Frankfurt/Main (dpa) - Nach der Pokal-Gala bei Eintracht Frankfurt haben die Bayern wieder ihr «Mia-san-mia»-Gefühl entdeckt und wollen nun auch in der Bundesliga und Champions League ihre Muskeln spielen lassen.
«Wir haben zweimal in der Meisterschaft und nun im Pokal gewonnen. Jetzt müssen wir eine Serie starten. Wenn wir weiter so dominant Fußball spielen, sind wir sehr, sehr zufrieden», richtete Manager Uli Hoeneß nach dem glanzvollen 4:0 der Münchner im DFB- Pokal-Achtelfinale beim hessischen Bundesliga-Rivalen eine Kampfansage an die Konkurrenz.
Trainer Louis van Gaal hakte den verdienten Sieg durch die Tore von Miroslav Klose (14./19. Minute), Thomas Müller (29.) und Luca Toni (52.) schnell ab und richtete den Blick bereits auf die «Königsklasse», wo der deutsche Rekordmeister im Gruppen-Rückspiel gegen Girondins Bordeaux unter Erfolgsdruck steht. «Ich beschäftige mich schon mit dem Spiel gegen Bordeaux», erklärte der Niederländer wenige Minuten nach dem Abpfiff der einseitigen Partie.
Die Vorstellung der Bayern vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena hatte dem Coach über weite Strecken gefallen. «Ich habe ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. 75 Minuten lang haben wir die Ordnung gehalten, Aggressivität gezeigt und Pressing gespielt. Daher bin ich heute ein zufriedener Trainer», lobte van Gaal und fügte hinzu: «Jeder Sieg bringt mehr Selbstvertrauen. Daher war der Erfolg wichtig.»
Auch Hoeneß war von dem starken Auftritt angetan. «Die Frankfurter haben geglaubt, sie können gegen uns mitspielen. Das war ihr Fehler, denn wenn die Eintracht gegen uns mitspielen will, hat sie keine Chance», analysierte er und sprach seinen Bayern ein kollektives Lob aus: «Wir haben sehr stark gespielt. So stelle ich mir das vor.»
Vor allem Nationalstürmer Klose blüht langsam auf und kommt immer besser in Schwung. Der 31-Jährige ebnete den Gästen mit seinem Doppelschlag frühzeitig den Weg ins Viertelfinale und stellte danach zufrieden fest: «Wir haben heute den Ball gut laufenlassen und damit auch den Gegner. Es war wichtig, die ersten Chancen zu nutzen. 4:0 ist deutlich, daran müssen wir in den nächsten Spielen anknüpfen.»
Klose ist derzeit als Sturmpartner von Toni gesetzt, so dass für seinen Nationalmannschaftskollegen Mario Gomez auch in Frankfurt fast 70 Minuten lang nur Platz auf der Bank war. «Klose ist sehr schlau und ein sehr guter Spieler, der immer als zweite Spitze spielen kann. Er hatte keine gute Vorbereitung, aber in den letzten Spielen war eine Steigerung zu sehen. Ich freue mich für ihn, dass er zwei Treffer erzielt und ein Tor vorbereitet hat. Ich hoffe, dass er diese Leistung auch in den nächsten Spielen zeigt», sagte van Gaal.
Klose selbst sieht sich und die Mannschaft auf einem gute Weg. «Wir dürfen nicht den Fehler machen und alles infrage stellen. Wir trainieren sehr gut und sehen im Training unsere Fortschritte. Uns fehlt das Selbstvertrauen das kann man sich nur mit Siegen holen. Heute war ein guter Anfang», erklärte der Stürmer. In die gleiche Kerbe schlug Hoeneß, der das Spiel auf der Tribüne «eine Stunde lang ohne Nervenbelastung» mit Vergnügen verfolgt hatte. «Wenn wir so spielen, werden auch andere Gegner Probleme bekommen», meinte der Manager.


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