmsten? Die sind alle­ gedopt, mein Tipp hierzu: Bringt lieber mal eine­ Meldung zu ner sauberen Blutprobe, das erspart viel­ Arbeit.
    Ich bin selbst leidenschaftlicher Radfahrer und­ kann nur sagen, es ist jeder selbst dafür­ verantwortlich was er tut, es ist aber auch klar, dass­ ein ungedopter Fahrer niemals die Tour gewinnen wird,­ selbst in den 60er Jahren wurde schon gedopt -­ Sch...drauf, Hauptsache die Tour bleibt spannend. Und­ solange Pfizer und Bayer noch keine eigenen Teams ins­ Rennen schicken ist alles ja auch noch sehr unauffällig­ ;-)
    Eventuell könnte man ja jede Rundfahrt pro Jahr­ zweimal austragen, einmal für ungedopte Fahrer und­ einmal für gedopte, das Dumme wäre nur, dass keiner­ sehen will, wie jemand 4 Stunden am Galibier braucht,­ weil er kein EPO nimmt *lol*. Außerdem sieht Scharping­ auch aus wie ein Kunde von Fuentes, was kann man da­ schon erwarten...

    Von tobiasmatteis, am Di 4.Aug. 17:08
  5. ich wollt nur klar stellen die Probe wurde 8 Tage­ vorher genommen...
    Das dauert schon ne Weile bis die­ Ergebniss da sind ;)
    Und erwischt ham sen ja also is­ doch supi und damit hat sandy casar wenn ich mich­ richtig erinnere die Etappe gewonnen und wenn man noch­ an Fahrer glaubt die sauber fahren, dann ist er einer­ von denen.
    Schade das er nicht tatsächlich als 1. über­ die Ziellinie fahren durfte...
    Glückwunsch

    Man sieht­ die Dopingkontrollen bringen doch was...

    Von skapiert, am Mo 3.Aug. 20:37
  6. Die Streckenführung bei der Vuelta ist aber auch -­ Entschuldigung - manchmal unter aller Sau.­ Schnellstrassen, Bundesstrassen, Autobahnen und die­ Anstiege oft zu lange vorher gesperrt. Aber die­ Organisatoren haben ja Besserung gelobt. Ob allerdings­ die Idee, dies Jahr vier Etappen in Benelux laufen zu­ lassen der Weisheit letzter Schluss ist, wird man­ sehen. Ich finde, sie sollte mehr durch die Städte­ gehen, dann kommen auch die Leute. Aber logistisch wohl­ nicht so einfach realisierbar, wie bei der Tour. Da­ fehlt der finanzielle Background. Die ASO will aber­ einsteigen. Ausserdem ist die Akzeptanz bei den Fahrern­ natürlich nur gedämpft. Die wenigsten reissen sich noch­ ein Bein aus, nach Giro, Tour, den Klassikern und vor­ der WM.

    Von Mr. C, am So 2.Aug. 11:53
  7. @ elchicago100

    Weil du meintest dass Spanien so ein­ radsportbegeistertes Land sei. Immer wenn ich mal bei­ der Vuelta mal bei ner Bergankunft reingeschaltet hab,­ war da gar nix los. Höchstens ein paar Leute die im­ Zielbereich rumlungern. Nur beim Angliru war immer was­ los, denen fehlen halt auch solche Klassiker wie Alpe­ 'd Huez, Galibier, Tourmalet etc. Beim Giro ises­ schon besser. Dieses Jahr bei der Tour in Barcelona­ war's ja auch ok, weil's halt die Tour ist. Die­ geht auch nicht zur Hälfte über Autobahnen =) Richtig­ radsportverrückt scheinen mir nur die Basken zu sein,­ was man ja wieder schön am Tourmalet sehen konnte.

    Von harry.morgan, am So 2.Aug. 1:46
  8. elchicago100

    sorry, I do not understand what you mean­ with 12-1. can you explain to me. thank you.

