Tour de France - Wegmann über Müsli, Musik & Mitstreiter

Eurosport - Di 30.Jun. 09:01:00 2009

Als Leistungs- und Sympathieträger steht Fabian Wegmann bei den Fans ganz oben auf der Liste. Mit eurosport.yahoo.de sprach der zweifache deutsche Meister über den Tour-Alltag, die Qualitäten von Zimmerkollegen, seinen schönsten Sport-Moment und sein großes Highlight nach der Tour.

CYCLING 2009 Fabian Wegmann Exklusiv - 0

Ist die Tour schon Routine oder kommt kurz vor dem Start auch jetzt noch immer eine besondere Vorfreude auf?

Fabian Wegmann: Das ist schon immer noch außergewöhnlich. Gerade jetzt der Start in Monaco, in einer solchen Stadt, wird sicher mächtig Trubel bedeuten. Da freue ich mich schon drauf, ähnlich wie vor zwei Jahren in London.

Welche Note würden Sie sich für Ihre Tour-Vorbereitung geben?

Wegmann: Die war wirklich gut: 9 von 10 würde ich sagen.

Was nervt denn besonders bei der Tour, da ist doch auch ziemlich viel Monotonie in den Abläufen

Wegmann: Klar, gerade in der dritten Woche ist man schnell wegen allen möglichen Kleinigkeiten genervt. Ob nun das Essen ein paar Minuten später kommt oder kein Wasser auf dem Zimmer steht. Aber da muss man sich einfach drauf einstellen.

Gerade das Essen ist ja ein wichtiges Thema: Es müssen jede Menge Kalorien rein, ob man will oder nicht. Wie sorgt man da für Abwechslung?

Wegmann: Bei Gerolsteiner hatten wir in den letzten Jahren immer einen Koch dabei, der uns dann immer abwechselnde Sachen gemacht hat. Das ist diesmal nicht der Fall. Ich habe mein eigenes Müsli dabei, damit ich immer zum Frühstück darauf schon mal setzen kann. Ansonsten machen sich die Betreuer schon Gedanken und fragen in den Hotels in der Küche nach, ob es nicht was Spezielles gibt - etwa morgens mal Pfannkuchen.

Wer wird der Zimmerkollege sein?

Wegmann: Wie in den letzten Jahren bei der Tour wieder Markus Fothen. Bislang war ich in dieser Saison immer mit Johannes Fröhlinger auf dem Zimmer, jetzt wechseln wir wieder zur traditionellen Tour-Besetzung. Das hat immer gut gepasst.

Und er ist ein Zimmerkollege weil

Wegmann: er gerne morgens auch immer etwas länger schläft! Außerdem sind wir vom Temperament her sehr ähnlich. Gerade ein ähnlicher Rhythmus in der Früh ist schon wichtig. Denn wenn Du lieber später aufstehst und hast einen im Zimmer, der im Morgengrauen schon Betrieb macht, ist das nicht ideal.

Was geht an Musik mit nach Frankreich: Für die schweren Tage, für die guten Tage, für den Ruhetag

Wegmann: Im Moment höre ich gerade ganz gerne Franz Ferdinand, Mando Diao, paar schnellere Sachen eben. Das braucht man einfach morgens zum Wachwerden. Fürs Warmfahren beim Zeitfahren muss dann natürlich noch etwas zugelegt werden, da ist dann Billy Talent gefragt, damit man etwas aggressiver in die Pedale tritt.

Diese Vorbereitung auf der Rolle ist ja sowieso immer etwas bizarr: Die Fans stehen einen Meter vor einem hinter dem Absperrband, wie fühlt man sich da unter dieser hautnahen Beobachtung ohne Fluchtmöglichkeit

Wegmann: Man ist da schon wie auf einem Präsentierteller. Da muss man sich einfach ablenken, die Sonnenbrille aufsetzen und Stöpsel ins Ohr. Das macht es dann einfacher.

Wie sieht das Abendprogramm zur Ablenkung ab: Liest man außer dem Streckenplan noch etwas anderes oder hat man eine kleine Videothek dabei?

Wegmann: Ich habe immer ein Buch dabei, da schaue ich ab und zu rein. Aber das schaffst Du nicht jeden Tag, gerade in der letzten Woche ist man selbst dafür zu kaputt. Ansonsten schaut man mal 'ne DVD oder einfach Fernsehen, aber nicht zu tiefsinnig.

