Eurosport - Di 31.Mrz. 16:21:00 2009
Ein Finale wie in einem Actionfilm. Zwei Jägerinnen, die ein Ziel verfolgen - die Krone des Gesamtweltcups. Die meiste Zeit gleichauf, doch am Ende hat die Glücklichere zugeschnappt. Helena Jonsson reichte bei Punktgleichheit ein Sieg mehr als Kati Wilhelm, um die große Kugel zu erobern.
Seite an Seite standen Wilhelm und Jonsson beim alles entscheidenden vierten Schießen, die letzten fünf Patronen der Saison im Magazin. Der Tagessieg war Nebensache, es ging um alles - es ging um die große Kristallkugel für die beste Biathletin.
Doch dann versagten dem deutschen "Rotkäppchen" die Nerven. Während die 24-jährige Schwedin auch ihre Schüsse 16 bis 20 voll ins Schwarze traf, musste Wilhelm zwei Strafrunden drehen und hatte die große Kugel wortwörtlich verschossen. Der schwedische Teamchef Stefan Eklund erklärte: "Wir hatten uns immer auf ein einzelnes Rennen konzentriert, aber heute kam es auf jeden einzelnen Schuss an."
"Beim letzten Schießen war ich total nervös. Zum Glück habe ich nicht gesehen, dass Kati zwei Scheiben verfehlt hat bis ich fertig war. Hätte ich ihre Fehler bemerkt, hätte ich wahrscheinlich auch nicht getroffen", schilderte Jonsson die dramatischen Sekunden.
"War nicht stark genug"
Für Wilhelm reichte es damit zum dritten Mal nur zu Platz zwei im Gesamtweltcup, die Enttäuschung war der 32-Jährigen anzusehen. "Ich werde erstmal einen Frusttrunk nehmen", sagte Wilhelm, fügte aber sofort danach hinzu: "Dann werde ich richtig feiern. Ein zweiter Platz punktgleich mit der Siegerin ist doch auch nicht so schlecht." Aber ärgerlich. Denn ein Fehler weniger und Wilhelm wäre nicht auf Platz sechs, sondern auf dem fünften Rang gelandet und hätte damit genug Punkte gesammelt, um sich am Ende zur "Biathlon-Königin" zu krönen.
Doch natürlich zählen hätte, wenn und aber nicht. Darüber war sich auch Wilhelm im Klaren: "Zwei Tage voller Unkonzentriertheiten haben mein Gesamtergebnis kaputt gemacht." Gleichzeitig sah sie sportlich fair ein, dass Jonsson am Ende doch die Stärkere war: "Es ist natürlich ärgerlich, wenn man so nahe dran ist. Ich habe versucht, alles zu geben. Aber ich war nicht stark genug. Helena hat verdient den Weltcup gewonnen."
"War für Strafrunde zu müde"
Für die junge Jonsson war es ein Sieg der Jugend über die Erfahrung. Doch von Unbekümmertheit oder Lockerheit war nichts zu sehen - auf beiden Seiten. Sowohl Jonsson als auch Wilhelm hatten zum Saisonfinale plötzlich ungewohnte Schwächen gezeigt. Der Druck schien beide Läuferinnen zu lähmen, die Schwedin wehrte sich jedoch besser dagegen. "Ich habe versucht, mich auf mein Schießen zu konzentrieren, nicht auf Katis Scheiben zu achten und keine Fehler zu machen. Ich wollte nicht in die Strafrunde, denn ich war zu müde", sagte Jonsson.
Die 24-Jährige ist nach Magdalena Forsberg die zweite Schwedin, die den Gesamt-Weltcup gewinnen konnte. Dennoch wagt sie nicht davon zu träumen, auf Augenhöhe mit Forsberg zu liegen: "Magdalena ist so beliebt in Schweden. Allein mit ihr in einem Satz genannt zu werden, ist ein gutes Gefühl."
