French Open - Williams-Schwestern abserviert

Eurosport - Sa 31.Mai. 12:25:00 2008

Riesenüberraschung am 6. Tag in Roland Garros: Zuerst scheiterte Serena Williams am Vormittag in der 3. Runde mit 4:6 und 4:6 an der Slowenin Katarina Srebotnik. Am Abend verlor dann auch noch ihre Schwester Venus Williams: Sie unterlag Flavia Pennetta (Italien) mit 5:7, 3:6.

TENNIS 2008 French Open Serena Williams - 0

In einem Spiel, das sich bis kurz vor 22:00 Uhr zog, gingen für Venus die Lichter in Paris aus. Nach gutem Start gab die an Nummer acht gesetzte US-Amerikanerin viermal im ersten Satz ihren Aufschlag ab und verlor den ersten Durchgang nach 45 Minuten. Mit einem Break eröffnete Pennetta den zweiten Satz und profitierte im weiteren Verlauf von der hohen Fehlerquote der Favoritin. Ein erneutes Break brachte ihr schließlich den Sieg, sie trifft nun auf die Qualifikantin Carla Suarez Navarro aus Spanien.

"Das war kein guter Tag für unsere Familie", kommentierte Venus den doppelten Tiefschlag, "das größte Problem für mich war, dass Flavia sehr gut gespielt hat. Ich wünsche ihr alles Gute für den weiteren Verlauf des Turniers."

Penneta selbst war nicht nur vom Ergebnis begeistert: "Ich bin sehr glücklich, denn ich habe erstmals in einem so großen Stadion gespielt. Das war eine Premiere für mich und dazu so ein Sieg - da kann ich nur total zufrieden sein!"

"Sie hat unglaublich gespielt"

Bei Serena waren die Bemühungen unverkennbar, die letzte Konsequenz ließ sie allerdings vermissen. Die an Position fünf gesetzte US-Amerikanerin versuchte Druck aufzubauen und erspielte sich nicht weniger als acht Breakchancen in zwei Sätzen. Genutzt hat sie davon aber nur eine. Srebotnik, die Nummer 27 der Setzliste, agierte dagegen cleverer und überlistete die Favoritin immer wieder mit gut platzierten Passierbällen.

Die Entscheidung fiel beim Stand von 4:4 im zweiten Durchgang: Srebotnik nahm der 26-Jährigen das Aufschlagspiel ab und verwandelte nach exakt 90 Minuten bei eigenem Service ihren dritten Matchball. "Ich habe viele einfache Bälle verschlagen und bei den wichtigen Punkten nicht gut ausgesehen, sonst hätte ich das Match zu meinen Gunsten entscheiden können. Aber ich war heute einfach nicht in der Lage, diese Schwächen abzustellen. Ich wusste schon vorher, dass es enorm schwer werden würde, aber was soll ich sagen - sie hat unglaubliches Tennis gespielt", zeigte sich Williams als gute Verliererin.

Für Srebotnik war es im vierten Duell mit der jüngeren Williams-Schwester der erste Sieg. Die Slowenin, die erstmals seit den French Open 2002 wieder die 4. Runde eines Grand-Slam-Turniers erreichte, bekommt es nun mit Patty Schnyder zu tun. Die an Position zehn gesetzte Schweizerin setzte sich mit 7:6 (7:4), 5:7 und 6:2 gegen Emilie Loit aus Frankreich durch.

Ivanovic ohne Glanz weiter

Ivanovic wurde ihrer Favoritenrolle gegen Wozniacki zwar gerecht, die große spielerische Klasse ließ die Serbin aber über weite Strecken vermissen. Trotz des besseren Aufschlagspiels und der höheren Punktquote nach dem ersten Service musste Ivanovic ihrer Kontrahentin neun Breakchancen zugestehen.

Doch während die Dänin davon nur zwei nutzte, bewies die 20-jährige Belgraderin mit sechs Breaks bei ebenfalls neun Möglichkeiten die größere Kaltschnäuzigkeit bei den "Big Points". Dies war letztlich auch der Schlüssel zum Erfolg für die an drei gesetzte Ivanovic, die nach der Begegnung erklärte: "Ich bin nicht so gut ins Spiel gekommen. Sie hat gut gespielt und so habe ich meinen Rhythmus nicht wie gewünscht gefunden. Außerdem kam ich nicht so oft ans Netz."

Doch Ivanovic, die nun im Achtelfinale gegen Petra Cetkovska aus der Tschechischen Republik ran muss, machte auch positive Aspekte aus: "Ich bin froh, dass ich nach meinem verlorenen Aufschlagspiel im ersten Satz zum 3:4 ruhig geblieben bin und mir dann die nächsten beiden Spiele geholt habe. Das war sehr wichtig. Im zweiten Durchgang lief es dann besser für mich."

Scharapowa über drei Sätze

Nicht geglänzt, aber eine Runde weiter: Was für Ivanovic gilt, trifft auch auf Maria Scharapowa zu. Die topgesetzte Russin zwang Bethanie Mattek in der 2. Runde in drei Sätzen in die Knie. Allerdings leistete die 23-jährige US-Amerikanerin erheblich mehr Gegenwehr als erwartet. Nachdem die Partie am Vortag aufgrund von Regen beim Stand von 6:2 und 2:3 abgebrochen worden war, erwischte die Außenseiterin bei Wiederaufnahme des Spiels den besseren Start und zwang die Nummer eins der Welt in den dritten Satz.

Scharapowa erstickte im dritten Durchgang die aufkeimenden Hoffnungen der Weltranglisten-106. aber mit gutem Aufschlagspiel, schönen Stoppbällen, aggressiven Gewinnschlägen und einer schnellen 3:0-Führung im Keim. Nach zwei Stunden und vier Minuten entschied die 21-Jährige das Match bei Service Mattek mit dem ersten Matchball für sich.

"Das war das erste Mal, höchstens aber das zweite Mal, dass ich ein Spiel unterbrechen und am nächsten Tag fortsetzen musste. Es war jedenfalls eine interessante Erfahrung. Bislang sind diese French Open ein sehr merkwürdiges Turnier für mich - schon in der 1. Runde waren die Bedingungen sehr schwer", erklärte Scharapowa nach dem Duell. In der nächsten Runde wartet nun die Italienerin Karin Knapp.

Tobias Laure / Eurosport