Tacen (dpa) - Die in der Olympia-Qualifikation gescheiterten deutschen Slalom-Kanuten mischen nun den Weltcup auf. Beim zweiten Weltcup der Saison holten sich in Tacen/Slowenien gleich zwei deutsche Boote den Sieg.
Die Leipzigerin Mandy Planert gewann den Wettbewerb im Kajak-Einer, der Magdeburger Nico Bettge war beim Slalom im Wildwasser mit seinem Canadier-Einer für die Konkurrenz zu schnell. Im Kajak-Einer der Herren verpasste Vize-Weltmeister Fabian Dörfler (Augsburg) als Vierter ebenso knapp das Podest wie Kay und Robby Simon (Halle/Saale) im Canadier-Zweier. Die fünf für Olympia qualifizierten Athleten waren nicht am Start. Sie trainieren derzeit in Peking.
«Mit zwei Siegen ist das natürlich ein guter Wettkampf für uns gewesen, mit dem wir sehr zufrieden sein können. Schade, dass es bei den Kajak-Herren und im Zweier-Canadier so knapp an den Medaillen vorbei ging. Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen», sagte Bundestrainer Helmut Schröter.
Stark in Form präsentierte sich vor allem Planert. Die 33 Jahre alte Leipzigerin gewann nach zwei fehlerfreien Läufen vor Jingjing Li aus China und Gabriela Stacherova (Slowakei). «Im Finale war die Chinesin stark, aber ich konnte im zweiten Streckenteil, der sonst eher nicht meine Stärke ist, noch einmal aufdrehen», so Planert. «Nun habe ich natürlich Blut geleckt und will auch den Gesamtweltcup.»
Der 28 Jahre alte Canadier-Spezialist Bettge siegte vor dem Slowaken Alexander Slafkovsky und Ronnie Dürrenmatt (Schweiz). «Das war auf jeden Fall schon mal besser als Prag», meinte der Magdeburger nach Rang elf in Tschechien. «Im zweiten Lauf war ich hier und da vielleicht wieder ein wenig zu verkrampft, aber das passt schon.»
In den beiden anderen Entscheidungen verpassten die Athleten des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) die Podestplätze denkbar knapp. «Der Sieg wäre aber wahrscheinlich sowieso nicht drin gewesen, dafür war Peter Kauzer zu stark», sagte Dörfler. Im Canadier-Zweier zeigten die Simon-Zwillinge aufsteigende Form. «Es lief bei uns auf jeden Fall viel besser als noch im Training», sagte Robby Simon.
Nicole Reinhardt aus Lampertsheim hat in Potsdam den 4. Kanalsprint der Kanuten gewonnen. Im Finale über die 170 Meter verwies sie die Potsdamerinnen Fanny Fischer und Katrin Wagner-Augustin auf die Plätze zwei und drei. Bei den Herren dominierte Ronald Rauhe (Potsdam) im Kajak-Einer das Feld und siegte vor Lutz Altepost (Potsdam) und Norman Bröckel (Berlin). Im Einer- Canadier setzte sich Sebastian Brendel (Potsdam) vor Stefan Kiraj (Potsdam) und Andreas Wittner (Neubrandenburg) durch.
Der Olympiasieger im Zweier-Canadier Christian Gille (Leipzig), der im Vorjahr den zweiten Platz belegt hatte, musste den Wettkampf aufgrund akuter Rückenprobleme kurzfristig absagen. Auch die Vorjahressieger Jonas Ems (Kajak) und Stefan Holtz (Canadier) hatten überraschend nicht am Rennen teilgenommen. Es war der letzte Wettkampf der deutschen Kanuten vor den Olympischen Spielen in Peking.




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