Saison 2009 - Pulverfass Formel 1: Das große Warten

Eurosport - Mo 29.Jun. 15:39:00 2009

Der erste Neueinsteiger zweifelt schon, die Alteingesessenen schweigen noch: Nach den neuesten scharfen Attacken von Weltverbandschef Max Mosley fährt die Formel 1 weiter ungewissen Zeiten entgegen.

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Bislang reagierte Ferrari-Präsident Luca di Montezomolo öffentlich nicht auf die Verbal-Angriffe des FIA-Präsidenten, mit denen der Brite womöglich eine neue Lunte ans Formel-1-Pulverfass gelegt hat. In der Rennsportwelt nehme ohnehin niemand di Montezemolo ernst, spottete Mosley über seinen Gegenspieler im gerade erst beigelegten Königsklassen-Krach.

Der Italiener muss nun innerlich kochen. Nur kurz vor Mosleys persönlicher Anfeindung in einem Interview mit der "Mail on Sunday" hatte di Montezemolo zum Ende der Polemik aufgerufen. Viel mehr gab es vom Ferrari-Chef bislang nicht zu hören. Über den Inhalt eines Briefes an Mosley brachten selbst italienische Zeitungen offenbar nichts in Erfahrung. "Ich gehe nicht davon aus, dass sich Luca entschuldigen oder ausblenden wird, wie er das vielleicht tun sollte", meinte Mosley, der seinem Widersacher vorwirft, ihm sinngemäß einen diktatorischen Führungsstil unterstellt zu haben.

Neue Regeln sorgen weiter für Unmut

Die Platzhirsche bleiben also auf Konfrontationskurs und leisten damit neuen Sorgen Vorschub, dass der für abgewendet gehaltene Totalschaden doch noch eintreten könnte. Sicher ist derzeit wohl nur: Nichts ist sicher. Der schon als Neueinsteiger in der offiziellen Startliste für 2010 vermeldete Manor-Rennstall aus Großbritannien rätselt derzeit ob der ständigen Kehrtwenden. "Jedes Mal, wenn du denkst, du hast alles geregelt, ändert es sich wieder. Es ist, als ob man auf Treibsand geht", meinte Teamchef John Booth bei "autosport.com".

Knackpunkt Nummer 1: Das neue Concorde Agreement, das unter anderem die Verteilung der Gelder regelt. Noch immer ist es nicht unterschrieben, auch wenn die Teamvereinigung FOTA mit einem 500- seitigen Entwurf längst in Vorlage gegangen ist. Knackpunkt Nummer 2: Die Budgetgrenze von 45 Millionen Euro, die es nun doch nicht geben wird. Unter eben dieser Voraussetzung hatten sich Manor wie auch andere Kandidaten eingeschrieben. "Das macht es natürlich für uns schwerer", sagte Booth, selbst wenn er sich zuversichtlich gab. Aber: "Ehrlich gesagt, ist es fast unmöglich, einen Kommentar abzugeben."

Todt als Plan B

Schon längst verschlägt es auch der Öffentlichkeit die Sprache in dem Dauerzoff um die Zukunft der PS-Königsklasse, die sportlich in knapp zwei Wochen auf dem Nürburgring wieder durchstarten will. Endlich. Doch alles andere geräuschlos wird wohl auch der Deutschland-Grand-Prix nicht über die beschauliche Eifel-Bühne gehen. Ungeklärt ist, mit wem bei der FIA die FOTA-Teams Ferrari, McLaren- Mercedes, BMW-Sauber, BrawnGP, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso künftig in Sachen Formel 1 verhandeln. Mosley besteht darauf, weiter das Sagen zu haben und wehrt sich gegen Darstellungen, dass FIA-Senatschef Michel Boeri neuer Ansprechpartner sei.

Hinzu kommt Mosleys Ankündigung, möglicherweise nun doch seine fünfte Amtszeit im Oktober in Angriff zu nehmen und sein Plan B, den ehemaligen Ferrari-Teamchef Jean Todt als Nachfolger zu installieren. "Sie haben den Fehler gemacht, auf meinem Grab zu tanzen, bevor ich unter der Erde war", zitierten britische Medien den 69-jährigen Mosley. Es folgte die unmissverständliche Drohung: "Ich werde tun, was immer ich tun muss."

