Australian Open - Die Show geht weiter: Federer im Finale

Eurosport - Do 29.Jan. 19:32:00 2009

Roger Federer steht zum vierten Mal im Finale der Australian Open. Die Nummer zwei der Welt setzte sich im Halbfinale souverän gegen den US-Amerikaner Andy Roddick mit 6:2, 7:5, 7:5 durch. Der Gegner des Schweizers wird zwischen den Spaniern Rafael Nadal und Fernando Verdasco ermittelt.

TENNIS 2009 Federer - 0

Von Beginn an hatte Roddick dem Schweizer auf seinem Weg ins 18. Grand-Slam-Finale nicht viel entgegenzusetzen. Der Weltranglistenzweite aus der Schweiz dominierte seinen Gegner, hatte die Partie im Griff und ließ immer wieder seine Weltklasse aufblitzen.

Roddick leistete sich dagegen die gewohnten Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Vor allem in den Sätzen zwei und drei schien sich der US-Amerikaner, der gegen Federer kein Mittel fand, mit diesen Einlagen pushen zu wollen.

Federers Plan funktioniert

Schon früh konnte Federer dem US-Amerikaner den Aufschlag abnehmen. Mit dem dritten Break ging Federer mit 4:1 in Führung und entschied den ersten Satz nach nur 32 Minuten für sich. "Ich hatte einen sehr guten Start. Das hat mir sehr geholfen. Ich habe eine sehr solide Vorstellung gezeigt", freute sich der 27-Jährige.

Durch die Querelen mit dem Referee und den Anfeuerungsrufen aus dem Publikum gepusht, bot Roddick der Nummer zwei der Welt in der Folge einen offeneren Kampf. Bei seinem Aufschlag wirkte der 26-Jährige nun sicherer und spielte aggressiver. Doch bei Federers Service war für "A-Rod" nichts zu holen. Der Basler war konzentriert, wirkte sehr ruhig und ließ in den Sätzen zwei und drei nicht eine Breakmöglichkeit zu. "Er hat sehr stark serviert. Wenn er so aufschlägt, ist es sehr schwer", gab Roddick nach der Partie zu.

In den entscheidenden Spielen musste Roddick zudem Federn lassen: Sowohl im zweiten als auch im dritten Satz gab die Nummer neun der Welt jeweils das elfte Spiel ab. Federer hatte danach keine Probleme mehr, Satz und Match nach 2:07 Minuten für sich zu entscheiden. "Gegen Andy ist es wichtig, den Aufschlag sehr gut zu gestalten. Das Spiel wird mit wenigen Schlägen entschieden und dann muss man einen perfekten Passierball spielen, wenn es darauf ankommt. Das war mein Plan für dieses Match und es hat funktioniert", analysierte der Schweizer die Partie. Roddick fasste das Match trocken zusammen: "Das Spiel war in Ordnung. Er hat mich geschlagen. Es ist ganz einfach."

"Bis hierhin sehr zufrieden"

Im 18. direkten Aufeinandertreffen setzte sich Federer zum 16. Mal durch und war in allen Belangen überlegen. Mit 16 Assen übertrumpfte er den "Aufschlag-König" sogar und machte insgesamt 20 Punkte mehr als Roddick. Trotzdem war der US-Amerikaner mit dem Turnierverlauf zufrieden: "Ich habe viele gute Dinge gemacht. Ich habe den Ball sehr gut getroffen und es gibt noch einige positive Dinge. Insgesamt war es ein sehr gutes Event."

Im Hinblick auf das Endspiel zeigte sich Federer, der bereits 2004, 2006 und 2007 die Australian Open gewann, selbstbewusst: "Ich fühle mich mental sehr gut. Dieses Jahr geht es mir gesundheitlich besser als im vergangenen Jahr. Mit meinen Vorstellungen bin ich bis hierhin sehr zufrieden. Die Auslosung war nicht einfach." Im Finale gegen den Sieger der Begegnung zwischen Rafael Nadal oder Fernando Verdasco will sich Federer den 14. Grand-Slam-Titel seiner Karriere sichern.

