Snooker-Blog - Spieler & Fans im Tempodrom gefordert

Di 31.Jan. 13:08:00 2012

Übermorgen geht es los im Tempodrom. Die zweite Auflage des "neuen" German Masters. Und wie vor jedem der Top-Turniere steht auch hier die Frage im Raum, wer denn am Ende den Pokal bekommt.

GERMANY, Berlin : Welsh Mark Williams plays the ball during a German Masters snooker final match against British Mark Selby (unseen) on February 6, 2011 in Berlin - 0

Übermorgen geht es los im Tempodrom. Die zweite Auflage des "neuen" German Masters. Und wie vor jedem der Top-Turniere steht auch hier die Frage im Raum, wer denn am Ende den Pokal bekommt.

Und wie immer werden sicherlich alle Vorhersagen über den Haufen geworfen werden. Trotzdem glaube ich, dass der Sieger am Ende wieder aus dem Kreis der üblichen Verdächtigen kommen wird. Die besonderen Verhältnisse im Tempodrom werden sicher eine Rolle spielen, und da haben die mit einer besonderen Match-Härte einen Vorteil.

Natürlich kann Mark Williams den Titel verteidigen. Bei einer Nummer zwei der Weltrangliste braucht man da nicht lange nachzudenken. Der Erfolg aus dem Vorjahr gibt ihm mit Sicherheit weiteren Auftrieb. Aber er hat es schwer. Läuft alles programmgemäß (was es natürlich nie tut) trifft er im Viertelfinale auf Ding Junhui oder Stephen Lee. Im Halbfinale könnte dann sogar Ronnie O'Sullivan oder Neil Robertson warten. Bei O'Sullivan weiß man nie, was einen erwartet, und Robertson hat seine Match-Härte ja gerade erst bei seinem Triumph beim Masters unter Beweis gestellt.

In der unteren Hälfte des Turnierbaums wird sich auch Mark Selby viel vorgenommen haben. Der stand schließlich nicht nur im Vorjahr im Finale, sondern er ist auch die Nummer eins der Rangliste. Aber so richtig heiß wird es im unteren Viertel. Da könnte es nämlich schon im Achtelfinale zu einer Wiederauflage des Finales der UK Championship zwischen Judd Trump und Mark Allen kommen. Und der Sieger könnte dann auf Stephen Maguire oder John Higgins treffen. Da ist wirklich Feuer drin. Weltmeister Higgins ist in dieser Saison ja sehr schwer in Fahrt gekommen, aber zuletzt zeigte seine Formkurve deutlich nach oben. Ob es schon für den ganz großen Wurf reicht bleibt natürlich abzuwarten.

Aber für mich stehen nicht nur die (zugegeben reizvollen) sportlichen Fragen im Vordergrund. Das German Masters hat im Premieren-Jahr 2011 Maßstäbe gesetzt. Die ganze Snooker-Welt saß staunend vor den TV-Geräten. Ein bisschen war es wie bei der Fußball-WM 2006, als die Welt ebenso über Deutschland gestaunt hat. Im Vorjahr waren die Festtage im Tempodrom der Beweis, dass die Rede vom Snooker-Boom in Deutschland kein Mythos ist. Und alle hatten glänzende Augen — vorneweg Turniersieger Williams. Diesen Eindruck gilt es nun zu bestätigen — und das ist vielleicht sogar noch viel schwerer. Aber nur, wenn das German Masters erneut mit einer besonderen und einzigartigen Atmosphäre überzeugt, kann es sich langfristig etablieren und seinen Stellenwert eventuell sogar steigern. Da sind die Fans gefordert. Aber auf die ist Verlass — daran habe ich keinen Zweifel. Vielleicht sehen wir uns ja auch in Berlin.

Herzliche Grüße

Ihr / Euer Rolf Kalb

Eurosport

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