Giro d'Italia - Di Luca vergibt letzte Chance auf Giro-Sieg

Eurosport - So 31.Mai. 10:57:00 2009

Von wegen Kampf bis zum letzten Meter: Danilo di Luca hat auf der vorletzten Giro-Etappe den möglichen Sprung ins Rosa Trikot verpasst. Der Italiener kam nicht zum erhofften Tagessieg und konnte keine Zeit auf Spitzenreiter Denis Menchov aufholen. Den 20. Abschnitt sicherte sich Philippe Gilbert.

CYCLING 2009 Tour d'Italie Denis Menchov Danilo Di Luca - 0

Der Belgier attackierte im Finale unwiderstehlich und holte den ersten Erfolg für sein Silence-Team beim Jubiläums-Giro. Zwei Sekunden hinter ihm kam Thomas Voeckler ins Ziel, weitere fünf Sekunden später führte Stefano Garzelli die Gruppe der Favoriten über die Linie.

Damit waren die Zeitgutschriften weg, auf die sich di Lucas Hoffnungen gerichtet hatten. Der LPR-Kapitän hatte aber zu keinen Zeitpunkt am knapp drei Kilometer langen Schlussanstieg eine Attacke auf Menchov versucht, sondern schien schon resigniert zu haben.

Menchov narrt di Luca

Nicht ganz ohne Grund: Denn Rivale Menchov hatte seinem Verfolger zuvor am Zwischensprint eine kleine Lektion erteilt. Mit großem Aufwand hatte das LPR-Team erst eine Ausreißergruppe rechtzeitig zu dieser Vergabe von Bonussekunden eingeholt und dann di Luca lanciert. Aber die Italiener hatten die Rechnung ohne den Russen gemacht - Menchov trat frühzeitig an und fuhr vor di Luca über die Linie. Damit baute er seinen Vorsprung um zwei Sekunden aus, der Masterplan von LPR war gescheitet. Dass ihr Sprintstar Petacchi den Sprint gewann, spielte keine Rolle.

"Als ich gesehen habe, wie sich LPR aufreiht, wollte ich mein Glück versuchen", erklärte Menchov, "ich dachte: Wenn Sie Krieg wollen, bin ich bereit. So einen Sprint habe ich zum ersten Mal in meiner ganzen Karriere gemacht. Den Giro habe ich aber noch nicht gewonnen."

Nichts vorzuwerfen hatte sich di Luca: "Ich habe alles versucht, aber natürlich wäre ich gerne im 'maglia rosa' in Rom angekommen. Normalerweise bin ich lieber Dritter als Zweiter, aber diesmal mache ich eine Ausnahme."

Milram-Angriffe ohne Fortune

Angesichts seiner Stärke im Kampf gegen die Uhr dürfte nur noch ein Defekt oder Sturz den zweifachen Sieger der Spanien-Rundfahrt um seinen ersten Giro-Triumph bringen. Denn zum Abschluss der Rundfahrt steht ein Zeitfahren durch Rom auf dem Programm, in dem Menchov den Vorsprung noch ausbauen sollte.

Auf den 203 Kilometern nach Anagni hatten zuvor auch die Milram-Fahrer noch einmal versucht, sich ihren ersten Etappensieg bei diesem Giro zu holen. Doch die früh ausgerissene Gruppe mit Sprinter Robert Förster wurde nach rund 150 Kilometern an der Spitze gestellt. Danach blieb ein Angriff von Markus Fothen, der sein Glück mit dem Russen Pavel Brutt (Katusha) versuchte, ohne Erfolg. Lance Armstrong kam mit rund anderthalb Minuten Rückstand ins Ziel, verteidigte aber seinen 12. Gesamtrang.

TV-Tipp:

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Andreas Schulz / Eurosport

Kommentare 1 - 2 of 2

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  1. ja da hast du schpon teilweise recht

    Von p.fox45, am So 31.Mai. 8:24
  2. Hallo Heiko! Die Aussagen im Eurosport-Artikel sind­ schon richtig. Klar kommt heute noch das Zeitfahren,­ aber Menchov ist nun einmal der bessere Zeitfahrer als­ di Luca. Das hat man ja im vorigen Zeitfahren gesehen­ ...

    Von Richard, am So 31.Mai. 8:24
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