Frankfurt/Main (dpa) - Sicherheitskonzepte für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika haben nach einer Inspektionsreise des DFB-Beauftragten Helmut Spahn am Kap weiter Priorität.
Wie bei jedem Länderspiel werden private Sicherheitskräfte das Team begleiten, erklärte er in einem Interview der Frankfurter Allgemeine Zeitung. «Genau diesen Standard planen wir wie bei der WM 2006 und EURO 2008 auch für Südafrika. Es ist nicht auszuschließen, weitere Kräfte aus Deutschland mitzubringen», betonte Spahn. Das habe dann sicher nichts mit einer besonderen Gefährdung zu tun, sondern mit bestimmten Vorstellungen der Teamleitung und räumlichen Gegebenheiten.
«Wir haben Mannschaftsquartier, Medienzentrum und Trainingsplätze angeschaut und sind mit der Infrastruktur sehr zufrieden. Ich werde mit allen Eindrücken im Kopf ein Konzept erstellen, wie wir uns die Sicherheitsmaßnahmen vorstellen», sagte Spahn. Der DFB müsse aber abwarten, welche Konzeption die FIFA und das örtliche Organisations-Komitee anbiete. Verantwortlich für die Sicherheit sei zunächst mal der Veranstalter in Zusammenarbeit mit den südafrikanischen Behörden.
«Wir sind wirklich zuversichtlich aus Südafrika zurückgekehrt. Die Infrastruktur im Mannschaftshotel Velmore in der Nähe von Pretoria ist für uns perfekt. Es wird sicher aus logistischen Gründen noch die eine oder andere Umbaumaßnahme realisiert werden - das hat aber mit den Anforderungen eines längeren Aufenthalts einer großen Gruppe zu tun und nichts mit dem Thema Sicherheit», betonte Spahn.
Einschränkungen für die Spieler werde es laut Spahn geben und die Teamleitung sich noch «umfangreiche Gedanken» machen, wie die Freizeitgestaltung aussehen wird: «Teammanager Oliver Bierhoff hat immer gesagt, dass dabei auch das Thema Sicherheit eine Rolle spielt und entsprechend bedacht wird.» Natürlich könne aus Spahns Sicht ein Spieler die Anlage einfach mal für einen Spaziergang verlassen. Es komme dabei natürlich immer drauf an, wohin er gehe oder fahre.
«Auch in Rio oder New York gibt es Viertel, deren Besuch für Touristen nicht zu empfehlen ist. Wenn er das also in irgendeinem unbekannten Bezirk von Johannesburg tun möchte, würde ich schon sagen: Lass das. Aber wenn man das in bestimmten Bereichen in Pretoria oder Johannesburg tut, sehe ich da kein Problem», ergänzte Spahn. Südafrika gehe verantwortungsvoll mit dem Thema um. «Man kennt die Situation und ist sehr gut darauf eingestellt. Ich glaube, dass dieses Land die WM jetzt schon lebt und dass man sehr emotional mit diesem Ereignis umgeht - im positiven Sinne.»


Sicherheitskonzept in ArbeitBild vergrößern

Kommentare 1 - 1 of 1
Die Fußball-WM in ein Land zu vergeben, in dem es vielerorts nicht allzu sicher ist -
Nachwehen der Apartheid-Politk - erscheint nach heutigem Kenntnisstand als FEHLER :
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