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dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 4 of 24

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  1. OK alles klar – oder doch nicht? Was denn nun,­ Rücktritt und dann doch nicht. Das ist komplementär zum­ Reglement der F1. Keiner blickt mehr durch. Vor ein­ paar Monaten glaubte ich als Fan noch, dass ich halt­ nicht überall Durchblicke habe, weil ich etwas weiter­ vom ganzen entfernt bin. Aber nun wissen nicht mal mehr­ die Teams was läuft. Wie sollen die sich dann für­ diesen Sport einschreiben, wenn sie nicht mal wissen,­ was sie bauen sollen? Ich glaub die Verantwortlichen­ bei der FIA spinnen! Auch wenn jetzt der Mosley gehen­ sollte, wird sich doch nicht viel ändern. Wer glaubt­ denn, dass der alles alleine entschieden hat? Und wenn­ das so ist, dann stimmt doch etwas nicht! Es kann doch­ nicht sein, dass eine einzige Stimme über die Regeln­ entscheidet!!! Wie war das oben beschrieben,­ Dikatur?

    Ich bin nach wie vor für die "New­ Formula" oder wie auch immer es dann heissen mag.­ Jetzt ist echt Schluss mit lustig. Ihr habt uns genug­ verarscht. Ich schau mir das Rennen am Nürburgring­ nicht an. Ich pack meine sieben Sachen und verabschiede­ mich in die Berge, dahin wo ich sicher keinem Fernseher­ über den Weg laufe! Mir reichts! Ich hoffe, ihr macht­ das genau so und schreibt es hier ins Forum!!!­ Vielleicht merken dann die Herren bei der FIA endlich­ mal, dass sie auch nach links und rechts und nicht nur­ in ihre Geldbeutel schauen müssen!!!

    Von Mario, am Mo 29.Jun. 16:19
  2. Ich nehme Monti auch nicht mehr ernst seit Mittwoch.­ Doch Max hat seine Zeit bei der FIA gehabt und sollte­ seine privaten Gelüste weiter außerhalb der F1­ nachkommen. Der nervt nur noch.
    Monti hat sich­ Mittwoch in eine absolute Looserrolle gedrückt. Max­ kann sich jetzt erlauben was er will. Die FOTA hat aus­ Feigheit ihre eigene Zukunft verbaut. Wer soll die noch­ ernst nehmen? Egal was jetzt noch entschieden wird, Die­ FOTA hat sich über den Tisch ziehen lassen und erntet­ dafür den Spott, selbst in Schuld!!!

    Von SilvieStern, am Mo 29.Jun. 16:06
  3. Wenn ich das so lese, dann wird es einen riesengroßen­ Knall geben. Mosley will als­ "Abschiedsgeschenk" noch unbedingt seinen­ Willen durchdrücken und somit ein Reglement­ installieren, unter dem die FOTA-Teams nicht starten­ werden. Wenn das raus kommt ist es zu spät noch andere­ Teams in die F1 zu holen und die FOTA hat keine Zeit­ mehr eine eigene Rennserie zu entwickeln. Das Ergebnis­ wird somit sein, dass es nächstes Jahr keine F1 gibt­ und frühestens im übernächsten Jahr eine "New­ Formula". Schade, dass so ein hirnverbrannter­ Machtmensch wie der Mosley so was erreichen kann.

    Von ww_user, am Mo 29.Jun. 16:00
  4. Das "Pulverfass" ist nicht die Formel I. Hier­ geht es um eine Person. Dieses Pulverfass heißt Mosley.­ Muss man denn tatsächlich erst mit einer Piratenserie­ aufwarten, damit die FIA-Gremien den Mann mal­ einbremsen?

    Wir erleben hier Altersstarrsinn im­ Endstadium. Mit der Formel I hat das schon nichts mehr­ zu tun. Hier will jemand Recht behalten um jeden Preis.­ In einer Führungsposition ist ein solcher Mensch­ untragbar geworden.

    Von Andreas S, am Mo 29.Jun. 15:49
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