Bundesliga - Torfestival im Ruhr-Derby

Eurosport - Sa 29.Mrz. 18:22:00 2008

Nach einem aufregenden Spiel am 26. Spieltag der Bundesliga bleibt der VfL Bochum im "Revier" die zweite Kraft hinter dem FC Schalke 04. Das 3:3 (3:2) im spannungsgeladenen Derby gegen Borussia Dortmund belässt es weiter bei einem Zwei-Punkte-Vorsprung der Bochumer auf die Schwarz-Gelben.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Dortmund Bochum-Dortmund Kringe Sestak - 0

Der VfL ist nun schon sechs Partien hintereinander unbesiegt, die Gäste aus der Westfalenmetropole dagegen warten bereits seit fünf Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn. Bochums Trainer Marcel Koller ärgerte sich über das nicht erzielte 3:0: Wir hatten eine gute Anfangsphase, haben jedoch verpasst, das dritte Tor zu schießen. Danach hat Dortmund gezeigt, wie es Fußball spielen kann, und ist am Ende auch zum verdienten Ausgleich gekommen. Auch wir treten in der Tabelle auf der Stelle."

Sein Dortmunder Kollege Thomas Doll wollte am liebsten die Anfangsviertelstunde aus dem Gedächtnis streichen: "Wir hatten 15 Minuten Tiefschlafphase und sind durch individuelle Fehler ins Hintertreffen geraten. Danach haben wir gezeigt, wie wir Fußball spielen können und auch Moral bewiesen. Am Ende waren wir nahe dran, das Spiel zu drehen."

1. Halbzeit

Im mit 31.345 Zuschauern ausverkauften Bochumer rewirpowerSTADION erwischten die Gastgeber einen Start nach Maß: Einen harmlosen Freistoß von Mimoun Azaouagh aus 22 Metern ließ BVB-Keeper Marc Ziegler kurz abprallen, Christoph Dabrowski war zur Stelle und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:0 für den VfL ein (3.). Kurze Zeit später setzte sich erneut Azaouagh auf der linken Seite durch und passte in die Mitte, wo Benjamin Auer völlig frei stand und aus zwölf Metern das 2:0 markierte (8.).

Von den Gästen aus Dortmund war in den Anfangsminuten fast nichts zu sehen, lediglich ein Kopfball von Tinga, den Philipp Bönig auf der Linie klärte (18.), brachte Gefahr für VfL-Schlussmann Jan Lastuvka. Mit zunehmender Spieldauer gelang es der Mannschaft von Thomas Doll jedoch, gefährlicher zu werden. Zunächst scheiterte Tinga mit einem Kopfball an der Querlatte (28.), Sebastian Kehl machte es aber besser. Eine hohe Freistoßflanke von Dede landete direkt auf dem Kopf des Nationalspielers, der aus fünf Metern unbedrängt zum Anschlusstreffer einköpfte (37.).

Nur zwei Minuten später schlugen die Borussen erneut zu. Wieder brachte Dede das Leder per Freistoß in den Strafraum, Mladen Petric setzte sich gegen Bönig durch und erzielte mit einem wuchtigen Kopfball aus kurzer Distanz das 2:2. Der BVB schien mehr zu wollen, vernachlässigte dadurch aber die Defensive. Dies nutzte Auer eiskalt aus: Nach einem Zuspiel in den Strafraum legte sich der Angreifer die Kugel selbst mit der Brust vor und vollstreckte aus halblinker Position mit einem Rechtsschuss ins lange Eck (42.).

2. Halbzeit

In der zweiten Hälfte mussten beide Mannschaften dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten Tribut zollen, wobei die Dortmunder sich ein leichtes Übergewicht erspielten. Nach herrlicher Dede-Flanke von links köpfte Nelson Valdez aus fünf Metern knapp links neben das Gehäuse (53.).

Auf der Gegenseite spielte Azaouagh mit der Dortmunder Defensive im Strafraum Katz und Maus. Der wendige Mittelfeldakteur zog aus 14 Metern ab, doch Ziegler parierte (56.). Dieser Entlastungsangriff bewahrte die Hausherren allerdings nicht vor dem überfälligen Ausgleichstreffer. Petric bediente den eingewechselten Diego Klimovicz mit einem schönen Steilpass im Strafraum, der Angreifer zog aus acht Metern direkt ab. Lastuvka parierte zunächst, Tinga setzte nach und hämmerte die Kugel aus drei Metern per Rechtsschuss in die Maschen (65.).

In der verbleibenden Zeit postierten sich die Abwehrreihen auf beiden Seiten sicherer, so dass Torraumszenen Mangelware blieben. Lediglich ein etwas zu hoch angesetzter Volleyschuss von Florian Kringe von der Strafraumgrenze (83.) brachte Gefahr für das Bochumer Tor.

Spieler des Spiels: Benjamin Auer

Der Bochumer Angreifer drückte der Partie seinen Stempel auf. Der 27-Jährige erzielte im ersten Durchgang zwei Treffer und sorgte in der anfangs unsicheren Dortmunder Hintermannschaft für Gefahr.

Tobias Pentzek / Eurosport