Eurosport - Do 31.Jan. 21:51:00 2008
Der Hamburger SV befindet sich in Lauerstellung. Der Bundesliga-Dritte macht Druck auf Werder Bremen und Bayern München in der Meisterschaft, UEFA Cup und DFB-Pokal. Das Ziel: Mindestens ein Titel. Es wäre das famose Vermächtnis für den am Saisonende scheidenden Trainer Huub Stevens.
Das ist neu:
An drei Namen müssen sich die Fans in Hamburg gewöhnen: Anton Putsilo (der 20-Jährige wurde bis zum 31.12.2008 von Dinamo Minsk ausgeliehen), Perspektiv-Spieler Mamadi Keita (kam von den Blackburn Rovers) und Vadis Odjidja-Ofoe. Der erst 18-Jährige wechselte vom belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht an die Elbe. "Vadis ist ein junger Spieler, der über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt und bereits Verantwortung auf dem Platz übernimmt", lobt Sportchef Dietmar Beiersdorfer die Neuerwerbung schon jetzt. Ob er dem Klub jedoch sofort weiterhilft, bleibt dahingestellt. Der Youngster, der sich ausgezeichnet mit Vincent Kompany versteht, soll langsam integriert werden. Abgänge verzeichnete der Bundesliga-"Dino" in der Winterpause keine. Dennoch stehen mittelfristig die Zeichen bei Miso Brecko und Mario Fillinger auf Abschied, deren Verträge im Sommer auslaufen. Insgesamt setzt Trainer Stevens immer noch auf Disziplin und seine taktische Formation mit nur einer echten Spitze.
Aktuelle Lage:
Es bleibt beim Alt-Bewährten: Stevens arbeitet weiter akribisch daran, nach 1987 endlich wieder einen Titel an die Elbe zu holen. Und eines wird momentan mehr als deutlich: Das Umfeld und die Spieler lechzen geradezu danach. Stark macht sie das Bewusstsein, dass sowohl die Meisterschaft, der DFB-Pokal und der UEFA Cup greifbar sind. "Wir wissen, dass wir etwas erreichen können", hat Mittelfeldspieler David Jarolim betont. In der Vorbereitung auf die Rückrunde hat sich vor allem Maxim Choupo-Moting aufgedrängt. Beim 3:0 im Achtelfinale gegen RW Essen lief der 19-Jährige von Beginn an auf und überzeugte als Stürmer. Auch Piotr Trochowski agierte zuletzt stark und hat im Kampf um einen Stammplatz Romeo Castelen erstmal in die zweite Reihe befördert.
Außerhalb des Platzes bastelt Beiersdorfer tatkräftig am HSV der Zukunft. Klar ist: Huub Stevens verlässt den Verein aus privaten Gründen und wechselt zum PSV Eindhoven, Spielmacher Rafael van der Vaart zieht es wohl ins Ausland. Ein neuer Star wird erst verpflichtet, wenn der neue Coach feststeht. Im Pool der Kandidaten derzeit: Fred Rutten (Twente Enschede), Jürgen Klopp (FSV Mainz), Bruno Labbadia (Greuther Fürth) und Christian Gross (FC Basel).
Ausblick & Prognose:
Drei Titel sind noch drin. Und mindestens einer ist realistisch. Auch wenn beim Thema Meisterschaft und UEFA Cup der FC Bayern München wohl ein Wörtchen mitzureden hat, ist der HSV mittlerweile gefestigt genug, dem großen Favoriten zumindest gefährlich zu werden. Außerdem liebäugeln die Hamburger offen mit einem Einzug ins DFB-Pokalfinale. Auch HSV-Boss Bernd Hoffmann legt die Messlatte hoch: "Wir wollen in diesem halben Jahr etwas gewinnen. Etwas mehr als die Dubai Football Challenge. DFB-Pokal, UEFA Cup, Meisterschaft - das ist eine Chance, wie wir sie seit 20 Jahren nicht mehr hatten."
Daniel Rathjen / Eurosport