In Ausreißergruppen sind Sie ja Stammgast. Wenn hat man denn da gerne als Partner dabei - und wen nicht?

Wegmann: Ich würde gerne mal mit Jens Voigt in einer Gruppe fahren: Der hat einen guten Riecher, kann ordentlich Tempo machen - und ich traue mir zu, ihn am Ende im Sprint zu schlagen. Nicht so gern dabei hat man schlicht und ergreifend alle, die im Sprint klar schneller sind.

Milram hat ja als zehntes Teammitglied sein Ferienkind dabei. Aber wenn Sie die Wahl hätten und einen weiteren Fahrer aus einer anderen Mannschaft mitnehmen könnten: Wer wäre das?

Wegmann: Das wäre wieder Jens Voigt! Mit dem war ich ja bei Olympia in Peking zusammen und wir kamen bestens miteinander aus. Einen wie ihn kann man im Team immer gut gebrauchen, auch charakterlich: Der ist immer gut gelaunt - und ein Top-Fahrer noch dazu.

Was hätte die größere Wertigkeit: Das Gelbe Trikot oder ein Etappensieg?

Wegmann: Das ist eigentlich für mich persönlich fast gleich wichtig. Gut, ein Trikot kann man sich sogar aufhängen. Aber noch lieber wäre mir doch ein Etappensieg.

Es gibt ja ein Hintertürchen, mit auf den Champs Elysées auf dem großen Podium zu stehen, gerade für Ausreißer wie Sie: Der angriffslustigste Fahrer der Tour ist da auch mit von der Partie. Inzwischen haben Sie sicher auch bei den Mitgliedern der Jury die nötige Bekanntheit

Wegmann: Das wäre natürlich sehr schön, aber ist nicht so einfach umzusetzen: Denn einerseits gilt es auch, die Kapitäne im Team zu unterstützen. Andererseits kann man sich auch nicht mal einen Tag zurücklehnen, sondern muss eigentlich immer bei Attacken mit dabei sein. Das ist sehr schwer - aber für mich sicher noch die einfachste Möglichkeit, in Paris aufs Podium zu kommen.

Was ist die ganz persönliche schönste Erinnerung im sportlichen Bereich?

Wegmann: Das war beim Giro d'Italia 2004, als ich am vorletzten Tag nach großem Kampf den Gesamtsieg in der Bergwertung perfekt gemacht habe: Ich war als Ausreißer am Mortirolo mit vorne gewesen und hatte die nötigen Punkte geholt. Zehn Kilometer weiter standen plötzlich, als Überraschung angereist, sieben Kumpels aus Münster an der Straße - und da gingen natürlich die Emotionen hoch. Das war so mit das Größte, was ich bislang erlebt habe.

Am Ende der Tour werden ja auch immer die gemeinsam erkämpften Prämien im Team abgerechnet. Hat man da als Belohnung schon im Vorfeld etwas im Auge? Sagt man sich, wenn man 800 Euro für den Sieg in einem Zwischensprint holt: Das ist jetzt das neue Traum-Handy?

Wegmann: Nee, so konkret ist das nicht. Aber ich werde ein paar Tage nach der Tour heiraten und da kommen solche Zuschüsse ganz gelegen.

Und kein schlechtes Gewissen, bei den Vorbereitungen nichts helfen zu können?

Wegmann: Naja, wir haben schon viel gemacht und frühzeitig geplant. Aber klar, in die direkten Vorbereitungen kann ich nicht eingreifen.

Also früher ausgestiegen wird deshalb nicht?

Wegmann: Nein, auf keinen Fall. Das war letztes Jahr schlimm genug, es nicht ganz bis Paris zu schaffen.

TV-Tipp:

Der Kampf ums Gelbe Trikot täglich Live: Verfolgen Sie die Tour de France hautnah mit allen 21 Etappen von Monaco nach Paris, über Pyrenäen und Alpen, durch Regen und Hitze in unseren ausführlichen TV-Übertragungen, mit dem Eurosport Player oder im Live-Ticker bei eurosport.yahoo.de!

