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Nordische Ski-WM 2013 in Val di Fiemme

Do 29 Mai, 20:04 Uhr


Kapstadt (dpa) - Ein drittes Wintermärchen in Oberstdorf findet vorerst nicht statt. Die Marktgemeinde aus dem Allgäu scheiterte im südafrikanischen Kapstadt mit der Bewerbung um die Ausrichtung der nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2013.

Die Delegierten des Kongresses des Weltverbandes FIS gaben stattdessen überraschend dem italienischen Val di Fiemme zum dritten Mal nach 1991 und 2003 den Zuschlag. Als Favorit war das schwedische Falun ins Rennen gegangen.

Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2013 werden in Schladming und damit zum neunten Mal in Österreich ausgetragen. Vikersund (Norwegen) setzte sich bei der Wahl des Austragungsortes der Skiflug- Welttitelkämpfe 2012 gegen Harrachov (Tschechien) durch.

Die Enttäuschung der deutschen Delegation in Kapstadt war nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses verhältnismäßig gering. 1987, vor allem aber 2005 hatte Oberstdorf hervorragende Weltmeisterschaften ausgerichtet und war von FIS-Präsident Gian Franco Kasper als «Mekka des nordischen Skisports» geadelt worden. In Kapstadt war in der ersten Runde mit nur einer Stimme Endstation. «Wir haben unseren Hut ganz bewusst zum frühest möglichen Zeitpunkt in den Ring geworfen», erklärte der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann. «Natürlich wäre es schön gewesen, wenn wir drei Jahre nach den fantastischen Weltmeisterschaften 2005 erneut das Vertrauen bekommen hätten.»

Gemeinsam mit Oberstdorf soll nun zu gegebener Zeit das weitere Vorgehen besprochen werden. «Wichtig für diese strategische Zukunftsentscheidung ist vor allem die künftige Positionierung der Gemeinde zum Skisport und zu Großsportveranstaltungen. Aus DSV-Sicht spricht aber einiges dafür, es erneut zu versuchen», so Hörmann. «Ich werte das Abschneiden weniger als Niederlage, sondern als Ansporn für einen neuen Versuch. Zumal sich der Gemeinderat schon im Vorfeld bei seiner letzten Sitzung einstimmig dafür ausgesprochen hat, sich im Falle einer Nichtberücksichtigung erneut zu bewerben», sagte Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies.

In seiner Abschlusspräsentation hatte die deutsche Delegation die Kongressmitglieder noch einmal in Erinnerungen an die vergangenen Titelkämpfe schwelgen lassen. Als Hauptdarstellerin des offiziellen Bewerbungsfilms nahm das Oberstdorfer Langlauf-Talent Lucia Anger die Kongressmitglieder mit auf eine virtuelle Zeitreise und träumte stellvertretend für alle deutschen Wintersportler von einer Neuauflage des Oberstdorfer Wintermärchens. Auch Sven Hannawald, Olympiasieger und Skisprung-Legende war in Südafrika, um den DSV und Oberstdorf bei ihrer Bewerbung zu unterstützen. «Vielleicht war die Zeit noch nicht reif. Bei solchen Abstimmungen gelten aber andere Gesetze und nicht nur die Qualität», sagte der einzige «Grand-Slam»-Sieger der Vierschanzentournee.