Eurosport - Mo 31.Mrz. 17:42:00 2008
In Gelsenkirchen bereitet man sich akribisch auf das Mega-Duell in der Champions League gegen den FC Barcelona vor. Vom Platzwart bis hin zum Profifußballer - die Aufregung ist groß. Aber: Schafft Schalke 04 eine Sensation oder erwartet die Fans wieder spielerische Magerkost?
Noch herrscht Ruhe um die Veltins-Arena. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Partie gegen die Katalanen auf Hochtouren. Die Kiebitze im Trainingsgelände des Gelsenkirchener Klubs spüren ebenfalls eine "angespannte und sehr aufgeregte Stimmung" bei den Profis, die in ihren Augen eine gewohnt selbstbewusste Körperhaltung präsentieren. Profis eben!
In Karlsruhe ging die "Generalprobe" jedoch gründlich daneben. Zwar waren die Schalker mit dem Punktgewinn noch einigermaßen zufrieden, aber das Fehlen gänzlicher Spielkultur stieß bei vielen übel auf. "Wir haben zu wenig für die Offensive getan. Wir Stürmer haben echt schlecht ausgesehen", ärgert sich Kevin Kuranyi auch Tage später über die wenigen Tormöglichkeiten gegen den KSC. Sein Wunsch gegen Barca geht da natürlich in eine andere Richtung: "Vorne müssen wir agiler werden und unsere Chancen erarbeiten."
Dieser Wunsch könnte gegen das spanische Starensemble zur Realität werden, denn schließlich reist der Gast nicht für ein 0:0 an. "Wir wollen nach vorne spielen und mit dem einen oder anderen Tor eine sehr gute Ausgangslage für die Rückrunde schaffen", posaunt Stürmer Samuel Eto'o im Vorfeld.
Für Schalke-Stürmer Vicente Sanchez ist die Spielweise der Katalanen ein Glücksfall, denn er sieht durch die offensive Gangart von Barcelona auch für sein Team große Möglichkeiten. "Die Spanier spielen einen technisch erstklassigen Fußball und sind von der Mentalität her keine Mannschaft, die sich hinten rein stellt. Wenn wir uns geschickt anstellen, dann können wir die sich bietenden Lücken nutzen."
Optimierung der Chancenauswertung
Ein Konterspiel im eigenen Stadion - der Zweck heiligt nun einmal die Mittel. Und gegen Barca bekommt man sicher keine allzu großen Torchancen. "An diesem Tag wäre eine 100-prozentige Chancenauswertung sehr erstrebenswert", wünscht sich auch Rechtsverteidiger Rafinha. Ein unrealisierbarer Wunschtraum?
"Das Offensivspiel ist derzeit nicht gut. Die Bindung zu den Stürmern ist einfach nicht optimal", analysiert Trainer Mirko Slomka die sportliche Situation ganz nüchtern. Der Auftritt in Karlsruhe dürfe lediglich eine Eintagsfliege sein, denn "gegen Barcelona werden Nachlässigkeiten sofort bestraft", mahnt der Schalker Cheftrainer. Doch auch Slomka kommt nicht umhin, eine gewisse Aufregung zu betonen: "Mit Barcelona kommt ein Top-Team. Natürlich freue ich mich auf diese Begegnung."
Remis als Minimal-Ziel
Doch trotz der jüngsten Schwächen in der "Offensive" - am Dienstag kommt es vielmehr auf die Abwehrarbeit um Kapitän Marcelo Bordon an. Schon ein torloses Remis sei für die Königsblauen ein erstrebenswertes Ziel. "Mit solch einem Ergebnis kann ich gut leben. Dann geht es halt im Rückspiel richtig rund", meint Bordon.
Für dieses Minimal-Ziel sei höchste Konzentration in der Viererkette notwendig, erklärt der Brasilianer, denn "Barcelona kommt mit einem Super-Sturm, da muss man mental jede Sekunde hellwach sein". In der Liga ist Schalke auf einem Platz, der in der nächsten Saison die Champions-League-Teilnahme garantiere würde - und beim aktuellen Wettbewerb will man noch über den 9. April hinaus dabei sein.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Bordon, Krstajic, Westermann - Asamoah, Ernst, Kobiaschwili, Pander - Kuranyi, Altintop
FC Barcelona: Victor Valdes - Zambrotta, Puyol, Milito (Thuram), Abidal - Xavi, Yaya Touré, Iniesta - Bojan, Eto9o, Henry
Schiedsrichter: Vassaras (Griechenland)
Aus Gelsenkirchen berichtet Hakan Uzun / Eurosport