Das Interview führte Andreas Schulz / Eurosport

Kommentare 1 - 19 of 19

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  1. @ Alex,

    ist doch so.... ich habe früher sehr gerne­ Radsprt angeschaut.
    Aber wer glaubt das der Sport­ sauber ist, ist einfach nur sehr naiv.
    Klar, kp ob das­ nicht in anderen Sprotarten genau so ist, aber im­ Radsport scheint es zumind. mit am extremsten zu­ sein.
    Warte echt nur noch auf den Tag wo einer mal tot­ vom Rad fällt und selbst dann würde der Rest nix draus­ lernen.

    Von DJ, am Mi 1.Jul. 19:25
  2. ulle hat niemenden betrogen, weil alle nicht nur wasser­ getrunken haben, ulle ist der groesste,....! der­ einzige der je den stundenweltrekord knacken kann,­ lance wuerde das nie schaffen. ulle the best!

    Von bock.roger, am Mi 1.Jul. 0:42
  3. @Anal Ivanofick : Name passt zum Kommentar!

    ...und wer­ glaubt denn, das der restliche Leistungssport sauber­ ist? Fußballer z.B. werden über den Klee gelobt, wenn­ sie vom Mannschaftsarzt mit Schmerzmittel wieder fit­ gespritzt werden, was woanders als Doping geahndet­ werden würde. Denk mal an den Stürmer vom 1.FC Köln.­ Wenn man konsequent wäre, gäbe es keinen Sport im­ TV.
    Also: Enjoy the show!

    Von cyclista.orso, am Di 30.Jun. 13:23
  4. @Anal Ivanofick
    Dein hirnloses Gesülze ist genau so­­ schwachsinig wie Dein Nickname !!
    Du musst es ja­­ anscheinend nötig haben, und krank im Hirn sein,­ anders­ lässt sich so ein diskriminirender Nickname­ nicht­ erklären !!! und hoffentlich wirft Dich Yahoo­ so­ schnell wie möglich raus... denn für so kranke­ Typen­ wie Dich ist hier kein Platz...

    Von Highlander01, am Di 30.Jun. 7:57
  5. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Ulle ist unschuldig, schade, dass er nicht mehr faehrt.­ ulle komm zurueck!!!

    Von bock.roger, am Mo 29.Jun. 23:16
  6. An alle die wieder dumm daherlabern und laestern­ vonwegen wen dieser Dopingsport noch interessiert :­ Warum habt ihr ueberhaupt auf eurosport.yahoo auf­ Radsport geklickt und euch diesen Artikel durchgelesen­ ??????????
    Ihr wollt doch nur lesen, wer wieder gedopt­ hat...

    Von alexander.werner_ger, am Mo 29.Jun. 23:13
  7. Gottseidank ist der Jens sauber!

    Von ulle_unschuldig, am Mo 29.Jun. 23:03
  8. Modifikationen des EPO-Moleküls

    * 2001 generierte­­ Amgen unter dem Handelsnamen Aranesp (Darbepoetin­­ α) ein gentechnisch verändertes­ Erythropoetin.­ Dieses enthält durch den Austausch von­ fünf Aminosäuren­ weitere Zuckerseitenketten, wodurch­ sich der Anteil­ endständiger Sialinsäuren und­ hierdurch die­ Serumhalbwertszeit um etwa den Faktor­ drei erhöht.­ Unter den EPO-Präparaten der nächsten­ Generation ist es­ das erste therapeutisch zugelassene.­ Lizenznehmer für­ Amgens Darbepoetin α in­ Italien ist die Firma­ Dompe Biotec, die das Produkt­ unter dem Namen Nespo­ vertreibt. Darbepoetin­ α wird in CHO-Zellen­ produziert. 2004­ startete Amgen eine Phase-I-Studie zur­ Anwendung eines­ hyperglykoslylierten Aranesp-Analogon­ mit der Kennung­ „AMG114“ bei der Behandlung von­­ chemotherapie-induzierter Anämie. Im Juni 2006 stellte­­ ein internationales Forscherteam auf dem 43-sten­­ Kongress der American Society of Clinical Oncology­­ (ASCO) Ergebnisse einer Phase-III-Multicenterstudie­­ vor, nach denen „AMG114“ bei einer Serumhalbwertszeit­­ von 131 Stunden geeignet erscheint, um zeitgleich zur­­ Chemotherapie unterschiedlicher Tumorformen­­ (Brustkrebs, Darmkrebs, Non-Hodgkin-Lymphom)­ angewendet­ zu werden. Weiterführende Untersuchungen­ haben jedoch­ gezeigt, dass das Molekül eine zu geringe­ Affinität zum­ EPO-Rezeptor hat. Daher wurden alle­ klinischen Studien­ mit „AMG114“ beendet[36].
    * Unter­ dem Aspekt einer­ längeren Wirkungsdauer wurde von­ Hoffmann-La Roche das­ EPO-Derivat CERA (Continuous­ Erythropoiesis Receptor­ Activator, interne­ Roche-Kennung: Ro 50-3821)­ entwickelt, bei dem das­ EPO-Molekül (das aus dem­ Präparat NeoRecormon bekannte­ Epoetin β) am­ N-terminalen Alanin (ALA 1)­ oder an einem der­ Lysinreste (LYS 45 oder LYS 52) mit­ einem­ Methoxypolyethylenglycolpolymer verknüpft ist­ (so­ genannte PEGylierung). Durch die­ Polymerverknüpfung hat­ CERA eine Molekülmasse von 66­ kDa und ist damit fast­ doppelt so groß wie natives­ EPO. Die Serumhalbwertszeit­ nach intravenöser Gabe­ liegt gemäß Un

