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Terry trifft beim England-Sieg gegen die USA

Do 29 Mai, 12:04 Uhr


London (dpa) - John Terry erlebte binnen einer Woche ein Wechselbad der Gefühle. Sieben Tage nach seinem Fehlschuss im Champions-League-Finale gegen Manchester United führte der Kapitän des FC Chelsea die englische Fußball-Nationalmannschaft zu einem 2:0- Sieg gegen die USA.

Gegen die «US Boys» durfte Terry erstmals unter dem neuen Nationalcoach Fabio Capello die Kapitänsbinde tragen und sorgte in der 38. Minute mit einem Kopfballtreffer für die Führung, die Steven Gerrard (59.) zum 2:0-Endstand ausbaute (59.). «Ich habe gezeigt, dass ich ein großer Mann bin - ein Mann für große Spiele. Es war fantastisch, zu treffen», sagte Terry.

Noch sieben Tage zuvor war Terry untröstlich gewesen. Nachdem Manchesters Superstar Cristiano Ronaldo im Moskauer Fußball-Drama am überragenden Chelsea-Torhüter Petr Cech gescheitert war, hatte Terry beim fünften Elfmeter die Erlösung auf dem Fuß - rutschte aber aus und verschoss. «Um ehrlich zu sein, war das hier eigentlich der letzte Ort, wo ich diese Woche sein wollte, unter all den Manchester- United-Spielern», gab der von der Boulevardpresse als «Captain Fantastic» («The Sun») Gefeierte nach dem Sieg des nicht für die EM qualifizierten Fußball-Mutterlandes zu. Aber es habe ihm «tatsächlich gut getan», sagte Terry nach der Partie vor 71 233 Zuschauern im Wembley-Stadion.

Capello, der nach einem 2:1 gegen EM-Gastgeber Schweiz und einem 0:1 gegen Frankreich den zweiten Sieg im dritten Spiel als England- Coach verbuchte, lobte seinen Kapitän. «Ich freue mich für ihn und für die Mannschaft. Er ist ein Anführer. Nun kann er fröhlich in den Urlaub fahren», sagte der Italiener, der aber noch offenließ, ob er Terry im Herbst endgültig zum Spielführer bestimmen wird.

Dabei zeigte das englische Team, das mit sieben «Moskau-Veteranen» antrat, warum es bei der EM fehlt. Gegen schwache Amerikaner brachten die «Three Lions» die erste halbe Stunde so gut wie nichts zustande. Ausgerechnet der oft abgeschriebene David Beckham (Los Angeles Galaxy), der in seinem 101. Länderspiel Terrys Treffer mit einem feinen Freistoß vorbereitete, setzte noch die auffälligsten Akzente.

«Na immerhin fühlt sich Terry besser», lästerte die «Daily Mail», «denn sonst war in Wembley keine Besserung erkennbar: Das alte Team. Die alte Taktik. Englands Spiel war streckenweise kaum flüssiger als das Englisch des Trainers.» Auch der «Daily Telegraph» zeigte sich nicht gnädig: «Ein neuer Aufbruch scheint immer noch in weiter Ferne», schrieb die Zeitung.

Capello, der erstmals die Pressekonferenz auf Englisch abhielt, zeigte sich dagegen einmal mehr hochzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. England habe diesmal «ohne Furcht» gespielt, betonte der Italiener: «Der Sieg war psychologisch wichtig. Wir verbessern uns mit jedem Spiel.» Statt demnächst in die Alpen-Republiken zu reisen, fliegen die «Three Lions» nun zum nächsten Test nach Trinidad und Tobago. Der größte Teil der Champions-League-Finalisten darf allerdings schon in die Ferien gehen. Noch zwei Testspiele und eine Partie gegen Andorra zum Auftakt der WM-Qualifikation bleiben Capello, um seine Mannschaft zu finden, bis gegen Kroatien im September der erste große Test ansteht.