Eurosport - Fr 30.Okt. 12:12:00 2009
Der Weltradsport-Verband UCI hat sich gegen Vorwürfe der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD gewehrt, bei der vergangenen Tour de Fance Anti-Doping-Regeln eklatant verletzt zu haben. AFLD-Chef Pierre Bordry, der der UCI unkorrektes Vorgehen angekreidet hatte, sei "fehlinformiert und boshaft".
Von Bevorzugungen der Profis der Astana-Mannschaft von Lance Armstrong und Toursieger Alberto Contador kann laut UCI keine Rede sein. Beim Astana-Team, in dem auch Andreas Klöden fuhr, seien 81 Kontrollen vorgenommen worden. Das hätte zehn Prozent aller Tests entsprochen, stellte der Dachverband in einem 12 Seiten-Schreiben fest. Der umstrittene siebenfache Toursieger Armstrong sei bei seinem Comeback "mehr als andere" kontrolliert worden.
Die AFLD hatte beispielsweise bemängelt, dass die Astana-Profis zum Tour-Auftakt in Monte Carlo eine Stunde Zeit gehabt hätten, um sich auf eine bevorstehende Blut-Kontrolle vorzubereiten. Die Betreuer der Mannschaft hätten mit den Ärzten erstmal in Ruhe einen Kaffee an der Hotelbar getrunken. Nach UCI-Rechnung sind zwischen Ankunft der Tester - auch ein AFLF-Arzt sei dabei gewesen - und Kontroll-Beginn 35 Minuten vergangen.
Streit mit Vorgeschichte
Vehement zurückgewiesen wurden auch Vorwürfe, Fahrer seien von bevorstehenden Tests informiert worden. "Der Standard der Kontrollen bei der Tour ist der effektivste außerhalb Olympischer Spiele und Paralympics", hieß es in dem UCI- Schreiben. Eine Erwiderung der AFLD darauf sei in Arbeit, hieß es am Freitag von der französischen Anti-Doping-Agentur. Eine Antwort zu den UCI- Auslassungen werde an den Weltverband, das französische Sport- Ministerium und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA gehen.
Die Querelen haben eine Vorgeschichte: Nach einem Streit zwischen dem Tour-Organisator ASO und der UCI hatte die AFLD bei der Tour 2008 in Eigenregie die Doping-Kontrollen vorgenommen. Prompt gingen sieben Fahrer, unter ihnen so prominente wie Riccardo Ricco (Italien), Bernhard Kohl (Österreich) und Stefan Schumacher (Nürtingen) ins Netz. Alle erhielten Doping-Sperren.
In diesem Jahr hatten sich die Wogen zwischen ASO und UCI geglättet. Der Weltverband hatte wieder die Oberaufsicht, assistiert von der AFLD. Ergebnis: Kein einziger bekanntgewordener Dopingfall bei der Tour 2009.
Kommentare 1 - 3 of 3
Es darf einfach nicht sein,aus Sicht der UCI,die Erstplatzierten der Tour de france positiv zu testen.So würden bei der nächsten Tour sicher nur unbekannte Radfahrer
teilnehmen.Das öffentliche Interesse wäre gleich Null.Viele Herren von der UCI müßten auf's Arbeitsamt!
Die WADA sollte bei der tour de france kontrollieren
81 Kontrollen, deren Qualität durch Verzögerung gemindert wurde.
Das sagt schon einiges über die UCI.
Das sie jetzt noch nachtritt ist allerdings wirklich übel.
Der UCI liegt anscheinend gar nichts an echter Aufklärung und Dopingbekämpfung.
Wie kann die UCI die Verzögerungen bestreiten, die doch offensichtlich von Kameras gefilmt wurde.
Pat McQuaid, setzen, sechs!
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