Eurosport - Do 29.Okt. 09:08:00 2009
So mancher Werderspieler war noch gar nicht geboren, als die Bremer zum letzten Mal im DFB-Pokal ein Heimspiel verloren. Auch gegen überforderte Kaiserslauterer bauten die selbstbewussten Hanseaten ihre Serie auf 33. heimische Siege aus und sehen der Viertelfinalauslosung sehr gelassen entgegen.
Es ist nicht genau überliefert, was das Bremer Trio am 13. April 1988 wohl gemacht hat, es lässt sich also nur spekulieren. Fest steht lediglich, dass Marko Marin noch auf seine Geburt wartete, Mesut Özil gerade seine ersten Schritte machte und zumindest Aaron Hunt sich wohl schon ein wenig artikulieren konnte. Dass der damals Zweijährige bereits das Wort "Pokal-Heimpleite" sagen konnte, ist allerdings zu bezweifeln. Hunt musste es, genau wie seine beiden jüngeren Kollegen, aber auch gar nicht mehr lernen - denn an jenem Mittwochabend vor 21 Jahren hat Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt zuletzt im heimischen Weserstadion ein Spiel im DFB-Pokal verloren.
Dass diese "tolle Serie", wie Hunt freudestrahlend bekundete, nun auch gegen Kaiserslautern nicht riss, daran hatten die "jungen Wilden" von der Weser mal wieder maßgeblichen Anteil. "Wir haben das Spiel klar beherrscht, waren cleverer und haben damit verdient gewonnen", stellte auch Özil selbstbewusst fest, der mit einigen Offensivaktionen für Furore sorgte und das 3:0 seiner Bremer sehenswert vorbereitete. "Wir wollten unbedingt ins Viertelfinale, das haben wir geschafft", sagte auch Kapitän Torsten Frings zufrieden, der seine Mannschaft erneut mit souveränem Einsatz geführt hatte: "Nur weil wir den Gegner von Beginn an ernst genommen haben, konnten wir unsere Klasse ausspielen."
Allofs: "Wünsche mir ein Heimspiel"
Die Bremer mussten für den nun 33. Pokal-Heimsieg in Serie nicht mehr tun, als nötig, und die komplett überforderten Pfälzer Gäste konnten nicht mehr tun. Es sei ein Lernprozess für sie gewesen, stellten die Zweiten der Zweiten Liga ein wenig kleinlaut fest. Für den Einzug ins Viertelfinale behaupteten sich die Werderaner mit Union Berlin, dem FC St. Pauli und eben den Lauterern gegen durchweg unterklassige Mannschaften, was ihren Erfolg nicht schmälern sollte. "Alles starke Gegner", seien das laut Tim Borowski aber gewesen, der gegen die Pfälzer ein seltenes Kopfballtor beisteuerte: "Unsere bisherigen Gegner haben alle das Zeug, in der nächsten Saison in der ersten Liga aufzulaufen."
Es war an diesem Abend nicht der Moment für kritische Töne, sie hätten wohl auch nur Werders bolivianischen Stürmer Marcelo Moreno Martins getroffen, der sehr unglücklich agierte und seinen Kurzeinsatz mit einem Besuch im Krankenhaus krönte: Er hat sich eine Jochbeinfraktur zugezogen und fällt gegen Nürnberg ebenso aus wie Torsten Oehrl, der einen Pferdekuss über dem linken Knie erlitten hat. Der Einsatz von Claudio Pizarro ist zudem sehr fraglich, Thomas Schaaf muss abwarten, ob der Peruaner am morgigen Abschlusstraining teilnehmen kann.
Für die übrigen Grün-Weißen führten die kollektiven Glücksgefühle aus dem Pokal dagegen dazu, schon weit vor Weihnachten einen persönlichen Wunschzettel auszufüllen: "Ich wünsche mir wieder ein Heimspiel. Das ist alles", sagte Sportdirektor Klaus Allofs, als er nach dem favorisierten nächsten Gegner gefragt wurde.