    Von keep_quiet30, am So 2.Aug. 0:34
  9. @ keep_quiet30: 12:1 musst die spanier nicht wirklich­ bedauern......keine so schlechte bilanz

    Von Alex, am Sa 1.Aug. 23:55
  10. @ mr c: deine argumentation hat was für sich. zumindest­ jemand der der sich inhaltlich mit dem thema­ befasst...

    @ harry morgan: wie kommst du auf sowas?­ natürlich kann man die vuelta nicht mit der tour­ vergleichen (im übrigen kein anderes rennen). wenn du­ gesagt hättest auf flachetappen ist wenig zu sehen­ okay. aber bei bergetappen? etwas verwunderliche­ aussage und was hat das mit doping zu tun?

    Von Alex, am Sa 1.Aug. 23:53
  11. armes spanien, aber fuentes hat auch antidepressiva..!

    Von keep_quiet30, am Sa 1.Aug. 21:37
  12. @ elchicago100

    Warum ist dann bei der Vuelta das­ Zuschauerinteresse, auch an den Anstiegen, gegen Null?

    Von harry.morgan, am Sa 1.Aug. 21:30
  13. @ elchicago100
    natürlich nicht nur die spanier. die­ hatten nur pech, das fuentes in aller munde war und­ eben auch iberer. gedopt wird quer über den kontinent.­ sogar in ländern, die ansonnsten kaum medikamente für­ die bevölkerung haben. und den zusammenhang zwischen­ radfahren und radsport sehe ich weniger. in deutschland­ wird radsport ja nicht nur auf der strasse, sondern­ auch auf der bahn und im gelände betrieben. und­ international durchaus erfolgreich. ausserdem, wenn der­ vergleich stimmen würde, dann müsste china alles­ abräumen. dort fahren 700 millionen menschen täglich­ mit dem rad. so viele talente lassen sich doch wohl­ kaum übersehen. gottlob wissen die chinesen noch nicht­ genau, wie die tour funktioniert. sonst gnade den­ etablierten gott.

    Von Mr. C, am Sa 1.Aug. 21:23
  14. immer die spanier?
    einigt euch mal! werden keine­ spanier erwischt, dann heisst es, die kontrollieren­ ihre eigenen leute nicht, wenn sie erwischt werden­ (übrigens ist es der achte dieses jahr der vom madrider­ labor überführt wird) heisst es, "siehste alle­ spanier sind gedopt". na was nu? in spanien wird­ gedopt! JA! nicht mehr und nicht weniger als hier und­ woanders. findet euch damit ab das ihr keine rassische­ überlegenheit habt, auch wenn ihr euch zudopt.­ deutschland war nie eine radnation und wird es nie­ werden. fahrt mal im sommer über spanische­ landstrassen, dann werdet ihr sehen wieviele dort mit­ der rennmaschine unterwegs sind. kein vergleich zu­ deutschland. und aus dieser masse kommen nun mal­ genügend talente.....ganz einfach. alles andere ist­ ignoranz und neid!

    Von Alex, am Sa 1.Aug. 21:08
  15. Breizh wie siehst mit Österreich aus? Das ORF ist­ ausgstiegen keine Live Übertragung mehr. Daran sind­ natürlich "wir" schuld auch ich als Schweizer­ und nicht der ganze Dopingklüngel im Radsport.
    Es­ lohnt sich doch mal den Staff der Pro Teams­ durchzukauen: Hier die die bewiesener Massen selber­ gedopt haben aus dem 2009 Kalender

    Ag2r-La Mondiale ­ BIONDI, Laurent (Sportdirector)
    BBOX BOUYGUES­ TELECOM ROUS, Didier (Team Manager)
    CAISSE­ D'EPARGNE STEPHENS, Neil (Ass. Team Manager) ­
    COFIDIS, LE CREDIT EN LIGNE BOYER, Erik (Manager) ­
    EUSKALTEL - EUSKADI GONZALEZ DE GALDEANO, Igor­ (Team Manager)
    Française Des Jeux MADIOT, Marc­ (Manager / Team Manager)
    QUICK STEP LEFEVERE,­ Patrick (General Manager) VAN SLYCKE, Rik (Team­ Manager)
    Silence-Lotto SERGEANT, Marc (Sports­ Manager)
    TEAM COLUMBIA - HIGH ROAD ALDAG, Rolf­ (Team Manager) HOLM, Brian (Ass. Team Manager) ­
    TEAM MILRAM HENN, Christian (Team Manager)
    TEAM­ SAXO BANK RIIS, Bjarne (Manager / Team Manager)