Isabel Engstfeldt / Eurosport

Kommentare 135 - 154 of 154

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. @x-ache: ja, roger nimmt häufig das tempo raus. habe­ mal gelernt und zudem natürlich in vielen matches­ erfahren, dass die länge eines schlages häufig­ wichtiger ist als die geschwindigkeit. auf ein­ moderates tempo ist es schwierig druck zu entfalten.­ zudem verhindern möglichst lange schläge vorallem, dass­ der gegenüber mit winkel spielen kann um sich das feld­ zu öffnen.
    im endeffekt ist tennis immer mit­ geometrie, physik und biomechanik zu erklären.­ psychologie natürlich auch. empfehle zum thema tennis,­ technik, taktik die bücher von richard­ schönborn!!!
    roddicks problem ist einfach sein­ besonderer topspin, gerade auf der vorhand. er ist­ deutlich langsamer als der von nadal. wenn er denn­ vorkommt, hat der gegenüber viel zu oft zeit für den­ guten passierball. die idee, öfter mal vorzukommen ist­ im grunde nicht verkehrt. die zeit der reinen­ baseliner, wie in den letzten zehn jahren, scheint­ wieder vorbei. auch nadal kommt immer öfter ans netz.­ es wird wieder tennis "gespielt" und nicht­ geprügelt. denke auch, wie sven groenefeld, dass auch­ bei den damen die zukunft in diese richtung geht.­ jedenfalls wieder für eine gewisse zeit.
    so, noch ca.­ 30 minuten und nadal vs verdassco beginnt. werden uns­ dann nach dem spiel wieder hier treffen.

    Von f_schwarz79, am Fr 30.Jan. 9:10
  2. danke für die adresse von wrongfuta, es sind für uns­ ca. 45 min. fahrzeit und ich verspreche dir, dem wird­ alles weh tun, ich hoffe es findet ihn jemand, sonst­ ofen 11.... danke! toll gibt noch solche user!!!

    Von modellfanli, am Fr 30.Jan. 0:45
  3. glaub ich dir,dass es net dein Geschmack­ ist..Geschmäcker sind eben verschieden....=)

    Ich­ trainiere die A-Jugendfußballmannschaft,würde denen­ auch gern die Technik zeigen/beibringen...Aber die­ gehen lieber über den Kampf...Natürlich nicht immer­ erfolgreich,aber genau das ist mein Geschmack...Wenn­ ich Sportler kämpfen sehe,ist es genauso schön, wie­ wenn du Sportler siehst, die durch Technik überzeugen­ ;-)

    Aber so ist der Sport....Solange man den­ Zuschauern schöne Matches bietet, ist das super...Und­ ein Finale Federer vs. Nadal..wäre super...so gibt es­ für jeden Geschmack etwas :D

    Von Alper, am Fr 30.Jan. 0:34
  4. Natürlich ist Nadal ein guter Spieler, da habe ich nie­ das Gegenteil behauptet ;) Das was er da an Spin macht­ ist sehr hübsch, aber er steht oben weil er seine­ Defizite mit sehr viel K(r)ampf ausgleicht. Ist einfach­ nicht mein Geschmack...

    Von talimore, am Fr 30.Jan. 0:19
  5. @ bzbub
    also es is klar das federers technikfertigkeit­ überragend ist, aber es is wie in jeder sportart nicht­ nur das können gefragt, sondern die mentale stärke..­ und da ist nadal deutlich übelegen.. das ist das größte­ problem von federer wenn er gegen nadal spielt, er­ kommt einfach mit seinen nerven nicht klar und deshalb­ macht er fehler bzw spielt nicht so befreit wie gegen­ andere spieler..un das führt natürlich zu diesen­ peinlichen niederlagen gegen nadal.. ich tippe auf­ nadals triumph bei AO

    Von gaekgo, am Fr 30.Jan. 0:17
  6. @ bzbub

    ich muss dir zustimmen was die Technik von­ Federer betrifft...Die ist echt genial,da kann ihm­ keiner das Wasser reichen..Technisch einfach nur­ perfekt...

    Aber meinste wirklich, dass nur durch­ "Kampf" man Matches/Turniere gewinnt und­ somit auch die Nr. 1 der Welt wird ? Ich denke, wir­ beide wissen, dass mehr als nur "Kampf"­ dazugehört..
    Nadal wird technisch nie an Federer­ rankommen,das ist klar...Aber der Junge spielt auch­ schon guten Tennis..Das hat er oft genug bewiesen...Ob­ es schön anzuschauen ist, das überlasse ich­ euch...
    Teilweise ist es auch bei Nadal schön­ anzusehen, da er die Bälle net einfach­ zurückschlägt...Schau mal genauer hin,dann siehst du­ auch wie präzise er schlägt...
    Aber sonst gebe ich dir­ schon Recht...

    Ich bin auch Sportler und weiß, dass­ man mit Kampf zwar "mal" etwas erreicht, aber­ nicht dauerhaft...