Gute Aussichten vor der Auslosung
Der sechsmalige deutsche Pokalsieger (1961, 1991, 1994, 1999, 2004, 2009) und dreimalige Finalist (1989, 1990, 2000) ist wieder auf den Geschmack gekommen, auch wenn die Bremer in der letzten Saison das erste Team waren, das ohne ein einziges Heimspiel den Pokal gewann. Auf so einen erneuten Husarenritt wollen es die Hanseaten aber lieber nicht ankommen lassen, schon gar nicht, da ihre Anhänger stets wie eine grün-weiße Wand hinter ihnen stehen. "Wir sind Werder Bremen", sangen die gut 26.000 Fans dann auch nach dem Sieg wieder, vorher hatten sie ein Transparent mit der Botschaft "Zusammenstehen" entrollt. Auch die ungemütlichen Bauarbeiten im Weserstadion taten der Stimmung keinen Abbruch, und sie lassen die dichte Atmosphäre bereits erahnen, die nach der Fertigstellung herrschen wird.
Und auch wenn der Blick eines Profisportlers stets nach vorne gerichtet ist, so schauen die Bremer vor der Viertelfinal-Auslosung doch gerne ein wenig zurück. Denn dann sehen sie, dass sie gegen Fürth, Köln und Augsburg schon Zuhause im Pokal gewonnen haben und selbst ein Duell mit Drittligist VfL Osnabrück sollte kaum schrecken. Denn die Bremer Brücke müssten die Werderaner schon aus rein namentlicher Verpflichtung stürmen. Gegen Schalke und Bayern München fanden die letzten Niederlagen auswärts statt - und Heimpleiten, bei denen selbst Torsten Frings noch nicht einmal den Kindergarten besuchte, sind in der gefühlten Bremer Statistik ohnehin nicht mehr relevant.
TV-Tipp:
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Kommentare 1 - 8 of 8
HALZMAUL DU HURSOHN !!!
Bremen gwinnt diese Saison nicht mal einen Blumentopf - hahahaha.
Deii Fieeeschkepf, deii elendign.
Bremen holt Meisterschaft, DFB Pokal (5:0 gegen Bayern) und Europa League nur der svw.
@johanneshordt: Wovon träumst du? Werder kommt ins Finale, aber nicht Bayern, die scheiden im Derby gegen Augsburg oder Fürth aus.
finale bayern-bremen 2-1
Na die Pfälzer aus Kaiserslautern haben es den Hanseaten aber sehr leicht gemacht. Das kam mir schon vor wie ein Freundschaftsspiel...von einem Pokalfigth keine Spur ! Trotzdem eine tolle Stimmung auf der Baustelle Weserstadion, freundliche Gästefans...nur eben kein Pokalcharakter. Diese Begegnung sollten die Bremer daher nicht überbewerten. Schon die nächste Runde könnte erheblich schwerer werden.
meisterschaft? ich denke das auch werder noch schwere zeiten zu überstehen haben wird. frage dann: was bringt die zweite reihe? im moment siehts gut aus, nicht überheblich, solide abwehr, guter sturm und mit erstarktem frings auch ein mittelfeld was steht. hoffentlich ist özil schlau genug. verlängert 3 jahre, geht evtl nach 2 jahren und er und der verein profitieren beide davon. wenn ich sehe das für einen gomez 30 mios und für den neuer 18 - 20 mios veranschlagt werden hätten beide was davon.
aber erstmal freue ich mich weiter auf werderspiele. und am besten im pokal die bayern in bremen.
Werder ist wieder voll zurück! Aufpassen, Pizza hat Recht, Bremen wird ein ernstes Wörtchen um die Meisterschaft mitspielen. Ein Double für die Weser - ich würd's ihnen gönnen;-) Nettes Bild übrigens mit den Windel-Werderanern am Anfang!:-))
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