Bundesliga - Wie ein Dropkick zum Dosenöffner wird

Eurosport - So 25.Okt. 09:58:00 2009

Hoffenheim tut sich schwer mit Nürnberg, bis sich Christian Eichner mit einem Schuss Marke "Tor des Monats" ins Spielgeschehen einmischt.

2009-2010 Bundesliga Hoffenheim Nürnberg Eichner - 0

Der Aufsteiger spielt in den ersten 30 Minuten gut mit und lässt keine Chancen zu. Club-Trainer Michael Oenning vertraut auf die Elf, die zuletzt Hertha BSC 3:0 bezwang, die Marschrichtung seiner Mannschaft gegen Hoffenheim formuliert er später so: "Wir haben sehr mutig nach vorne verteidigt." Diese Spielweise ist es, die von der TSG viel Geduld verlangt. Deren Trainer Ralf Rangnick sieht deshalb "ein zähes Spiel", es wird ihm "zu viel quer, zu viel kurz" gespielt.

Womöglich würde es viel länger 0:0 stehen, wenn Christian Eichner nicht wäre. Es läuft die 34. Minute, Sejad Salihovic gibt fast von der Außenlinie einen Freistoß in die Mitte, der Ball landet beim Gegner, aber doch nicht so ganz, denn der bekommt ihn nicht aus der Gefahrenzone. Und so kommt die Kugel irgendwie zu Eichner: Annahme mit rechts, kurzer Anlauf, ein trockener Schuss mit links, der linke ist sein stärkerer Fuß, in den oberen rechten Winkel noch dazu, ein Dropkick aus 30 Metern - drin. Marke Tor des Monats.

Augen zu und durch

Unhaltbar, das Ding - das sieht auch FCN-Keeper Raphael Schäfer so: "Er hat ihn sensationell getroffen." Eichner bleibt kaum Luft zum Atmen, denn auf einmal eilen sämtliche Mitspieler zum Platz an der Mittellinie, um ihm zu gratulieren, und sie begraben ihn unter sich. Für Rangnick ist "der Dosenöffner von Christian Eichner" - Rangnick sagt wirklich Dosenöffner - die Schlüsselszene des Spiels. "Das Tor kann er nicht viel schöner erzielen." Obwohl: Im Training gelängen Eichner häufiger solche Dinger, so Rangnick weiter.

Wie war das 1:0 für Eichner? "Wichtig und doppelt schön." Weil es das erste Tor für Hoffenheim war. Und scheinbar ganz einfach. Oder etwa nicht? "Augen zu und durch, dann kommt so was zustande", sagt Eichner, und fügt mit einem Lächeln hinzu: "Wenn wir es nochmal machen würden, dann würde der Ball wahrscheinlich irgendwo ganz oben bei den Nürnberger Fans auf der Tribüne einschlagen."

"Das habe ich gebraucht"

Das Tor war aber auch "ein kleiner Befreiungsschlag in die richtige Richtung", hofft Eichner jedenfalls. "Das habe ich einfach gebraucht, um zu sehen, dass ich auch in Hoffenheim entscheidende Dinge machen kann." Der 26-Jährige trägt die 8, das heißt nicht, dass er immer spielt. Der Linksverteidiger.

Die ersten 100 Tage seien nicht einfach gewesen, sagt Eichner noch, er hätte "sehr viel gelernt" - zum Beispiel, dass er als Führungsspieler, der er beim Erstliga-Absteiger Karlsruher SC war, nicht davon ausgehen konnte, automatisch bei einem Spitzenklub, wie Hoffenheim einer ist, Stammspieler zu werden. Von den zehn Bundesliga-Spielen hat Eichner fünf mitgemacht. "Ich bin auf meine Einsätze gekommen", sagt er, "aber ich will natürlich mehr."

Nürnberg geschockt, Hoffenheim eiskalt

Hoffenheim hat noch nicht genug. Nach dem Gegentor setzt Nürnberg nichts mehr entgegen. "Bis zum Tor haben wir sehr gut gespielt und es den Hoffenheimern schwer gemacht", befindet Peer Kluge. "Das Problem ist, dass wir gleich das zweite kriegen." Aus dem Mund von Torwart Schäfer klingt das so: "Wie wir nach dem 0:1 weitergespielt haben, darüber müssen wir reden. Wir waren geschockt und haben die spielen lassen. Das haben die eiskalt ausgenutzt."

Richtig. Die Folge ist das 2:0 in der 38. Minute. Marvin Compper klaut Marek Mintal den Ball im Mittelfeld und steckt traumhaft weiter auf Vedad Ibisevic. Der lässt erst Andreas Wolf stehen und schiebt dann gekonnt an Schäfer vorbei ins Netz. Es bleibt nicht bei zwei Gegentoren. Nach einem sehenswerten Dribbling von Maicosuel trifft der eingewechselte Franco Zuculini mit einem Schuss aus 20 Metern zum 3:0 (64.). Damit ist Nürnberg am Ende noch gut bedient.

Geboren in Sinsheim

Was im Gedächtnis bleibt, ist aber nicht nur das Traumtor von Eichner. Nach dem Spiel sitzt er auf dem Zaun, der die Hoffenheim-Fans vom Spielfeld trennt, hält ein Mikro in der Hand und sorgt für Stimmung. Die Fans feiern den Traumtorschützen, der zufällig auch noch in Sinsheim geboren ist. Was Eichner ihnen zuwirft, kann man nicht verstehen, aber dass er brüllt, das kann man sehen.

Gebrüllt hat er auch in der 34. Minute. Eichner war sich sicher, dass sein Schuss ein gefährliches Ding werden könnte, aber ein Tor? "Als linker Verteidiger, der nicht so oft zum Zuge kommt in den Torschützenlisten, ist immer noch ein Stück weit Ungläubigkeit dabei, ob er denn einschlägt. Und dann bricht so einiges aus einem heraus."

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Aus Sinsheim berichtet Jens Sitarek / Eurosport

Kommentare 1 - 5 of 5

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  1. Ich finde es wirklich sehr intressant dass immer wieder­ unter denk Artikeln von Bayern oder Hoffnenheim der­ gleiche mist steht. Immer sind alle neidisch wie sonst­ was auf die Vereine weil sie mehr geld haben wie manch­ andere. Das macht sie aber zu keinem schlechten Verein.­ Bei Hoffneheim beispielsweise hab ich vor 2jahren noch­ keinen spieler gekannt...und ich frage mich auch immer­ wieder warum hoffenheim oder bayern-hasser ihre­ kommentare immer wieder unter artikeln von hoffenheim­ oder bayern loslassen. Wen sie die Vereine nicht mögen­ dann les ich doch auch den artikel nicht bzw. denk mir­ meinen teil und klick ihn dann weg.

    Von oliver.gotz, am So 25.Okt. 16:44
  2. die haben halt echt den ditmar hopp gefeiert "red­ bull leipzig tradition verpflichtet " so etwas in­ der art singen die 5000 bezahlten hoffenheimer ultras­ bestimmt auch bald

    Von Andreas, am So 25.Okt. 13:02
  3. Super Jungs! Christian, das war der Hammer! :) Go­ Hoffenheim!

    Von Maria, am So 25.Okt. 12:26
  4. Diese Mauerfussballer aus der Lebkuchenstadt gehören in­ die zweite Liga.

    Von zockerpapst, am So 25.Okt. 12:14
  5. mag hoppenheim keinen meter aber des war echt ein­ geiles tor glückwunsch des ist des tor des monats

    Von Stefan K, am So 25.Okt. 11:42
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