    Von Alper, am Fr 30.Jan. 0:14
  7. Haha, ok werds mir merken mousetati xD

    Von talimore, am Do 29.Jan. 23:59
  8. Hallo zusammen,
    ich hätte zum Abschluss noch eine­ wichtige Frage: Ich habe von einem Spieler gehört, den­ man in Tennisinsiderkreisen "das Händchen"­ nennt. Er soll über einen enormen Tennissachverstand­ verfügen und das absolute Beurteilungsvermögen über­ Roger Federer, insbesondere seine zittrige Rückhand­ gegen Nadal und Murray, verfügen.

    Die grosse Quizfrage­ lautet: Kann mir jemand sagen, wer das ist?

    Von chiggifan, am Do 29.Jan. 23:47
  9. Auch wenn der Kommentar schon etwas her ist zu­ tennisfan_i, ich muss sagen vollkommen menschlich sind­ solche Reaktionen zwar auf jeden Fall aber auch ich­ habe in meiner Jugend (naja so lang ist das auch noch­ nicht her) Tischtennis in der Kreisliga gespielt,wo ist­ nun auch egal an sich ... zmd musste auch ich­ lernen,dass sich so etwas nicht gehört also sollte ein­ immerhin 20 jähriger weltklassespieler das auch langsam­ lernen ;)

    Von Thomas, am Do 29.Jan. 23:44
  10. bzbub,
    wenn du etwas zum Thema Verdreschen und­ Brutalität sehen willst, und es riskierst, dass dir die­ Haare vom herzzerreißendem Geschrei zu berge stehen,­ dann ziehe dir mal ein Final- oder Halbfinalspiel von­ Venus Williams rein (das ist die deutlich schlankere­ von den beiden) ;-)

    Von mousetati, am Do 29.Jan. 23:29
  11. Nunja, ich schaue nur sehr selten Frauen Tennis, das­ reizt mich nicht so. Insofern kann ich über Williams­ nicht viel sagen, könnte nichtmal sagen wer welche ist,­ wenn man sie mir zeigt ;)

    Von talimore, am Do 29.Jan. 23:19
  12. bzbub,
    und was hälst du vom Spiel der Venus Villiams,­ der Basebolschläger-Königin?

    Von mousetati, am Do 29.Jan. 23:02
  13. Beim Tennis kommt es viel mehr auf schönes und gutes­ Spiel an als beim Fussball oder sonstwo...Tennis lebt­ dadurch. Niemand will ein Müll-Spiel von Nadal sehen,­ das er zwar gewinnt, in dem er 2 Minuten für einen­ Aufschlag braucht und den Gegner mit seinem Mega-Arm­ verdrischt. Wenn Federer mal wieder seine Topform­ erreicht ist auch ein Nadal chancenlos.

    Federers­ Technikfertigkeit ist nahe an 100 %, niemand zeigt so­ hohes Niveau...

    Und wenn Nadal 10000 Punkte Vorsprung­ hätte in der ATP Liste, Federer wird er leider niemals­ erreichen, da er einfach kein Tennis spielt, sondern­ kämpft.

    Von talimore, am Do 29.Jan. 22:50
  14. die roger

    Von wrongfuta, am Do 29.Jan. 22:49
  15. und natürlich, um sich die Gratulation des Gegners­ abzuholen ;-))

    Von anna_luest, am Do 29.Jan. 21:59
  16. Vorsicht mit dem Krafttraining: Wer mit Hanteln oder­ anderen Gewichten Schlagtraining simuliert, läuft­ Gefahr seinen Körper innerhalb kurzer Zeit zu­ ruinieren: Insbesondere Ellbogen, Schulter und Rücken­ werden stark belastet, wenn man Gewichte schnell­ schleudert und das Gewicht selbst wieder auffangen­ muss. Wenn man an der Schnellkraft arbeiten will,­ eignen sich am Besten Latex- oder Deuserbänder.

