Eurosport - So 31.Mai. 16:21:00 2009
Der Brite Gary Paffett hat Mercedes im zweiten Saisonrennen der DTM den ersten Sieg beschert. Der 28-Jährige gewann auf dem Eurospeedway Lausitz nach einer bravourösen Vorstellung vor seinem Markenkollegen Bruno Spengler aus Kanada. In der Gesamtwertung führt jetzt Timo Scheider mit 12 Punkten.
Nach einer strategischen Meisterleistung feierten der Brite und der Kanadier Spengler einen Doppelerfolg. Für die noch beim Auftakt in Hockenheim dominierende Audi-Flotte war vor 75 000 Zuschauern nicht mehr als Rang drei für den Schweden Mattias Ekström drin. Titelverteidiger Timo Scheider (Altach) wurde im Audi hinter dem Briten Paul di Resta (Mercedes) Fünfter und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Der von der Pole Position gestartete Audi-Fahrer Mattias Ekström aus Schweden musste sich mit Platz drei begnügen. Der Däne Kristensen, der im Audi das Auftaktrennen in Hockenheim gewonnen hatte, verpasste diesmal die Punkteränge.
Wiedergutmachung gelang eindrucksvoll
"Wir wussten, dass wir ein gutes Auto haben und waren sicher, dass wir zurückkommen können", sagte Paffett erleichtert. Das Desaster beim Saisonstart vor zwei Wochen hatte das Mercedes-Team sichtlich gewurmt, die Wiedergutmachung gelang eindrucksvoll. "Sie waren heute stark. Wir haben über das Rennen nicht ganz die Pace der Mercedes gehen können", räumte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ulrich ein. Vor allem der dänische Auftaktsieger Tom Kristensen erlebte ein völlig verpatztes Wochenende, verpasste die Punkteränge und fiel hinter Scheider (12 Punkte) auf Rang zwei der DTM-Wertung zurück.
Punktgleich mit Kristensen liegt nun Paffett in Lauerstellung. Der Brite, der schon 2005 den Titel in der DTM gewann und im vergangenen Jahr Testfahrer beim Formel-1-Team McLaren-Mercedes war, ließ sich auch von einer Strafversetzung nach der Qualifikation am Samstag nicht beirren. Von Startplatz sieben fuhr Paffett ein nahezu perfektes Rennen, die Mercedes-Crew wählte zudem die richtige Boxenstopp-Taktik und konnte sich am Ende über den ersten DTM-Sieg seit September 2008 freuen.
Audi mit dem besseren Start
Dabei schien zunächst wieder alles für Audi zu laufen. Ekström erwischte einen starken Start, Mike Rockenfeller (Altnau) ließ im Vorjahres-Audi auf den ersten Metern den von Platz zwei gestarteten Mercedes-Fahrer Paul di Resta (Großbritannien) hinter sich. Weil di Resta danach hinter Rockenfeller fest hing, konnte Ekström einen komfortablen Vorsprung herausfahren. Doch während der Schwede jeweils früh für seine beiden Stopps an die Box ging, blieben Paffett und Spengler lange auf der Strecke und legten ein enormes Tempo vor.
Ekströms Rückstand wuchs zur Rennmitte immer weiter, nach ihrem zweiten Reifenwechsel kamen seine beiden Rivalen deutlich vor dem zweimaligen DTM-Champion zurück auf den Kurs. Nach 52 Runden auf der 3,478 Kilometer langen Strecke fuhr Paffett in 1:10:01,572 Stunden seinen insgesamt elften DTM-Sieg ein, gut eine Sekunde vor Spengler und mehr als 14 Sekunden vor Ekström.
Nur Blech für Audi
Die geschlagenen Audi hatten zudem gleich mehrere Blechschäden zu beklagen. Nach knallharten Positionskämpfen mussten der Rosenheimer Martin Tomczyk, Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) und Katherine Legge (Großbritannien) ihre Gefährte früh abstellen. Auch Kristensen und Mercedes-Fahrer Mathias Lauda (Österreich) beschädigten ihre Autos bei einer Rempelei. Die Aufholjagd von Ralf Schumacher (Kerpen), der wegen eines Motorenproblems vor der Qualifikation das Rennen von ganz hinten aufnehmen musste, endete auf Platz zehn.
Kommentare 1 - 1 of 1
Eine absolut brillante Strategie bring Paffet den Sieg- Hochachtung vor dieser Leistung- und alle Fahrer auf den aktuellen 2099er-Wagen müssen sich mit ihren Renningenieuren in Grund und Boden schämen, dass es einem Jahreswagen gelungen ist sie einfach so zu übertölpeln.
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