Belohnung für frische Ideen
Trotz des verpassten Sieg im Gesamtweltcup war es für Wilhelm eine überaus erfolgreiche Saison, der nur die Krönung versagt blieb. "Es war eine phantastische Leistung von ihr", lobte Bundestrainer Uwe Müßiggang seine Athletin. Und Platz zwei im Weltcup ist für den "Rotschopf" die Belohnung für den Mut, auch im fortgeschrittenen Sportler-Alter noch einmal neue Wege zu gehen. Wilhelm hat die Trainer gewechselt, ihr Training verändert. Alles, um sich voller Elan auf die letzte große Herausforderung ihrer Kariere vorzubereiten: Olympia 2010 in Vancouver.
Ihr Mut hat sich schon bei der Weltmeisterschaft in Südkorea ausgezahlt. Mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen hat sie bewiesen, dass die Richtung stimmt. Und auch ohne die absolute Krönung auf eine tolle Saison kann sich Wilhelm freuen und nach dem Frusttrunk zu Recht feiern.
Kommentare 1 - 9 of 9
@ benno.schaefer
Was für ein dummer Kommentar. Wer so etwas schreibt, kann sich meines Erachtens aber nicht wirklich als Fan bezeichnen. Zum Glück sind wir nicht in der Formel 1, in der häufiger nicht der bessere, sondern der gewollte gewinnt. Über einen solch erschummelten Sieg hätte sich auch niemand und garantiert am wenigsten eine Kati Wilhelm gefreut. Der wäre im Endeffekt doch gar nichts wert gewesen, sondern hätte nur ihrer Reputation genau wie der von Andrea und der des Biathlons allgemein geschadet. Mit Helena Jonsson hat eine sympathische und faire Athletin den Weltcup verdient gewonnen.
Wenn sich Andrea von Platz 3 auf Platz 6 zurückfallen hätte lassen, wäre das aufgefallen. Wenn sie aber direkt vor Kati gewesen wäre, hätte sie mit Sicherheit langsam gemacht, und Kati überholen lassen, aber so hat sich bestimmt versucht, Helena noch einzuholen.. Hätte ja auch funktionieren können. Aber hätte,wäre, wenn, es sollte halt nicht sein.. Helena hatte einfach die besseren Nerven, dafür ist aber Kati die Gewinnerin der Herzen!!!!!
hallo
es war ein tolles rennen und ein tolles ergebniss, so ein weltcup wird nicht im letzen rennen entschieden, sondern in vielen vorher.
nichts destotrotz es war zwischenzeitlich toll wie drei unsere mädels vorne rum- getobt sind...
Was ist mit Henkel ?
Ist die teaminterne Rivalität so groß, dass sie sich noch einmal verausgaben musste, nur um
vor Kati im Ziel zu sein ?
Vielleicht sollten die Mädels den Kopf aus dem Sand nehmen und sich ein Beispiel an der
Formel 1 nehmen. Da passiert so ein Fauxpas ganz selten. Es gewinnt immer der Richtige im
Team, mit Betonung auf Team !
Wir Fans sind sehr enttäuscht !!!
ich denk bei solch flachgeistigen Kommentaren nur an Dieter Nuhr: wenn man keine ahnung hat, einfach mal die Schnauze halten. In einer Demokratie darf man eine eigene Meinung haben, man muss nicht
@guido s: was hier manchmal für Kleingeister unterwegs sind, ist schon bemerkenswert. Können nix, wissen nix, aber reden mit.......CU
wirklich schade das nur eine gewinnen konnte . Mein Respekt Glückwunsch gilt beiden
Es ist schade für Kati aber Sie hat es locker weggesteckt, weil Sie ja auch die gleiche Möglichkeit hatte wie Helena Jonsson.
Das es Kati so super aufgenommen hat nach diesem sehr guten Wettkampf ist lobenswert von Kati und gibt Ihr weiterhin die Chance es wieder zu versuchen. Klasse Kati für das hervorragende Jahr und dafür hast Du ja die Medaillien die in meinen auch sehr wertvoll sind zum richtigen Zeitpunkt fit zu sein.
Weiterhin alles Gute Kati
ES WAR EINE SUPER GEILES UND SPANNENDES FINALE UND MIT HELENA JOHNSEN HAT
AUCH EINE COOLE BIATHLETIN UND SPORTLICH FAIRE ATHLETIN GEWONNEN
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