    Von anna_luest, am Do 29.Jan. 21:53
  17. @ f_schwarz79: Vielen Dank für Deine professionale­ Darstellung!!! Da macht das Forum endlich mal Sinn.­ Habe mir heute noch einmal Federer gegen Roddick­ reingezogen (per Festplatte). Wie gehabt: bei ersten­ Aufschlägen gibt es keine nenneswerten Erfolge für den­ Rückschläger. Aber in den Ballwechseln sieht m. E.­ Roger auf der Rückhandseite, insbesondere aus dem Lauf­ geschlagen nicht gerade (welt-) meisterlich aus. Zu oft­ nimmt Roger dannn das Tempo raus, was ihm kurz Luft­ verschafft, aber dem Gegenspieler (insbesondere­ Linkshändern!) dann die Zeit gibt sich sorgfältig­ hinzustellen und genüsslich weiter in die Rückhand zu­ drücken bis Roger etwas müder wird und zu weit in der­ Rückhandecke stehen bleibt (typische spanische Schule­ eben).
    Roddick spielt meines Erachtens planlos und viel­ zu oft Rogers starke Vorhand an, diesen Gefallen wird­ ihm der spanische Gegenüber, egal wer, nicht tun!­ Außerdem weiß ich nicht, wer Roddick eingeredet hat, er­ soll bei jeder Gelegenheit nach vorn laufen, wenn man­ bedenkt, dass man nur nach vorn kommen kann, wenn man­ den Ballwechsel diktiert, also die große Chance hat 1.­ den Punkt zu machen und 2. den Gegner herumzuscheuchen,­ dann sollte man den Weg zum Netz nur suchen, wenn man­ sicher ist, auch erfolgreich abzuschließen (oder man­ ist dem Gegner absolut körperlich unterlegen). Roddick­ war aber 42 mal am Netz und musste 21 mal mit hängendem­ Kopf wieder an die Grundlinie dackeln und sich fragen,­ warum da irgendetwas nicht gestimmt hat. 42 Mal hatte­ er den Ballwechsel eindeutig diktiert und davon 21­ Punkte freundlich an Federer gereicht und bei den 21­ gewonnenen Punkten Federer freundlicherweise die­ weitere Laufarbeit erspart. Das machen die Spanier für­ meinen Geschmack auch wesentlich intelligenter: Die­ kommen nur nach vorne, wenn der Gegner schon fast die­ weiße Fahne schwenkt und um Erlösung winselt.

    Von anna_luest, am Do 29.Jan. 21:47
  18. @x-ache: absolut richtig. auf dem niveau wie nadal und­ federer, eigentlich überhaupt die top 20, geht vieles­ über die mentale schiene. aber in den kopf können wir­ halt nicht schauen. das mit den flachen bällen, die­ auch noch schnell seien sollen ... bin mir nicht­ sicher, ob das das richtige rezept ist. alles was­ zwischen knie und schulter getroffen werden kann lässt­ sich prima in (top)spin verwandeln.
    @tennispro: danke­ auch dir. disskutieren, gerade über tennis, macht eben­ spass. besonders freut mich deine vorliebe für­ nalbandian. ehrlich gesagt: wenn er im kopf und­ konditionell auf der höhe ist ... kurzum ist im­ geheimen er mein lieblingsspieler

    und zu der sache mit­ dem spin im allgemeinen: der kommt nicht nur aus dem­ arm, sondern vorwiegend aus der­ vorwärts-aufwärts-bewegung aus beinen und rumpf.­ natürlich spielt der arm eine wichtige rolle, aber eben­ keine herausragende. zudem kommt die extreme­ oberkörperrotation bei nadal, wobei roger mehr einen­ kurzen schwung hat.
    zudem spielt roger einen 90-er­ kopf, zwar auch mit 16/19 bespannungsbild, was aber bei­ der geringen kopfgröße nicht so ins gewicht fällt.­

    früher hat man immer gerne gesagt, man solle einen­ topspinner mit slice anspielen. das funktioniert meines­ erachtens aber nur bis zu einem gewissen niveau. spiel­ mal gegen den spin von nadal nen kontrollierten, guten,­ schnellen slice ... sehr schwierig.
    topspin kann man­ nur begegnen durch extrem schlägerkopfbeschleunigung.­ daher die probleme von nadal gegen murray und vorallem­ tsonga. das heißt aber nur,dass man so den spin aus dem­ ball bekommt, nicht aber, dass nadal darauf nicht mehr­ antworten könnte, eben widerum mit spin.

    Von f_schwarz79, am Do 29.Jan. 20:33
  19. @ bzbub

    genau wie beim fußball...schön spielen bringt­ nichts,nur die erfolge zählen....
    genauso wie bei­ federer..soll er am besten spielen,wenn dazu noch die­ erfolge kommen,umso schöner...
    Aber Erfolg geht vor,­ egal ob schön gespielt, glücklich und­ unverdient...danach fragt am ende niemand mehr ;-)

    Von Alper, am Do 29.Jan. 20:10
  20. die roger

    Von wrongfuta, am Do 29.Jan. 20:03
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