Champions League - Ballack und "Blues" lösen Finalticket

Eurosport - Do 01.Mai. 00:49:00 2008

Zum zweiten Mal in seiner Karriere steht Michael Ballack im Champions-League-Finale. Der FC Chelsea überwand nach zwei Halbfinal-Niederlagen gegen Liverpool das Trauma mit einem 3:2 (1:1/1:0)-Erfolg nach Verlängerung. Didier Drogba glänzte dabei mit einem Doppelpack (33./105.).

FOOTBALL 2007-2008 Champions League Chelsea-Liverpool - Blues react after Drogba's goal - 0

Für Michael Ballack ist es bereits die zweite Finalteilnahme, für seinen Club ist es die Premiere im Endspiel der Königsklasse. Überglücklich trat der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nach dem Abpfiff vor die Presse: "Es war ein Riesen-Fight, das Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen, aber ich denke, wir haben am Ende verdient gewonnen. Wir haben in der Verlängerung zulegen können, das hat den Ausschlag gegeben."

1. Halbzeit:

Im strömenden Regen an der Stamford Bridge waren es die Gäste aus Liverpool, die das erste Ausrufezeichen der Partie setzten, als Fernando Torres auf Keeper Petr Cech zustürmte, der jedoch glänzend den Winkel verkürzte und einen frühen Rückstand von Chelsea verhinderte (10.). Weitere Szenen dieser Art unterbanden die "B lues" jedoch. Geschickt hielt das Team von Avram Grant den Ball in den eigenen Reihen und erarbeitete sich immer wieder eigene Chancen. In der 19. Minute hatte Didier Drogba bereits den Führungstreffer auf dem Fuß. Doch der Ivorer schob den Ball aus acht Metern aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei. Michael Essien und Michael Ballack versuchten es auf dem durchnässten Rasen mit gefährlichen Distanzschüssen (22., 25.).

In der 33. Minute gipfelte die Feldüberlegenheit der Gastgeber im Führungstreffer. Einen Schuss von Salomon Kalou hatte Liverpools Torwart Jose Manuel Reina noch abwehren können, beim zweiten Versuch von Drogba war Spanier jedoch machtlos. Der Ivorer markierte den Führungstreffer, eine Antwort der Gäste blieb jedoch aus. Im Gegenteil, um ein Haar hätte Ballack per Freistoß sogar noch die Führung ausgebaut (40.).

2. Halbzeit:

Nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff hatte Dirk Kuyt den Ausgleich auf dem Fuß. Doch wieder war es Cech für Chelsea, der den Gegentreffer mit einer Glanzparade verhinderte (49.). Nach dem kurzen Aufreger erlangte die Elf von Avram Grant wieder die Kontrolle über das Geschehen. Zwar versuchte Liverpool, das Spiel zu machen. Die kompakte Defensive Chelseas hinderte die Gäste jedoch daran, weiter als bis zur Strafraumgrenze zu gelangen. Bereits im Mittelfeld verhinderte der umsichtige Essien, dass die Stars der "Reds"ihr Spiel zur Entfaltung bringen konnten.

Die Wende kam jedoch in der 64. Minute, als Torres nach Vorlage von Yossi Benayoun den 1:1-Ausgleich erzielte. Durch den sechsten Treffer des Spaniers im laufenden Wettbewerb war die Partie wieder offen. Die Abramowitsch-Elf agierte nun nicht mehr mit der Sicherheit, die sie zuvor über weite Strecken ausgezeichnet hatte. Erst in der 76. Minute setzten die Stars von der Stamford Bridge wieder ein Glanzlicht, als Essien mit einer Einzelaktion im Strafraum scheiterte. In der Schlussviertelstunde waren die Akteure beider Mannschaften vor allem darum bemüht, bloß keine folgenschweren Fehler zu machen und steuerten auf eine Verlängerung zu.

Verlängerung:

In der 94. Minute zappelte der Ball bereits im Netz. Essien hatte für die vermeintliche Führung gesorgt. Doch Drogba hatte im Abseits gestanden und Reina im Tor der Gäste behindert. Zurecht verweigerte Schiedsrichter Roberto Rosetti die Anerkennung. Kurz darauf stand der Unparteiische wieder im Mittelpunkt: Nach einem Foul von Sami Hyypiä an Ballack im Strafraum gab der Italiener ohne zu zögern Elfmeter. Frank Lampard verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:1-Führungstreffer (96.). Als Drogba nach Vorlage des eingewechselten Nicolas Anelka sogar noch auf 3:1 erhöhen konnte, begannen die Fans auf der Tribüne bereits den Finaleinzug zu feiern. Einmal verstummten die Anhänger jedoch noch: Aus 30 Metern feuerte Ryan Babel einen platzierten Distanzschuss ab. Cech konnte den 3:2-Anschlusstreffer nicht verhindern. Am Finaleinzug der Londoner änderte der Treffer indes nichts mehr. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte stehen die "Blues" im Finale der "Königsklasse".

Spieler des Spiels:

Immer wieder hielt Drogba die Benitez-Elf mit seinen wütenden Angriffen in Atem. Mit seinem Doppelpack brachte der Ivorer sein Team auf Finalkurs.

Jonas Steldinger / Eurosport