Eurosport - Do 29.Okt. 13:55:00 2009
Mit der Partie gegen Norwegen startet Gastgeber Deutschland heute in den Supercup. Dabei werden Erinnerungen wach an die WM in Kroatien im Januar. Die deutsche Mannschaft unterlag den Norwegern in Zadar in der Hauptrunde mit 24:25 (12:12) - danach kam es zur berühmten Szene mit der "Brand-Faust".
Der Gummersbacher konnte sich mit Mühe beherrschen, um nicht auf die Unparteiischen loszugehen. Vorausgegangen war eine hektische Schlussphase mit umstrittenen Entscheidungen der Schiedsrichter. Letztlich kostete die Niederlage das deutsche Team die Halbfinal-Teilnahme.
Im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de hat der 57-Jährige das Geschehen später noch einmal revue passieren lassen: "Egal wo ich auch hinkomme - irgendwann kommt das Gespräch auf diese eine Szene. Damit muss ich leben. Was mich aber überrascht hat, sind die Reaktionen der Leute." Die, so Brand weiter, seien durchweg positiv, "viele zeigen Verständnis und geben mir zu verstehen, dass ich in diesem Moment eben Emotionen gezeigt habe. Das finde ich schon erstaunlich, denn ich habe mich damals erschrocken, als ich die Bilder gesehen und mir vorgenommen habe, dass so etwas nicht mehr vorkommt."
Top-Bilanz gegen Norwegen
Die heutige Partie in der Kölner Lanxess Arena ist für die DHB-Auswahl der 44. Vergleich mit den Skandinaviern. Die Statistik spricht mit 30 Siegen, vier Remis und neun Niederlagen klar für das Team von Bundestrainer Brand. Der "Mann mit dem Schnauzer" hat aber nicht nur das Abschneiden beim Supercup im Kopf, vielmehr ist der Wettbewerb als Härtetest für die Europameisteschaft 2010 im Januar in Österreich gedacht.
Bei beiden Turnieren muss Deutschland auf Rückraum-Ass Pascal Hens verzichten, sodass Brand beim Supercup in Köln, Halle und Dortmund seinen EM-Kader schon komplett beisammen hat: "Es ist nicht davon auszugehen, dass noch neue da reinkommen. Es bietet sich auch keiner an", betont der Weltmeister-Macher von 2007 gegenüber der "Handballwoche". Auch Norwegens Coach Robert Hedin weiß um die Bedeutung der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenen Veranstaltung: "Wir haben nur sehr wenige Trainingsmöglichkeiten vor der EM. Es gilt also, viel auszuprobieren", unterstreicht der Schwede.
Nach dem Auftakt gegen den WM-Neunten geht der Supercup für die DHB-Handballer am Samstag gegen Schweden in Halle weiter, bevor es am Sonntag in Hannover zum Vergleich mit dem amtierenden Europameister Dänemark in Hannover kommt. Mit einem Turniererfolg könnte das Brand-Team mit dem fünften Titel zum bisherigen Rekord-Sieger Russland aufschließen.
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