Olympia-Team: Gelb-Pink-Blau für Schwarz-Rot-Gold

Do 29.Okt. 14:15:12 2009

München (dpa) - In einem farbenfrohen Outfit aus strahlendem Gelb, leuchtendem Pink und frischem Aqua-Blau wollen die deutschen Wintersport-Olympioniken in Vancouver ihren Status als Nummer 1 untermauern.

«Es gibt keine konkrete Zahl von Medaillen, aber unsere Athleten sind motiviert genug. Als Titelverteidiger will man immer das erreichen, wo man schon einmal war. Insgesamt wäre ein Platz auf dem Treppchen ein großartiger Erfolg für die Mannschaft», sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), bei der Vorstellung der Olympiakleidung in München.

In 106 Tagen sollen die deutschen Sportler nicht nur ihren Spitzenplatz im Wintersport untermauern, sondern als Botschafter auch für Olympia 2018 in München werben. «Dort gibt es keine Silber- oder Bronzemedaille, sondern nur Gold», betonte Bach mit Blick auf das Bewerbungsrennen, bei dem im Sommer 2011 die Entscheidung fällt. München ist noch Zukunftsmusik, Vancouver die Gegenwart - und da war die Präsentation der Ausrüstung so etwas wie der Startschuss.

Für einen Tag ließen Weltmeisterinnen wie Maria Riesch und Kathrin Hölzl oder Olympiasieger wie Martin Schmitt die Ski beiseite und präsentierten als Models das neue Outfit dreier deutscher Sport- Partner (adidas, Bogner, Sioux). «Sehr knallige Farben, aber mir gefällt es sehr gut. Gerade im Winter ist alles weiß in weiß, da passt das besonders», sagte die modebewusste Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch über die «coolen» Klamotten. «Sehr farbfroh, aber kein wilder Mix», lobte auch der dreimalige Olympiateilnehmer Schmitt die neue Kollektion, die auf der Rückseite der Überjacke als Würdigung der Olympia-Gastgeber die Deutschlandfahne in einem kanadischen Ahornblatt zeigt.

Vor dem Auftritt wurden hinter der Bühne noch Lockenwickler und Make-up-Dosen gereicht, auf dem Laufsteg zeigten sich die rund 20 Sportler und Ex-Sportler dann bei alten Olympia-Hymnen oder rockigen Klängen schon in Medaillen-Form. Schuhe, Mützen, Jacken, Hosen, Taschen, Shirts wurden mit Vorfreude auf Vancouver präsentiert. «Es wird mit Sicherheit nicht an der Ausrüstung liegen, wenn nicht alle Medaillenträume reifen», sagte Bach. In Turin 2006 hatten die deutschen Athleten mit elfmal Gold wie auch in Nagano 1998 mit zwölfmal Gold Rang eins der Nationenwertung belegt, in Salt Lake hatte Norwegen mit 13 ersten Plätzen die Spitze inne gehabt.

Die Alpinen und die Snowboarder sind schon in den Olympia-Winter gestartet, nach und nach werden die anderen deutschen Medaillen-Hoffnungen folgen. «Man darf nicht gleich bei den ersten Wettbewerben alles erwarten. Der Höhepunkt muss Vancouver 2010 sein», mahnte Bach. Die Sportler der olympischen und der paralympischen Kernmannschaft bekamen neben einem Olympia-Pass, darin sind ein «paar Zuckerl der Sponsoren», noch ein Lebkuchenherz mit auf den Weg. «München 2018 im Herz'n» steht darauf geschrieben - überall soll für die Winterspiele in Bayern geworben werden. «Ein sympathisches Auftreten in Vancouver hilft zu zeigen, dass wir Olympische Winterspiele nicht nur organisieren können, sondern dass wir sie auch feiern können. Dass wir Wintersport leben und mitführen», betonte Bach.

Und auch ein paar Euros gibt es bei den Winterspielen zu verdienen. Die Deutsche Sporthilfe zahlt pro Olympiasieg 15 000 Euro, vom Deutschen Skiverband wurde noch eine Extra-Prämie ausgelobt. Doch der größte Antrieb bleibt natürlich der Medaillentraum. «Viele wollen nicht nur wegen des Dabeiseins nach Vancouver, sondern sie wollen dort antreten, im Wettkampf bestehen und gewinnen», sagte Bernhard Schwank, Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft. Als erste Sportler sind Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl und ihre bei der Junioren-WM erfolgreiche Teamkollegin Viktoria Rebensburg qualifiziert.

 

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