    Von schleck_dein_handy, am Mo 29.Jun. 23:02
  9. Wer will denn das noch sehen ??
    Kann nicht verstehen­ das dieser Doping verseuchte Sport immernoch im TV­ läuft.
    Schon komisch das dieses Jahr noch kein Doping­ Fall aufgedeckt wurde.
    Hab das gefühl der radsport­ schaut jetzt weg damit der Sport nicht noch den letzten­ "blinden" Sponsor vertreibt.

    Nun ja, glaub­ das wird erst besser wenn mal einer Tot vom Rad­ kippt.

    Eigentlich könnte man die Tour auch in­ "Tour de Doping" umbenennen.^^

    Von DJ, am Mo 29.Jun. 21:26
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    frag doch mald die kohls und co. aber mit sicher heit.­ das muesli hat super viele koerner...

    Von bock.roger, am Mo 29.Jun. 20:54
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    Ist ein neues genmanipuliertes Müsli auf dem­ Markt?
    Weiss schon jemand wieviele "Körner"­ das Zeug am Berg bringt?
    Ist es von Roche oder­ Bayer?
    Ist es nur in Spanien erhältlich?

    :-) :-) :-)

    Von marcgeftmescher, am Mo 29.Jun. 19:07
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    ich finde bingo ist ein toller sport... ob die auch­ dopen!?!("(%=??&)==?=

    Von bock.roger, am Mo 29.Jun. 13:37
  13. Zitat: Kohl: "Ich hätte rund 100-mal positiv sein­­ müssen"

    Von bock.roger, am Mo 29.Jun. 12:27
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    1 Liter frisch gewaschenes Blut vor dem Start, viel­ besser als die Körner. Weil von Körnern reden nur die­ Reporter.

    Von Ruthard W, am Mo 29.Jun. 12:16
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    Wen interessiert noch dieser Dopingsport?

    Von andymann32, am Mo 29.Jun. 10:42
  16. lol cera-pfannkuchen; ich mag seine jens voigt­ sympathie

    Von aufziehvogel, am Mo 29.Jun. 10:23
  17. Alles Gute
    Fabian

    Von kuriziwau, am Mo 29.Jun. 0:57
  18. Was ist denn das für ein eigenes Müsli
    auf das man­ morgens schon setzten kann ?

    Von kuriziwau, am Mo 29.Jun. 0:49
  19. AHHHHHHHHHHHHaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaHHHHHHHHHHHaaaaaaaaaa­ aaaaaaaaaHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa­ aa
    aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa
    aaaaaaaaaaaaaaaaa­ aaaaaaaa
    Bei Gerolsteiner hatten wir in den letzten­ Jahren immer einen Koch dabei, der uns dann immer­ abwechselnde Sachen gemacht hat. Das ist diesmal nicht­ der Fall. Ich habe mein eigenes Müsli dabei, damit ich­ immer zum Frühstück darauf schon mal setzen kann.­ Ansonsten machen sich die Betreuer schon Gedanken und­ fragen in den Hotels in der Küche nach, ob es nicht was­ Spezielles gibt - etwa morgens mal CERA-­ Pfannkuchen.......

    Von stefan_raab, am So 28.Jun. 23:43
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