China Open - Eine Packung für den Titelverteidiger

Eurosport - Di 31.Mrz. 20:49:00 2009

Eine derbe 0:5-Niederlage für Titelverteidiger Stephen Maguire, das bittere Aus für den chinesischen Volkshelden Ding Junhui und ein Wahnsinns-Comeback von John Higgins waren die Schlagzeilen am zweiten Tag der China Open.

SNOOKER stephen maguire - 0

Vorjahressieger Maguire fand nie zu seiner Form und bekam von Dave Harold prompt die Höchststrafe. Ding Junhui wurde in China wieder einmal mit dem Druck nicht fertig und unterlag seinem Landsmann Xiao Guodong, einem Wildcard-Spieler, mit 3:5. John Higgins dagegen drehte ein 0:4 gegen Anthony Hamilton noch um und setzte sich mit 5:4 durch.

Dave Harold begann gegen Stephen Maguire mit Stil: Schon in Frame eins schoss der Routinier dem Titelverteidiger eine 115 um die Ohren. Maguire war in diesem Frame nur ein einziges Mal am Tisch gewesen. Danach ließ das Tempo zwar nach, aber der Schotte bekam kein Bein an die Erde. In Frame fünf schien Maguire immerhin noch einen Ehren-Frame holen zu können, doch nach 50 Punkten musste er den Tisch wieder verlassen. Harold behielt seine weiße Weste, als er pink und schwarz (als Fluke) lochte.

Mehr als dreieinhalb Stunden Spielzeit

Ding Junhui wirkte gegen Xiao Guodong, der die Rückkehr auf die Maintour für die nächste Saison schon in der Tasche hat, von Anfang an wieder einmal gehemmt. Lediglich in Frame drei zeigte er mit seiner 127 seine Klasse. Zur Pause aber führte der 20-jährige Xiao mit 3:1. Nach dem Interval teilten sie sich die nächsten beiden Frames. Im achten Durchgang hatte Ding einen Tag vor seinem 22. Geburtstag die große Chance, einen Entscheidungsframe zu erzwingen. Doch er verschoss grün. Xiao räumte die restlichen Farben ab und gewann nach mehr als dreieinhalb Stunden reiner Spielzeit auf die letzte schwarze.

John Higgins schien es zunächst wie Stephen Maguire zu ergehen. Zur Pause lag der zweifache Weltmeister mit 0:4 hinten. Nach Wiederbeginn aber drehte der "Wizard of Wishaw" so richtig auf und stürmte mit Breaks von 50, 92, 88, 60 und 54 Punkten doch noch zum Sieg. Mit 5:4 setzte sich auch Neil Robertson gegen Gerard Greene durch. Zur Pause führte Robertson bereits mit 3:1, doch die ersten drei Frames nach der Pause gingen an den Nordiren. Der schaffte dabei mit 134 und 118 sogar zwei Centuries in Folge und übernahm so mit 4:3 erstmals die Führung. Doch Robertson behielt die Nerven und sicherte sich doch noch das Ticket für das Achtelfinale.

Ein neues höchstes Break bei den Open

Welsh Open Champion Ali Carter knüpfte an die meisterliche Form von Newport an. Er ließ Nigel Bond mit 5:0 keine Chance. Ricky Walden brillierte bei seinem 5:2 über Joe Perry mit einer 140, dem neuen höchsten Break der China Open. Sicher erreichte auch Ryan Day mit 5:2 über Jamie Cope die Runde der letzten 16, nachdem es zur Pause noch 2:2 gestanden hatte. Mehr Mühe als das Ergebnis verrät hatte dagegen Peter Ebdon trotz seiner 138er-Breaks bei seinem 5:3 über Tang Jun. In einem Match der Qualifikationsrunde setzte Robert Milkins seinen Siegeszug fort und warf nach Liang Wenbo nun auch Welsh Open Finalist Joe Swail aus dem Rennen.

Rolf Kalb / Eurosport

Kommentare 1 - 6 of 6

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  1. Den Pausentee vom Higgins will ich auch haben!

    Die­ Chinsesen machen mir langsam Angst. Wenn der Liang­ Wenbo auch noch Kontrolle zu seinem Lochspiel­ hinzulernt und der Ding Junhui seine Nerven in den­ Griff kriegt, dann spielen die beiden in einer anderen­ Liga.
    Ich fürchte in 2-4 Jahren könnte es im Snooker­ ähnlich aussehen wie im Tischtennis. China, China,­ China und dann der Rest...
    Für reine Snookerästheten­ mag das eine tolle Vorstellung sein, weil das Niveau­ nochmal nach oben gehen wird, aber mir als altem­ Europäer blutet da das Herz, chinesische­ Meisterschaften mit internationaler Beteiligung muss­ ich nicht haben.

    Von Tut Nichts Z, am Do 2.Apr. 9:21
  2. Vier Frames aufzuholen, ist für Higgins ja nichts­ Neues. Das trainiert und verleiht Routine :)

    Von Uschi, am Mi 1.Apr. 22:35
  3. die WM hat ihre eigenen gesetze und und DIng Junhui ist­ nie abzuschreiben. aber ja wird schwer werden. außerdem­ mag ich den eh nicht so.

    Von Mo V, am Mi 1.Apr. 13:37
  4. Paul Hunter (Gott hab ihn selig) hatte bei allen 3­ Masters-Titeln im Finale aussichtslos zurückgelegen. Im­ Snooker entscheidet meist die Psyche denn technisch­ haben sie es auf der Tour alle drauf (sonst wären es­ keine Profis). Ich freue mich, dass Neil Robertson die­ Nerven behalten hat denn Favoritenstürze gabs ja schon­ genug.

    Von wikinger, am Mi 1.Apr. 12:46
  5. Und da soll noch mal einer sagen einen Rüchstand von 4­ Frames ist nicht mehr aufzuholen. Im Snooker ist nichts­ unmöglich.
    Weiter so John.

    Von marvin.stams, am Mi 1.Apr. 10:05
  6. Diese Saison ist für Ding ja noch schlechter als die­ letzte. Dass es bei der WM nochmal besser wird glaub­ ich nicht. :(
    Higgins war wirklich krass heute, schade­ für Maguire.

    Von Christian B, am Mi 1.Apr. 9:59
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