    Die­ TeamÄrzte lassen wir aussen vor es würde den Rahmen­ sprengen und schockieren. Auch die grosse Anzahl an­ Leuten in Staffs von denen man es weiss es aber keine­ Positive Probe oder eigenes Geständnis gibt.

    wie Zb­ die des von Mauro Gianetti geführten Pro Teams Fuji an­ der Tour 09 ausgeschlossen wegen der Vorfälle um­ Ricco,Piepoli und Mayo 08 als es noch Saunier-Duval­ hiess die Namen ändern die Leute dahinter bleiben die­ gleichen. als Fahrer schon fast Tod an der Tour de­ Romandie vom Rad gefallen. Die Ärzte die ihm per­ Notoperation das Leben retteten sagten ein paar Monate­ später bei einem Vortrag aus das er auf Grund von­ Doping und welchem in den Zustand kam. Gianetti­ bedrohte darauf seine Lebensretter der Klinik mit­ Millionenklagen. Das war der Dank dafür dass er noch­ lebt. Solchen Leuten gehören heute die Pro Teams.

    Die­ Bösen sind immer die Fahrer. Kein Arzt wurde je wie­ eine Sau durchs Dorf getrieben.

    Von azur_55, am Sa 1.Aug. 19:15
  16. Hauptsache The Chicken Rasmussen macht nächstes Mal­ mit, da geht der Punk ab!

    Von harry.morgan, am Sa 1.Aug. 17:34
  17. Wieso immer nur die Spanier? Abgesehen davon ist­ Astarloza Baske. Es gibt genug Doper aus anderen­ Ländern.
    Zum Beispiel: Sinkewitz Jaksche Schuhmacher­ Kohl Pfannberger Rebellin Di Luca Ricco Piepoli Landis­ Hamilton Kascheschkin Winokurov etc. ........

    Von u.pharsim, am Sa 1.Aug. 15:51
  18. Ullrich war sowas von dedopt dieses Missding!!¨¨

    Von Pit, am Sa 1.Aug. 15:32
  19. @azur_55: Wann begreift ihr es endlich, dass ihr die­ TdF nicht von Deutschland aus demontieren könnt? Doping­ bei der TdF gibt es seit der ersten Austragung. Von­ einem Verkauf der TdF durch die ASO habe ich noch­ nichts gehört und auch nichts ergooglen können, da­ interessierte mich dann schon Mal die Quelle. Und noch­ etwas: ca. 500 000 Zuschauer am MV sprechen eine völlig­ andere Sprache. Wieviele Dumpfbacken vor der deutschen­ Glotze sitzen ist echt nachrangig.

    Von Breizh V, am Sa 1.Aug. 15:32
  20. Es wäre während der Tour bekannt geworden schon in den­ ersten Tagen und damit die Rundfahrt zur Farce­ verkommen.

    Die Tour wäre fast soweit gewesen dass sie­ verkauft worden wäre nach dem letzten Jahr einer der­ sein Interesse bekundet hat sie zu kaufen war übrigens­ Lance Armstrong.

    Das präsentiert die UCI das Ergebnis­ lieber ein paar Tage nach Ende. Wer nun was gewonnen­ hat weiss man sowieso frühstens im Herbst wenn einige­ Tests für neue Medikamente dann hoffentlich stehen.­ Kann aber noch länger dauern bis es einen Test für zb­ ein Medikament dass wie Epo wirkt und 2011 auf den­ Markt kommt da ist.

    Von azur_55, am Sa 1.Aug. 14:05
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