Eurosport - Mo 29.Jun. 12:28:00 2009
Im ersten internationalen Härtetest der kompletten deutschen Flotte nach der Peking-Pleite ohne Gold zeigten die deutschen Ruderer, dass sie wieder siegen können.
Im ersten internationalen Härtetest der kompletten deutschen Flotte nach der Peking-Pleite ohne Gold zeigten die deutschen Ruderer, dass sie wieder siegen können.
Der ehemalige Einer-Weltmeister Marcel Hacker musste sich zehn Monate nach dem deutschen Olympia-Debakel bei seiner Rückkehr in ein Teamboot zwar mit dem vorletzten Final-Platz begnügen, gegen die nicht vollständige Konkurrenz reichte es beim Weltcup in München insgesamt aber zu fünf ersten Plätzen. Während auf den 32-jährigen Hacker noch viel Arbeit auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften Ende August in Posen wartet, zeigten vor allem die Achter-Athleten des Deutschen Ruderverbandes (DRV) schon vielversprechende Ansätze.«Die Erfolge sind eine Bestätigung, dass wir die richtige Richtung eingeschlagen haben», sagte Bundestrainer Hartmut Buschbacher. «Richtung Luzern müssen wir noch Hausaufgaben machen.» Der erste Schritt beim Neuaufbau nach den Olympischen Spielen sei gelungen, aber viele Aufgaben stünden noch an.
Die etatmäßige Achter-Crew präsentierte sich bei ihrem Einsatz im Vierer ohne Steuermann mit einem Doppelerfolg gut in Form und will beim Weltcup-Finale in drei Wochen auf dem Rotsee in Luzern das in China gekenterte Flaggschiff auf Kurs bringen. Noch nicht gegen die Top-Konkurrenz landete der in München eingesetzte Perspektiv-Achter indes gleich einen Sieg. Bei den Männern wiesen auch Eric Knittel (Berlin) und Stephan Krüger (Rostock) im Doppelzweier die Konkurrenz in die Schranken. Auf der Olympia-Regattastrecke von 1972, wo es vor einem Jahr gegen ungleich stärkere Konkurrenz nur zu einem Weltcup-Sieg gereicht hatte, gewannen bei den Frauen der Achter und der Doppelvierer.
Im deutschen Aufbaujahr für London 2012, wenn die deutsche Hymne wieder viermal klingen soll, ist der langjährige Solist Hacker nach zehn Jahren wieder in einem Mannschaftsboot unterwegs. In Vor- und Hoffnungslauf gab es am WM-Ort von 2007 jeweils einen zweiten Rang. Im Finale lag der Schlagmann im Doppelvierer - in dieser Klasse gewann er in den 90ern zweimal WM-Silber - nur 0,28 Sekunden vor dem letzten Platz.
«Wir haben uns unter Wert verkauft, wir haben mit einer Medaille geliebäugelt. Am Ende war es mehr Arbeiten als Rudern», sagte Hacker, der auf die schwierige Umstellung aufgrund der Erkrankung von Lauritz Schroof (Rendsburg) nach dem Vorlauf hinwies. Zwar wisse er selbst nicht, ob er in Luzern im Vierer sitze, aber der Wunsch sei da. «Nicht unzufrieden» war Buschbacher mit dem Doppelvierer und Hacker, wenngleich das Boot noch eine «Baustelle» ist. Erst einmal wird wohl die Truppe um Hacker verstärkt. Sollte der deutsche Skiff-Meister aber dann doch nicht im Vierer starten, würde er wieder in den ohne ihn verwaisten Einer umsteigen. «Es hat schon gekribbelt, die Einer fahren zu sehen», gestand Hacker.
Mit stolz geschwellter Brust kommentierte Filip Adamski (Mannheim) den Doppelerfolg im Vierer ohne Steuermann vor dem Team von Sebastian Schmidt (Mainz). Beim Weltcup-Finale in Luzern (10. bis 12. Juli) wollen die acht wieder gemeinsam in einem Boot um den Sieg und das WM-Ticket kämpfen. «In Luzern Achter zu fahren, darauf freuen wir uns schon riesig», sagte Adamski. In München warben die Vierer-Athleten für einen WM-Einsatz, der Perspektiv-Achter unterstrich mit seinem Sieg eigene Ambitionen.
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